Eihei Dogen
Nach einem Sangha-Abend mit Kazuaki Tanahashi Sensei im Sommer 2005 entstanden kleinere Übersetzungen, zunächst gedacht nur zur Verwendung in seinen deutschen Kalligraphiekursen. Seit 2007 übersetzen wir gemeinsam ausgewählte Kapitel aus dem Shobogenzo und verwenden diese als Vorlage zu Diskussionen in unserer Dogen-Gruppe sowie in der Sangha allgemein.
Übersetzungen sind lebendige Wesen, sie bedürfen ständiger Aufmerksamkeit und Überarbeitung. Aus diesem Grunde werden manche Kapitel in aktualisierten Versionen veröffentlicht werden. Weiteren Auftrieb erhielt die Dogen-Arbeit durch einen Besuch von Shohaku Okumura Roshi im Sommer 2009, einen hochgeachteten Soto-Zen-Lehrer und Dogen-Experten.
ausgewählte Kapitel aus Dogen Zenjis Shobogenzo:
Genjokoan
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Das Kapitel Genjokoan wird häufig als das Schwierigste im ganzen Shobogenzo bezeichnet. Dieses Kapitel ist das hiniku kotsuzui, ist Haut, Fleisch, Knochen und Mark von Dogen. Alle folgenden fünfundneunzig Kapitel sind seine Knospen. So, wie „Eine leuchtende Perle" des Xuansha oder der „Zypressenbaum" von Zhaozou, ist Genjokoan die Essenz, „der eine Satz", von Dogens Lehre. Daher stand Genjokoan auch in der noch von Dogen überwachten und von Meister Ejo herausgegebenen Version am Anfang des Shobogenzo. In sorgfältig geordneten vierzehn Abschnitten legt Dogen hier sein destilliertes Lebenswerk vor, das gelegentlich in Form eines melodischen Sprechgesangs während eines Sesshins rezitiert wird.
Shoji
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Shoji gehört zu den undatierten Kapiteln Dogens und ist ungewöhnlich in seiner einfachen Sprache, mit vielen Anlehnungen aus der „Reine Land Schule". Wahrscheinlich war es eine Rede an seine Laienschüler.
Zazen-Gi
Download: Zazen-giZazengi beinhaltet Dogens Anleitungen für Zazen. Als Mittelstück ist es in weiten Teilen in dem für Soto Zen-Buddhisten so bedeutsamen Kapitel Fukanzazengi enthalten.
Zenki
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Dieser Text, der sich ausdrücklich auch an Dogens Laien-Schülerinnen und Schüler richtet, zeigt uns, wohin dieser Weg führen kann und was sich alles hinter dem Namen "Buddha-Natur" verbirgt.
Hachi Dai Nin Gaku
Download: Hachi Dai Nin GakuDieser wichtige, kurze Text wird oft im Monat Februar rezitiert. Er ist von bestechender Einfachheit und unmissverständlicher Klarheit. Es ist sowohl Buddhas letzte Lehrrede als auch Dogen Zenjis letztes Schreiben. Beider Vermächtnis deutet wiederum auf etwas hin, was die meisten kennen: den Achtfachen Pfad. Der Text ist überwiegend in chinesisch geschrieben und bis auf einen Kommentar Dogens am Schluss.
Sansuikyo
Download: Sansui-kyōSansuikyo, das Sutra der Berge und Wasser ist sehr poetisch, relativ lang und recht bekannt. Wer jedoch hofft, nun endlich ein handliches Kapitel Dogen genießen zu können, wird enttäuscht werden. Der Grund liegt unter anderem darin, dass sich Dogen mit den Begriffen „Berge" und „Wasser" uns allen bekannten Anschauungsobjekten widmet und sie auf vieldeutige Weise verwendet. Es ist ein sehr schönes Kapitel, dessen Wasserseite auch sehr gut in unseren Norden passt.
Baika
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu."Baika"- Pflaumenblüten. In den schneereichen Gebieten Chinas waren sie die Vorboten des Frühlings für die oft vom Winter hart betroffenen Mönche. In diesem sehr poetischen Kapitel benützt Meister Dogen dies auch als Metapher für die Verwobenheit aller Dinge, veranschaulicht hier auch durch seine tiefe Verehrung und Verbundenheit mit seinem Lehrer Rujing.
Katto
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu."Katto" bedeutet wörtlich "Pfeilwurz und Glyzinie". Beide sind Kletterpflanzen, welche wachsen, in dem sie sich um etwas herumschlingen. Im Sprachgebrauch wurden sie im Sinne von "Verknotungen", "Anhaftungen" und "Komplikationen" benützt, mit einer eher negativen Färbung. Meister Dogen erweitert die Verwendung dieses Begriffes, um etwas Positives zu beschreiben: die Weitergabe des Dharmas in Form der vielschichtigen Verbindungen zwischen Lehrer und Schüler sowie das Verwoben- und Verbundensein von allem, was lebt.
Yuibutsu Yobutsu
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Ein weiterer, von Dogen nicht datierter Text, der gerade für uns Laien auf eine sehr direkte Weise veranschaulicht, worum es in unserer Übung geht: die gesamte Erde, welche nichts anderes ist als unser Körper, in jedem Augenblick zu erfahren und dass „Alle Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gemeinsam mit jedem Menschen üben". Wir müssen wenig dafür tun, eher sein lassen und: schauen, sehen, - erkennen ...
Zanmai o zanmai
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Im Japanischen gibt es verschiedene Arten von „Samadhi". Es gibt ein Samadhi des Fischens zum Beispiel oder ein Samadhi des Teetrinkens. Hier ist vom „König der Samadhis" die Rede: Zazen.
Fukan Zazen-gi
Download: Fukan Zazen-giDogen schrieb Fukanzazengi zwischen Oktober und Dezember 1227, nach seiner Rückkehr aus China. Fukanzazengi entstand vor den ersten Kapiteln des Shobogenzo. Der Titel, wie so oft bei Dogen Zenji, kann auf mehrere Arten übersetzt werden und enthält bereits eine Botschaft: "Universelle Aufforderung zum Zazen", "Allgemeine Anleitung zum Zazen", "Wie jeder sitzen kann" - um nur einige zu nennen. Fukanzazengi ist ein sehr eindrückliches Kapitel, das sich auf den ersten Blick weitaus zugänglicher zeigt als andere Schriften Dogens. Und doch steckt es voller Andeutungen und man könnte über jeden Satz lange sprechen. Er wird sich jenen, die Dogens Erfahrungen auf dem Kissen teilen, von Mal zu Mal, von Jahr zu Jahr, besser erschließen.
Bendowa
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu."Bendowa: Die Praxis des Zazen von ganzem Herzen"; geschrieben 1231, kurz nach seiner Rückkehr aus China und nicht durchgehend ein Bestandteil des Shobogenzo, bildet bis heute eines der meist zitierten Kapitel Dogens. In ihm formuliert er seine Lehre des Zazen. Diese hatte bereits - im Hinblick auf etwa 700 Jahre Buddhismus in Japan - eine lange Tradition, welche die Einführung einer „neuen Lehre" nach Dogens Rückkehr aus China nicht unvoreingenommen aufnehmen sollte. Dogen erläutert ausführlich die Praxis des Zazen. Im Rahmen der insgesamt achtzehn Fragen/Antworten beantwortet Dogen, vermutlich auch im Hinblick auf seine Unterredungen mit seinem späteren Nachfolger Ejo, wichtige Fragen zu unserer Übung, die an Aktualität auch fast 800 Jahre nach ihrer Entstehung nichts verloren haben.
Ikka No Myoju
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Ikka No Myoju: Ein leuchtender Juwel. In diesem Kapitel werden die Worte von Meister Gensha Shibi erläutert: "Die gesamte Welt der zehn Richtungen ist ein leuchtender Juwel". Wie das zu verstehen ist ohne zu verstehen, das ist eines der Lehren dieses Kapitels.
Gabyo
Download: Gabyo„Ga“ bedeutet „Bild“ und „byo“ Reiskuchen. Dieses Kapitel beginnt mit dem Satz vom „Bild eines Reiskuchens, welcher nicht satt macht“. In unserer Übung betonen wir, dass „Worte und Schriften“ nicht die direkte Erfahrung des Sitzens, unserer Wirklichkeit insgesamt, ersetzen können. Viele Lehrer auch in jüngster Zeit werden nicht müde zu betonen, dass Zen kein „Zuschauersport“ sei. Hier erläutert Dogen den Stellenwert von Abstraktion und Erklärung als wichtigen Teil unseres Weges, unserer Wirklichkeit. Ausgehend von der Wirklichkeit, erschaffen wir Bilder. Ausgehend von Bildern, erschaffen wir die Wirklichkeit. Nur gemeinsam können sie unseren Hunger stillen.
Dotoku
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu.Ausdruck des Weges, der Wahrheit. Obschon im Zen gilt: „Sei still und sitze“ - für zwei Jahre, zwanzig Jahre, zweihundert Jahre... ist es nicht das blanke Sitzen, das wir anstreben. Zahlreiche Koans handeln davon, wie wir unserem Erkennen Ausdruck verleihen können, sollen, müssen. Ohne Ausdruck, ohne sichtbare Verwirklichung dessen, was wir auf dem Kissen erfahren, bleibt unser Sitzen unreif, uninspiriert, leblos. Dieses Kapitel handelt davon, inwiefern und warum es so wichtig ist, unserem Weg, unserer Wahrheit Ausdruck zu verleihen, mit Körper, Geist und jenem, was dazwischen liegt.
Uji
Den vollständigen Text senden wir auf Wunsch gerne zu."Sein-Zeit". Jetzt. Jetzt und noch einmal: jetzt. In diesem Kapitel beschreibt Dogen, dass auch ein halber Augenblick, auch ein halber Kreis, ein runder Kreis, eine vollkommene Bewegung, ein perfekter Augenblick sein kann. Er enthebt uns somit dem Hechten nach der schöneren Welt andernorts, bietet uns Unabhängigkeit von unseren jeweiligen Umständen und entwirft ein sehr modernes Konzept zum Glücklichsein - jetzt. Wo auch immer.

