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<title>Wind &#x26; Wolken Sangha Blog</title><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/index.html</link><description>Neues &#x26; Anregungen</description><dc:language>de</dc:language><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:rights>Copyright 2011 Wind &#x26; Wolken Sangha</dc:rights><dc:date>2012-05-12T21:57:04+02:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>So., 12 Dez 2010 13:21:39 +0100</lastBuildDate><item><title>Boden-los</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-05-12T21:57:04+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/d9d3d89de7c587bef3aee784221fd4e3-48.html#unique-entry-id-48</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/d9d3d89de7c587bef3aee784221fd4e3-48.html#unique-entry-id-48</guid><content:encoded><![CDATA[Eines der vielen Missverst&auml;ndnisse &uuml;ber Zen, welche in unserem Oberst&uuml;bchen nach altem Muster zusammengezimmert werden, besteht in dem Glauben, wir m&uuml;ssten unser Ich in irgendeiner Form loswerden: jenen seit Freud vielgescholtenen Teil in uns, der immer nur will und ganz allein f&uuml;r sich, welcher stets bohrenden Hunger hat, am meisten auf Pommes, Sofa und Kino. Der Teil, welcher, kaum endlich satt, trotz bester Vors&auml;tze nach kurzer Zeit eine neue Bude entdeckt und uns an dieser unsichtbaren, doch schier untrennbaren Leine dorthin zerren wird. Und der, selbst wenn wir l&auml;nger standhaft bleiben, genau jenen Punkt abpassen wird, zu dem wir gerade ein bisschen vom Wege abgekommen sind. Und der dies immer fr&uuml;her zu merken scheint als wir selbst. <br />Jener Teil, der pausenlos alles will, aber ganz bestimmt nicht still sitzen und sich nach innen wenden. <br />Die Zen-Literatur wimmelt von Ratschl&auml;gen, selbst die kleinsten Muckser dieses l&auml;stigen Anh&auml;ngsels der von Dekadenz und Ignoranz gepr&auml;gten Pr&auml;-Achtsamkeitsjahre im Rahmen unserer aufrichtigen Bem&uuml;hungen bereits im Keim zu ersticken. Oder zumindest &bdquo;wegzusitzen&ldquo;. <br />&bdquo;Der Weg ist das Ziel&ldquo; - und auf ihm d&uuml;rfen wir weder suchen noch irgendwie sein und schon gar nicht irgendeine Vorstellung davon haben, wohin er denn f&uuml;hren soll. <br />Erreichen? Ganz schlecht! <br />Wollen? Sofort ausatmen!<br />Das hier ist <em>Zen</em>. <br />Und Zen ist gut f&uuml;r gar nichts! <br />Anstrengung! Geht gar nicht - bei uns ist Anstrengung verp&ouml;nt, denn sie entspringt meistens dem Ego. Wir aber streben nach urteilsfreier Wahrnehmung, nach dem Nicht-Wollen, Nicht-Erreichen. Verstehst Du? <br /><br />Leider - nein.<br /><br />Jeder, der auch nur eine Einheit auf einem Kissen verbracht hat, wei&szlig;, wie anstrengend das ist. <br />Jeder, der ein wenig l&auml;nger diesen Weg geht, wei&szlig;, dass es ohne einen starken, zielgerichteten Willen nicht auszuhalten ist - nicht mit unserem Kissen, nicht mit einer Art des Weges, nicht mit einer Gruppe und am wenigsten mit uns selbst. Die Sangha, der dritte Juwel, kann nur erstrahlen, wenn wir ihn alle scheinen lassen. Und das ist - jeder von Wind und Wolken wei&szlig; dies - auch: anstrengend und ohne Vertrauen unm&ouml;glich. Dazu geh&ouml;rt auch: Vertrauen in unsere spirituellen Visionen.<br /><br /><em>Wenn die Befleckungen alter Gewohnheiten ersch&ouml;pft sind, erscheint das urspr&uuml;ngliche Licht, strahlt auf Deinen Sch&auml;del, ohne dass noch etwas anderes daneben w&auml;re.<br />Menschen, denen der Boden aus dem Eimer gefallen ist, finden vollkommenes Vertrauen.<br /><br />Honghzi</em><br /><br /><em>&bdquo;Der Boden aus dem Eimer&ldquo; </em> - das ist der gesamte Eimer. Das sind wir, und alles, was uns ausmacht. Der Boden ohne Eimer kann nur &bdquo;ohne Eimer&ldquo; sein, wenn wir &bdquo;leer vom Ich sind&ldquo;. Und das ohne Anstrengung = ohne Hinzutun, Wegnehmen, Verleugnen, Ungeschehen machen, Ausmalen und so weiter.<br />Denn &bdquo;Leer vom Ich&ldquo; ist voll mit allem. Das beinhaltet unser Gro&szlig;es Ich und unser Kleines Ich: Quengelndes, Wollendes, Bem&uuml;htes, Gelangweiltes, Strebsames, Ehrliches, Gerissenes, Knauseriges, Wohlt&auml;tiges Ich. <br />Voll vom gesamten Ich ist leer vom vereinzelten Ego. <br />Nur, wenn wir lernen - aneinander, miteinander -, unser letztlich doch kleines und ziemlich durchschaubares, noch dazu allen anderen gemeines Ego-Ich zu integrieren, mitzunehmen, einzuschulen, einzureihen und einzub&uuml;rgern in jenes riesige Sein, das jenseits von unserer Haut lebt und wirkt, k&ouml;nnen wir es loswerden, ablegen, anschauen, zur Ruhe bringen. <br />Dies geschieht weder durch pummeln, noch durch ein m&ouml;glichst ernstes zu Boden schauen, sondern in dem wir ihm und allen, die es mit uns teilen, die Hand reichen und es immer wieder dazu einladen auch von jener Kost zu probieren, die letztlich ebenfalls seinen gro&szlig;en Hunger stillen wird. Endlich und f&uuml;r immer.<br /><br /><em>Schaue achtsam jenseits Deines Sch&auml;dels, und das Innerste kann sich schlie&szlig;lich verwirklichen und Du kannst aus der Verg&auml;nglichkeit heraustreten. Das Schilf bl&uuml;ht im strahlenden Mond; das alte F&auml;hrboot beginnt die &Uuml;berfahrt; der Jadefaden passt in die goldene Nadel. Dann ergibt sich die Gelegenheit, sich umzuwenden, in die Welt einzutreten und auf die jeweiligen Bedingungen zu antworten. Aller Staub ist vollst&auml;ndig der Deine; alle Dharmas sind nicht die eines anderen. <br />Folge dem Strom und paddle dahin, nat&uuml;rlich und ungehindert.<br /><br />Honghzi<br /></em><em><br /></em>Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P7200031 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p7200031-002810029.jpg" width="480" height="360" /><br /><span style="font-size:14px; "><em><br /><br /><br /><br /></em></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hoher Himmel&#x2c; Gro&#xdf;er Wind</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-05-12T19:44:21+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/289560c037e54cbae11bfc1f31e08f84-47.html#unique-entry-id-47</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/289560c037e54cbae11bfc1f31e08f84-47.html#unique-entry-id-47</guid><content:encoded><![CDATA[Ein warmer Fr&uuml;hlingsabend in Charlottenburg. Im Hinterzimmer des Traditionsbuchladens bl&uuml;ht ein kleiner Feigenbaum. In der Abendsonne zischen Schwalben die Backsteinfassaden hinab, auf der Schaufensterseite str&ouml;men die Menschen ihrem Feierabend entgegen. Rhythmisch rattert der einladende Dielenboden mit einer Trambahn wie aus Zilles Zeiten, versetzt dabei das kleine N&auml;hschr&auml;nkchen in Bewegung und l&auml;dt die auf ihm ruhende Avalokiteshvara ein wenig zum Tanz.<br /><br />Sp&auml;ter wird ein kleiner Mann mit wippendem Hut diese Stra&szlig;e herunterkommen, einen schmalen Karton mit Papier und Tusche unterm Arm. Dann wird sich in einem gut gef&uuml;llten Raum ein Kreis schlie&szlig;en, der sich seit nunmehr sieben Jahren weit gen Osten, weit gen Westen spannte. <br /><br />Der Kreis erz&auml;hlt von einem Helden des neunzehnten Jahrhunderts, welcher sich nicht scherte um Linienf&uuml;hrung oder Purpurroben, weder um Standesd&uuml;nkel noch seiner n&auml;chtlichen Tr&auml;nen. Er berichtet auch von der Sprache Poesie, die m&uuml;helos Landesgrenzen und Ozeane &uuml;berwindet und nahezu keine Worte der Erkl&auml;rung braucht, einem Buch, das nicht geschrieben werden sollte sowie einem neuen Kreis, der sich schleichend aus den immer l&auml;nger werdenden H&auml;userschatten in seine noch taufrische Umlaufbahn l&ouml;sen wird.<br /><br />Am vergangenen Donnerstag fand in Berlin eine Lesung und Kalligraphiedemonstration aus unserem gemeinsamen Buch, Daigu Ryokans &bdquo;Hoher Himmel, Gro&szlig;er Wind&ldquo;, statt.<br /><br />Gassho, <br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="kaz" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kaz.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="bk" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bk.jpg" width="480" height="360" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ankunft und Weiterreise</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-04-29T16:11:55+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/84fd5679e947f994fc5a6f93fb7f188d-46.html#unique-entry-id-46</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/84fd5679e947f994fc5a6f93fb7f188d-46.html#unique-entry-id-46</guid><content:encoded><![CDATA[Wir, Juen und Nanzan, durften unsere Sangha bei der diesj&auml;hrigen Mitgliederversammlung der DBU vertreten. Nach dreij&auml;hriger Zeit im Wartestatus freuen wir uns sehr &uuml;ber die  hierbei erfolgte Aufnahme unserer Gemeinschaft als Vollmitglied der Deutschen Buddhistischen Union. Wir haben ab sofort eine Wahlstimme und sind bis auf Weiteres die &bdquo;am h&ouml;chsten&ldquo; plazierte Gemeinschaft - rein geografisch nat&uuml;rlich! <br />Wir sind gl&uuml;cklich, hiermit klar und deutlich unsere Zugeh&ouml;rigkeit zur Sangha Buddhas zu bezeugen. <br /><br />Die Mitgliederversammlung fand im buddhistischen Zentrum Pauenhof am Niederrhein nahe der holl&auml;ndischen Grenze statt. <br />Wie auch in den Jahren zuvor, lag ein Hauptaugenmerk in der Diskussion um die innere Struktur und &auml;u&szlig;ere Zielsetzung dieser Dachorganisation der buddhistischen Gemeinschaften Deutschlands. Wir fanden es sehr anregend und inspirierend, uns in einem hellen Raum unter dem gro&szlig;en Buddha an der Stirnseite mit Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Traditionen und &Uuml;bungsarten auszutauschen. Der Samstag dauerte, unterbrochen nur von kurzen Pausen, von morgens bis tief in die Nacht - Konsensfindung ist anstrengend!<br /><br />Die DBU bietet auf vielf&auml;ltige Weise Gelegenheit zur ehrenamtlichen Mitarbeit - ob im Rahmen diverser, themenzentrierter Arbeitsgruppen, redaktioneller Vorschl&auml;ge f&uuml;r &bdquo;Buddhismus aktuell&ldquo;, konstruktiver Teilnahme an den Mitgliederversammlungen oder ...<br />Jeder ist eingeladen und willkommen sich einzubringen, um dazu beizutragen, dem Buddhismus in Deutschland eine Stimme zu verleihen, die in vielen relevanten Bereichen in unserem Land einen bedeutenden und heilsamen Beitrag inmitten unserer Gesellschaft leisten kann.<br /><br />Gassho, Eure Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P7060030" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p7060030.jpg" width="480" height="360" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Spuren</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-04-23T21:23:15+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/f08dcb665b44f93b0a67dd5e8f1bb8f5-45.html#unique-entry-id-45</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/f08dcb665b44f93b0a67dd5e8f1bb8f5-45.html#unique-entry-id-45</guid><content:encoded><![CDATA[<em>&bdquo;Das Erscheinen oder Verschwinden hat urspr&uuml;nglich keine festen Zeichen oder Spur&ldquo;<br />Hongzhi</em><br /><br /><br />Im Zen wird h&auml;ufig von dem Bestreben gesprochen, keine Spur zu hinterlassen: der Blick in ein Zendo weist in diese Richtung - sp&auml;rlich m&ouml;bliert, schmucklos; gleiche Matten und &auml;hnliche Kissen. Auch in den anderen &Uuml;bungsbereichen wie zum Beispiel beim Oryoki oder im Rahmen der Arbeit wird auf Ordnung, Putzen und Aufr&auml;umen gro&szlig;en Wert gelegt. <br />Das ist gut, weil es Achtsamkeit schult. An Dingen, die wir im Rahmen unserer Treffen benutzen, k&ouml;nnen wir lernen, auch mit uns selbst &auml;hnlich aufmerksam umzugehen.<br />Wir putzen f&uuml;r uns, wir achten auf uns. Nur dann sind wir &uuml;berhaupt erst in der Lage, zu geben: dem "anderen" - wie zum Beispiel unserem Zendo ein wenig Sauberkeit zum Beispiel.<br /><br />Keine Spur zu hinterlassen k&ouml;nnte aber auch missverstanden werden als ein unbehagliches &bdquo;ich darf nicht&ldquo; : Denken zum Beispiel oder meine Energie ausleben, unordentlich sein, Essen &uuml;brig lassen, &bdquo;falsch&ldquo; singen. Nichts k&ouml;nnte verkehrter sein. Mit obigem sind <em>karmische</em> Spuren gemeint: Spuren, welche von meinem Ego stammen, einem Ich, das sich andauernd und immerzu best&auml;tigt sehen m&ouml;chte - weil es sonst seine Daseinsberechtigung verlieren k&ouml;nnte. <br /><br />Wir hinterlassen andauernd Spuren. <br />Die Spur von Dogen Zenji ist &uuml;ber 800 Jahre alt, die des Buddha ca. 2500. Die gesamte, &uuml;berreiche buddhistische Literatur besteht aus einer einzigen Spur. Ohne sie und die zahlreichen Spurrillen jener, die diesen Weg vor uns gebahnt haben, w&auml;ren wir selbst dieser &Uuml;bung wahrscheinlich niemals begegnet - oder zu einem deutlich sp&auml;teren Zeitpunkt unseres Lebens. <br /><br />Die beste Spur ist die unsichtbare. Es ist eine Spur, welche direkt zu unserem Herzen f&uuml;hrt und sie ist so hell und klar, dass sie im Herbst mit &bdquo;Himmel und Wasser&ldquo; verschmilzt und die gleiche Farbe hat wie &bdquo;Mond und Schnee&ldquo;. Wir k&ouml;nnen sie sehen und auch wiederum nicht, weil sie sowohl unsere ureigene ist und zugleich auch die von allen anderen. Sie ist federleicht und seitenstark. Sie folgt dem Wechsel und bleibt doch immerzu gut sichtbar. Sie reicht tief zur&uuml;ck und weit nach vorne - umso mehr, desto deutlicher wir versuchen, ihrer unmissverst&auml;ndlichen, spurlosen Richtung zu vertrauen und zu folgen.<br /><br /><em>... Zen Meister Hōtetsu vom Berge Mayoku f&auml;chelte sich Luft zu. Ein M&ouml;nch kam hinzu und sagte: &bdquo;Meister, die Natur des Windes ist best&auml;ndig; kein Ort, an den der Wind nicht reicht. Warum benutzt der Verehrte Vorsteher dann noch seinen F&auml;cher?&ldquo;<br />Der Meister sagte: &bdquo;Obschon Du verstehst, dass die Natur des Windes best&auml;ndig ist, wei&szlig;t Du nicht, was es bedeutet, dass es keinen Ort gibt, an den sie nicht reicht.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte: &ldquo;Was bedeutet: kein Ort, an den sie nicht reicht?&ldquo;<br />Der Meister f&auml;chelte sich weiterhin Luft zu.<br />Der M&ouml;nch verneigte sich tief.<br /><br />So ist es mit der Verwirklichung des Buddha-Dharma und dem lebendigen Weg seiner rechten &Uuml;berlieferung. Wenn Du sagst, dass Du Dir nicht zuzuf&auml;chern brauchst, weil die Windnatur best&auml;ndig sei und dass Du den Wind sp&uuml;ren kannst, ohne zu f&auml;cheln, so kennst Du weder Best&auml;ndigsein noch Windnatur. Das Wesen der Windnatur ist best&auml;ndig und daher bringt der Wind von Buddhas Haus das Goldgelb der Erde hervor und macht die Sahne des langen Flusses duften. <br /><br />Genjokoan<br /></em><em><br /><br /></em><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Vogelspuren 3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/vogelspuren-3.jpg" width="480" height="360" /><em><br /></em><span style="font-size:9px; "><em><br /></em></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hoher Himmel&#x2c; Gro&#xdf;er Wind</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-04-23T21:16:02+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/46fa363ad9b9e81098f53e0a52f433a0-44.html#unique-entry-id-44</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/46fa363ad9b9e81098f53e0a52f433a0-44.html#unique-entry-id-44</guid><content:encoded><![CDATA[Noch bevor diese Sangha einen Namen trug, haben wir seine Gedichte gelesen. Er hat uns ber&uuml;hrt und uns in dieser fr&uuml;hen Stunde einen Zusammenhalt gegeben. Er hat uns gezeigt, dass man auch fernab der "gro&szlig;en Zentren" ehrlich und tief Zazen &uuml;ben kann: einfach, schlicht, harmonisch. Wir haben unsere Liebe zu unserer n&ouml;rdlichen Heimat in seinen Naturgedichten wiedergefunden. Wir haben mit ihm gelitten, wenn ihm so kalt war oder wenn er sich ganz einsam f&uuml;hlte und wir haben uns gefreut, wenn er den Fr&uuml;hlingsanfang bewunderte oder sich mit Freunden traf.<br /><br />Viele Jahre sp&auml;ter haben uns die verschlungenen Wege des Dharmas zuerst nach Westen gef&uuml;hrt (Great Vow Zen Monastery, Oregon). Etwas sp&auml;ter kam jemand aus Ryokans Heimatland zu uns. <br /><br />Es ist uns eine gro&szlig;e Freude, nach zahllosen Stunden auf verschiedenen Kontinenten, zwischen drei Sprachen und Kulturen, nun unser gemeinsames Buch: &bdquo;Hoher Himmel, Grosser Wind&ldquo; - Gedichte und Kalligraphien des Zen-M&ouml;nches Ryokan, ver&ouml;ffentlicht zu sehen.<br /><br />ab 17.4. im Handel:<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Bildschirmfoto 2012-04-23 um 21.14.04" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bildschirmfoto-2012-04-23-um-21.14.04.jpg" width="200" height="302" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Und dann und wann ein wei&#xdf;er Elefant...</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-04-08T21:37:37+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5995a725d75205383e610e87e32134db-43.html#unique-entry-id-43</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5995a725d75205383e610e87e32134db-43.html#unique-entry-id-43</guid><content:encoded><![CDATA[Im japanischen Zen wird heute, am 8. April, das Vesak-Fest begangen. Dieses in vielen L&auml;ndern Asiens gefeierte Fest erinnert an Buddhas Geburtstag, au&szlig;erhalb Japans auch an sein Erwachen und sein Versterben. Japan, das sich seit dem 19. Jahrhundert nach dem Gregorianischen Kalender richtet, feiert Vesak immer am 8. April und liegt somit etwa einen Monat fr&uuml;her als im restlichen Ostasien.<br />W&auml;hrend der Zeremonie wird ein kleiner Buddha, der mit Fr&uuml;hlingsblumen geschm&uuml;ckt ist, von denen, die m&ouml;chten, mit Wasser oder s&uuml;&szlig;em (Hydrangea)-Tee &uuml;bergossen.<br />Manchmal findet sich in seiner Umgebung ein wei&szlig;er Elefant, ein Symbol f&uuml;r k&ouml;nigliche W&uuml;rde und Seltenheit. Es ist ein buntes, farbenfrohes Fest, welches wir vielleicht auch einmal in unserer Sangha begehen werden.<br /><br />Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1000329" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1000329.jpg" width="408" height="541" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1000381" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1000381.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="Green Gulch buddha birthday fahnen" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/green-gulch-buddha-birthday-fahnen.jpg" width="480" height="360" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kanzeon</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-04-07T19:18:20+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/887f160a9f8a3fa303fc9c5b12e2ed6d-42.html#unique-entry-id-42</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/887f160a9f8a3fa303fc9c5b12e2ed6d-42.html#unique-entry-id-42</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Die Sein-Zeit zeichnet sich durch den kontinuierlichen Fluss einer Abfolge von Augenblicken aus. Sie geht vom Heute in einer Abfolge von Augenblicken zum Morgen, vom Heute in einer Abfolge von Augenblicken ins Gestern, vom Gestern in einer Abfolge von Augenblicken ins Heute, vom Heute in einer Abfolge von Augenblicken ins Heute, vom Morgen in einer Abfolge von Augenblicken ins Morgen. <br />Dogen, Uji</em><br /><br />Wir sind, was wir sehen. Mit anderen Worten: wir sind, was uns erfreut, wir sind, woran wir leiden. <br />Unser Kopf und unser Herz, unsere Erinnerungen, unsere Achtsamkeit, unsere Lebenseinstellung insgesamt steckt in diesem Sehen, in dieser (Sein-)Zeit. Unser Leben flie&szlig;t durch verschiedene Landschaften und es ist an uns, sie wahrzunehmen und an ihnen teilzuhaben. Vollkommen oder eben nur mit einem kleinen Finger. Das liegt nur an uns. <br />Auch deswegen praktizieren wir. Wir &uuml;ben Teilnahme, wir &uuml;ben Anteilnahme. Wir &uuml;ben unsere Harmonie mit dem Wechsel, mit der Ver&auml;nderung. <br />Es ist immer wieder gut, ob nach einer Woche, nach einem Jahr oder nach ein paar Jahrzehnten, uns zu fragen: wieso? <br />Ist es noch der Weg f&uuml;r mich? Bin ich noch ... &bdquo;richtig&ldquo;?<br />Bin ich ein bisschen weicher geworden, ein wenig gro&szlig;z&uuml;giger? Kann ich ab und an wenigstens unbek&uuml;mmert sagen: &bdquo;Da, nimm .... ich schenke es Dir, einfach so?&ldquo;<br /><br /><em>Der Wind weht, der Mond scheint und die Wesen behindern einander nicht.<br />Hongzhi</em><br /><br />Was hindert mich am Sehen? <br />Was hindert mich daran, teilzunehmen? <br />Was hindert mich daran, zu geben?<br /><br />Das Heute ins Heute, das Gestern ins Geute und das Heute ins Gestern flie&szlig;en zu lassen - weich, scheinbar m&uuml;helos, ohne anzuecken, frei von Behinderungen - bringt den Holzmann zum Singen und die Steinfrau zum Tanzen. <br /><em>Unseren</em> Holzmann, <em>unsere</em> Steinfrau. <br />Und ein innerstes Sehnen nach au&szlig;en. <br />Das ist der Kreis des Weges.<br />Und dann: &uuml;bernimm Verantwortung, trink Deinen Tee und lebe es, Dein einziges Leben: <em>nen nen ju shin ki ... nen nen fu ri shin</em>.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1030522" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030522.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><br /></span><img class="imageStyle" alt="P1000392" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1000392.jpg" width="408" height="541" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Keep moving...</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-03-19T20:36:18+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5c06e90408ebb29d8c3804b9f8a19098-41.html#unique-entry-id-41</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5c06e90408ebb29d8c3804b9f8a19098-41.html#unique-entry-id-41</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Das Windspiel<br /><br />Der gesamte K&ouml;rper ist wie das Windspiel - ein Mund im freien Raum,<br />woher auch immer der Wind wehen mag - aus Ost, Nord, S&uuml;d oder West-<br />gemeinsam mit dem ganzen Universum l&auml;utet es Prajna.<br />Ting-ting, ting-ting, ting-ting.<br /><br />Tendo Nyojo</em><br /><br /><br />Zun&auml;chst mag es &uuml;berraschen, dass unserem Zazen Eigenschaften zugeordnet werden, die mit Beweglichkeit zu tun haben. Das stille Sitzen, m&ouml;glichst ohne eine sichtbare Ver&auml;nderung der K&ouml;rperposition - ein Windspiel? <br />Und doch, und doch...<br /><br />Wenn wir aufmerksam sind, wissen wir von uns selbst: in dem Moment, in dem ich denke, etwas verstanden zu haben - &bdquo;f&uuml;r immer&ldquo;- werde ich in spiritueller Hinsicht verlieren. Jetzt oder sp&auml;ter. <br />Ein Augenblick gleicht so wenig einem anderen wie unser Zazen hoffentlich niemals das gleiche ist. So sehr wir es uns auch w&uuml;nschen und so sehr manche Schriften oder Reden uns dazu verleiten m&ouml;chten: es ist nie nur so. Es ist auch nicht: heute so, morgen so. Oder: niemals so. <br />Es ist vielmehr: so und so. Meistens!<br />Das ist mit dem Verstehen alleine nicht zu erfassen, zumindest nicht vollkommen. Wir k&ouml;nnen es nur erfahren. In Zazen. In einem Zazen, das weder haftet an Osten oder Westen, in einem Zazen, dass ironischerweise oft gar keine vorgesehene Richtung einnimmt. Ohne Osten gibt es keinen Westen. Wo ist Westen auf dem S&uuml;dpol? Und doch muss ich nach Westen gehen, wenn ich dorthin gerufen werde. Und davor ganz genau wissen, wie ich dorthin komme. <br />Die blauen Berge k&ouml;nnen sich nur bewegen, die Steinfrau kann nur dann tanzen, wenn wir alle Richtungen gut kennen, komplett vergessen und dann dem Wind des Augenblicks folgen. Einfach so. <br />Das ist: &bdquo;Loslassen und Festigkeit erlangen&ldquo; - das ist &bdquo;Sitzen wie ein Berg&ldquo;: ting-ting...<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1010284a" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1010284a.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1010258" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1010258.jpg" width="480" height="360" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Erleuchtet&#x21; Oder lieber doch nicht?</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-03-04T21:45:44+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/1ffe3366fb1bced5bc7eec5131d43bfa-40.html#unique-entry-id-40</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/1ffe3366fb1bced5bc7eec5131d43bfa-40.html#unique-entry-id-40</guid><content:encoded><![CDATA[Oft wird in B&uuml;chern oder Vortr&auml;gen der Begriff &bdquo;Erleuchtung&ldquo; oder &bdquo;Erwachen&ldquo; verwendet.<br /><em>Buddha</em> bedeutet &bdquo;der Erwachte&ldquo;, das Wort <em>bodhi</em> - aufwachen, erkennen, wahrnehmen und verstehen.<br />Nicht selten wird bei der Verwendung des Wortes &bdquo;Erleuchtung&ldquo; impliziert, dass danach &bdquo;alles&ldquo; gut sei, fast so wie in einem M&auml;rchen. Was auch mit einschlie&szlig;t, dass vorher alles nicht so gut war. <br />Es gibt nur sehr wenige Zen-Geschichten, die davon berichten, wie es den zahlreichen Heldinnen und Helden auf unserem Weg nach ihrer Erleuchtung ergangen ist. Was geschah, nachdem sie sich an der Zehe verletzten, die Tempelglocke vernommen haben oder h&ouml;rten, wie ein Stein auf einen Bambus traf? Die meisten von ihnen haben sich anschlie&szlig;end mit genau der gleichen Hingabe dem Dharma gewidmet.<br /><br />Waren sie vorher un-erleuchtet? Mit anderen Worten - ist Erleuchtung entweder pl&ouml;tzlich oder gar nicht?<br /><br /><em>...Nun gibt es Pl&ouml;tzlich und Allm&auml;hlich, die Schulen teilen sich, eine jede hat ihr eigenes Ma&szlig;. Wenngleich Du derartige Lehren gemeistert, die Wahrheit flie&szlig;t st&auml;ndig davon...<br /><br />Juwelenspiegel Samadhi</em><br /><br />Es gibt fast so viele verschiedene Stufen des Erwachens wie Wege dorthin f&uuml;hren.<br /><br />Ein Erwachenserlebnis kann mich in einen fast &uuml;berw&auml;ltigenden Zustand der Erkenntnistiefe versetzen. Ich kann dabei Dinge wahrnehmen, die mir bisher vollkommen verborgen blieben. Ich kann ungeahnte Gl&uuml;cksgef&uuml;hle empfinden, die mit nichts auch nur ann&auml;hernd vergleichbar sind, was ich vorher erlebt habe - f&uuml;r eine Weile.<br />Auch das sch&ouml;nste Erleben dieser Art wird vor&uuml;berziehen und dann ... beginnt eigentlich erst meine &Uuml;bung damit. Das Koan &bdquo;Mu&ldquo; steht nicht umsonst am Anfang einer langen Reihe absurder R&auml;tsel.<br />F&auml;llt eine derartige spirituelle Ersch&uuml;tterung auf unge&uuml;bten Boden, kann sie sogar Schaden anrichten. Es ist daher nicht unbedingt hilfreich, auf &bdquo;das&ldquo; Erwachen zu warten.<br />Obschon wir alle Kinder der &bdquo;S&uuml;dlichen Schule&ldquo; Huinengs sind - der ein &bdquo;pl&ouml;tzliches Erwachen&ldquo; in den Vordergrund stellte - auch unser Sechster Patriarch &uuml;bte nach seiner Anerkennung noch f&uuml;r mindestens f&uuml;nfzehn Jahre, bevor er zu lehren begann. <br />Im Rahmen unseres Weges wird es, wenn wir dabei bleiben, bisweilen Spr&uuml;nge geben. Insgesamt ist es jedoch ein eher langsam voranschreitendes Fortkommen, die vielen Schritte zur&uuml;ck mit einbezogen.<br />Wir zielen in unserer &Uuml;bung nicht auf Glanzeinlagen ab. Unser Zen-Mensch tr&auml;gt weder Brokatroben noch sammelt er Abzeichen. <br />Wir bem&uuml;hen uns, in den drei Bereichen - K&ouml;rper, Sprache und Gedanken - achtsam zu sein und m&ouml;glichst so zu leben, dass wir daf&uuml;r Sorge tragen, unheilsames Karma zu vermeiden. Je unsichtbarer unser Erwachen, desto dauerhafter wird es sein.<br />Das ist zum Beispiel: Freude verbreiten, Ruhe schenken und das Quentchen an Weisheit, welches uns unsere &Uuml;bung soeben geschenkt hat, weitergeben.<br />Hierin zeigt sich unsichtbare Erleuchtung, stilles Erhellen - fortw&auml;hrende &Uuml;bung.<br /><br /><em>Auf der grossen Stra&szlig;e der Buddha-Ahnen findet immer un&uuml;bertreffliche &Uuml;bung statt, fortlaufend und best&auml;ndig. Sie bildet den Kreis des Weges und wird niemals zertrennt. Zwischen Streben, &Uuml;bung, Erwachen und Nirvana passt kein Blatt; fortlaufende &Uuml;bung ist der Kreis des Weges.<br /><br />Dogen Zenji, Gyoji</em><br /><br /><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1010235" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1010235.jpg" width="480" height="273" /><span style="font-size:14px; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Uji</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-02-15T20:39:31+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/17f2f43472df73ed0f27a2130e69862d-39.html#unique-entry-id-39</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/17f2f43472df73ed0f27a2130e69862d-39.html#unique-entry-id-39</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Manchmal bedeutet: Zeit ist Sein und alles Sein ist Zeit. Ein goldener, sechzehn Fu&szlig; hoher K&ouml;rper eines Buddhas ist Zeit. Da er Zeit ist, besitzt er den strahlend goldenen Glanz der Zeit. &Uuml;be und erlerne dies anhand der zw&ouml;lf Zeitabschnitte unserer Tage. Drei K&ouml;pfe und acht Arme sind Zeit, daher identisch mit unseren zw&ouml;lf Tageszeiten. <br /><br />Dogen Zenji, Uji</em><br /><br /><br />Der leuchtende Glanz der Zeit - die Sch&ouml;nheit und W&uuml;rde eines jeden Moments - als Buddha. So wie Dogen in Mahaprajnaparamita, seiner Ausf&uuml;hrung zum Herzsutra, schreibt: &bdquo;alle Wesen und alles insgesamt sind <em>prajna</em>&ldquo;. Das Licht der Weisheit. Alles ist Prajna, hat Sch&ouml;nheit und W&uuml;rde.<br /><br />Dies zu lernen und zu &uuml;ben ist nicht leicht. Nicht immer sehen wir die Sch&ouml;nheit und W&uuml;rde jedes Augenblicks, meistens sind es nur bestimmte Momente, die wir genie&szlig;en. Schwierige Zeiten oder langweilige Abschnitte, Tage, in denen &bdquo;nichts Besonderes&ldquo; passiert, erscheinen uns weniger glanzvoll. <br />Aus der Perspektive eines Bodhisattvas, der alles und jedes als Prajna betrachtet, ist das ein bisschen einseitig. Diejenigen, die stilles Erhellen suchen, schauen auch in den dunklen Ecken nach ...<br /><br />Wir sind dazu aufgerufen, in den <em>&bdquo;zw&ouml;lf Stunden des Tages&ldquo;</em> uns genau darin zu &uuml;ben. Wir brauchen Weisheit, um die Gleichheit  aller Wesen und aller Zeiten zu sehen. <br /><br />So lange aber unser Bewusstsein unter &uuml;berwiegender Kontrolle unseres Egos steht, k&ouml;nnen wir nicht klar sehen. Alles, was wir dann sehen ist: gut/schlecht, sch&ouml;n/nicht sch&ouml;n, ich mag das/ ich mag das nicht.<br /><br />Wenn wir uns aber der Weisheit Buddhas gewahr werden, dann k&ouml;nnen wir den leuchtenden Glanz der Zeit <em>immer</em> sehen, in jedem Augenblick. Oder es zumindest versuchen.<br /><br />Zahllose Lebewesen &ndash; <br />ich gelobe, alle zu retten.<br />Endlos: t&auml;uschende Gedanken &ndash; <br />ich gelobe, alle zu lassen.<br />Unz&auml;hlbare Dharma-Tore &ndash; <br />ich gelobe, alle zu durchschreiten.<br />Un&uuml;bertroffen: Buddhas Weg &ndash; <br />ich gelobe, ihn zu verwirklichen.<br /><br />Was z&auml;hlt, ist der ehrliche, wiederholte Versuch. Wiederholt, weil wir nur so ankommen k&ouml;nnen und ehrlich, weil wir wissen m&uuml;ssen, wann wir wieder von vorne beginnen sollten.<br /><br />So wie zu unserer &Uuml;bung ein l&auml;chelnder friedvoller Buddha geh&ouml;rt und auch jener Buddha mit den<em> drei K&ouml;pfen und acht Armen</em>, der uns energisch in der &Uuml;bung h&auml;lt, sind schwierige Zeiten wichtig. Auch deswegen sind sie goldene Zeiten, weil wir genauer hinschauen. Das macht sie so lebendig. Sommertage sind wunderbar und kostbar. Meistens denken wir dann nicht viel. Und schon sind sie wieder vorbei!<br />In frostigen Augenblicken h&ouml;ren wir besser zu, wir hinterfragen, wir halten inne, wir &auml;ndern unsere Perspektive. Gegenwind, Eisesk&auml;lte und dunkle Stunden k&ouml;nnen uns oft ein besserer Lehrer sein - f&uuml;r das Er- und Durchleben dieser Tage sowie f&uuml;r das Morgenlicht danach.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1000909" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1000909.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1010068" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1010068.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1000989" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1000989.jpg" width="480" height="364" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Verwandlung: Zen in Eckernf&#xf6;rde</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-01-23T00:15:25+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/2dee22fe57300ab2e57b48265f6ff2b7-38.html#unique-entry-id-38</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/2dee22fe57300ab2e57b48265f6ff2b7-38.html#unique-entry-id-38</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Wochenende fand in Eckernf&ouml;rde, von Kazuaki liebevoll &bdquo;Eggtown&ldquo; genannt, ein Tag der besonderen offenen T&uuml;r statt. <br />Besonders, weil auf ehemals kriegerischem Gel&auml;nde. <br />Besonders, weil es in unserer Zeit nicht selbstverst&auml;ndlich ist, im Rahmen von Umbau und Umwidmungsarbeiten an etwas wie einen &bdquo;Raum der Stille&ldquo; zu denken. Und besonders, weil an einem wundersch&ouml;nen hellen Wintertag viele Besucher den Weg dorthin fanden. <br />Zugegeben: das Gel&auml;nde ist gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftig. Eine Kaserne ist und bleibt eine Kaserne. Es wird lange Zeit und viel gute Energie ben&ouml;tigen, diesen Ort zu befrieden. Umso mutiger, jetzt bereits damit anzufangen, wo sich noch weite Teile des riesigen Gel&auml;ndes im Umbau befinden. <br />Der Raum ist einfach, nicht gro&szlig; und vor allem der Weg dorthin kostet etwas &Uuml;berwindung: Linoleumb&ouml;den, ein sachliches Treppenhaus, Neonlampen, der Kasernenvorplatz. <br />Aber es ist still dort und wir haben somit eine weitere M&ouml;glichkeit, zu &uuml;ben. Eine nicht so leichte Anreise ist auch symbolisch f&uuml;r unseren Weg. <br />&Uuml;berall &uuml;ben zu k&ouml;nnen, im romantischen Vorgarten und im Rotklinkerbunker, mit der Leichtigkeit einer friedvollen Umgebung und der Schwere eines belasteten Raumes - auch das ist unsere Aufgabe. <br /><br />Die erste Einf&uuml;hrung in die Zen-Meditation im Raum der Stille von Carlsh&ouml;he findet statt am <em>Sonntag, 25. M&auml;rz, von 10 bis 13 Uhr</em>. <br />Anmeldungen bitte unter folgender Email-Adresse: <br />windundwolken@gmail.com<br /><br />Juen<span style="font-size:14px; "><br /></span><span style="font-size:14px; "><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1030475_2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030475_2.jpg" width="480" height="364" /><span style="font-size:14px; "><br /></span><span style="font-size:14px; "><br /></span><img class="imageStyle" alt="P1030478_2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030478_2.jpg" width="480" height="364" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Heute neu: &#xa;Ein... &#xa;Aus...</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-01-15T21:42:02+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/66ba1f222920c31fec76531ffcbf536b-37.html#unique-entry-id-37</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/66ba1f222920c31fec76531ffcbf536b-37.html#unique-entry-id-37</guid><content:encoded><![CDATA[<em>&bdquo;Manchmal ist der Gedanke erlangt, aber das Wort fehlt.<br />Manchmal ist das Wort vorhanden, aber das Denken fehlt.<br />Manchmal sind Wort und Gedanke beide vorhanden.<br />Manchmal fehlen sowohl das Wort als auch das Denken&ldquo;.</em><br /><br />Dogen, Uji<br /><br /><br />Im Johanniskloster haben wir uns am vergangenen Freitag auch &uuml;ber unsere Atmung unterhalten, ausgehend von einem Text von Shunryu Suzuki Roshi, in welchem er von absichtsloser Atmung spricht. Suzuki spricht vom Einatmen &bdquo;ohne M&uuml;he&ldquo; und davon, hierin ganz nat&uuml;rlich zu einer &bdquo;gewissen Farbe und Form&ldquo; zu finden. Er spricht vom Ausatmen als einem Vorgang, w&auml;hrend dessen wir uns &bdquo;aufl&ouml;sen&ldquo;. <br /><br /><em>Manchmal auf einem riesig hohen Berggipfel stehen. Manchmal am Grund des tiefsten Meeresgrundes gehen.</em> So beginnt unsere &Uuml;bersetzung von Dogens Uji - Sein-Zeit. <br />Manchmal sehe ich. Das ist meine Aufgabe. M&ouml;glichst genau, m&ouml;glichst ungehindert, m&ouml;glichst pr&auml;zise und von meiner eigenen Erfahrung ausgehend, erlange ich einen Rundumblick. Manchmal auch nur einen Viertelumblick, aber ich &uuml;be daran. Dazu ist es notwendig, dass ich Unterscheidungen treffe, denn ohne sie kann ich nichts erkennen. <br /><br />&bdquo;Der gro&szlig;e Weg ist gar nicht schwer f&uuml;r jene, die keine Auswahl treffen. Wenn Vorlieben verlassen werden, liegt der Weg klar und unverh&uuml;llt vor Dir&ldquo; - hei&szlig;t es im Shinjinmei von Zen-Meister Sosan (um 600).<br /><br />Nun die gro&szlig;e Frage: wie kann ich sehen, unterscheiden, ohne eine Vorliebe oder Abneigung unmittelbar, meist reflexartig, anzuschlie&szlig;en? Hierauf gibt es viele m&ouml;gliche Antworten. Die meisten haben etwas mit Verlangsamung, mit Zuh&ouml;ren und Lauschen zu tun. <br />Passt mein Urteil mit meiner Wahrnehmung zusammen? <br />Was ist &uuml;berhaupt meine Wahrnehmung? <br />Wie geschieht sie? <br />Inwiefern ver&auml;ndert sie sich durch meine Bewertung?<br />Atme ich lieber ein oder aus? <br />Wenn ich meinen Atem verfolge, liegt meine Betonung auf dem Ein-,  oder Ausatem?<br />...<br /><br />Oft messen wir dem Einatmen eine h&ouml;here Bedeutung bei. Abgeben scheint schwerer. Aufl&ouml;sen kann be&auml;ngstigend wirken, Sterben ist bedrohlich. Die Erkenntnis, dass wir leider nicht in der Lage sind, uns &bdquo;aus eigener Kraft&ldquo; am Leben zu erhalten, mag zun&auml;chst schmerzlich sein. Sp&auml;ter irgendwann, bedeutet sie eine gro&szlig;e Erleichterung. Wir m&uuml;ssen nicht mehr krampfhaft nach Form und Leben Ausschau halten. <br />Wir k&ouml;nnen einfach verschwinden, uns ausleihen an die Gro&szlig;e Weite. Bis zum n&auml;chsten Einatem. <br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/1.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/2.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/3.jpg" width="480" height="360" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Auf ein Neues &#x21;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-01-08T20:00:24+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/4e3a05f4850b5949cd5dc10634822205-36.html#unique-entry-id-36</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/4e3a05f4850b5949cd5dc10634822205-36.html#unique-entry-id-36</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen einer leisen Neujahresfeier haben wir uns auch, wie immer, an unser vergangenes Sanghajahr erinnert - als Anerkennung, Ermutigung und Abschluss. <br />Es ist gut, dass manches selbstverst&auml;ndlich ist. Es ist gut, dass wir nicht w&ouml;chentlich dar&uuml;ber nachdenken, ob wir uns zum Zazen treffen sollen oder nicht. Wenn Donnerstag ist, sitzen wir. Wenn Freitag ist, sitzen wir. Wenn Sanghatag ist, sitzen wir mit - so oft als m&ouml;glich. <br />Es ist aber auch hilfreich, gelegentlich die eigene Anstrengung zu w&uuml;rdigen, sich zum Beispiel auch an kalten und st&uuml;rmischen Wintertagen nochmals auf die Reise zu begeben oder nach einem anstrengenden Arbeitstag. <br />Auch das letzte Jahr war gepr&auml;gt von einer konstanten Teilnehmerzahl sowohl an unseren beiden w&ouml;chentlichen Terminen als auch an den insgesamt zehn Sanghatagen. Wir haben uns unterhalten &uuml;ber &bdquo;Alter,Krankheit, Tod&ldquo;, &uuml;ber Ryokan, &uuml;ber Dogens Kapitel &bdquo;Gabyo&ldquo; und, zu Rohatsu, &bdquo;Fukanzazengi&ldquo;. Wir haben &uuml;ber &bdquo;Verwandlung&ldquo; im Rahmen des Fr&uuml;hlings-Sesshin gesprochen und begonnen, uns ab Herbst mit dem Satipatthana-Sutra zu besch&auml;ftigen. <br /><br />Kazuaki Tanahashi Sensei kam uns, wie schon seit vielen Jahren, zwei Mal f&uuml;r jeweils eine Woche besuchen. Im August konnten wir eine Woche lang Alan Senauke Sensei hier begr&uuml;&szlig;en, der unter anderem die vielen Gelegenheiten zum Austausch mit der Sangha sehr genossen hat. <br />Um Buddhas Geburtstag herum erhielten wir Besuch von Doko Wask&ouml;nig Roshi, die, ausgehend von Dogens ber&uuml;hmter Passage im Genjokoan &bdquo;Das Selbst studieren ist das Selbst vergessen&ldquo; einen sehr sch&ouml;nen Vortrag hielt.<br />Wir hatten eine denkw&uuml;rdige Gartenaktion im Johanniskloster und alle haben tatkr&auml;ftig den Umzug in unsere neuen R&auml;ume beschleunigt. Viele haben uns bei der Bewirtung unserer G&auml;ste unterst&uuml;tzt. Wir haben unsere Rezitation erweitert, das Heft weiter verbessert und Oryoki im Zendo ge&uuml;bt.<br />Als Sangha haben wir uns vergr&ouml;&szlig;ert! <br />Wir haben uns um Freundlichkeit einander gegen&uuml;ber bem&uuml;ht und voneinander gelernt. Wir sind wieder ein wenig mehr zusammengewachsen. Das ist nur m&ouml;glich, weil jeder von uns seine Arbeit tut. <br />Auf dem Kissen, im Zendo und weit dar&uuml;ber hinaus. Das ist Gemeinschaft. Das ist Sangha. Das ist unser Juwel.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1020631" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020631.jpg" width="480" height="275" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Neujahr</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2012-01-01T12:32:24+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/20c0fdb440f2e263c6300a6e988e2464-35.html#unique-entry-id-35</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/20c0fdb440f2e263c6300a6e988e2464-35.html#unique-entry-id-35</guid><content:encoded><![CDATA[Wieder ist ein Jahr vergangen und abermals hat uns das gemeinsame Band des Dharmas durch sch&ouml;ne und traurige Augenblicke verbunden und begleitet.&nbsp;<br />Wir danken allen, die mit uns den Raum zum Zazen geteilt haben, allen, die unsere Sangha unterst&uuml;tzt haben, allen, die diese Seiten besucht haben - bekannt und unbekannt, f&uuml;r Euer Kommen, Euren Beistand und Euer Interesse.<br />Hoffen wir, dass wir weiterhin zusammen &uuml;ben d&uuml;rfen. Hoffen wir, gesund zu bleiben - &nbsp;in der &Uuml;bung und zu Diensten!<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="WWS 2012" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/wws-2012.jpg" width="480" height="577" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Shikantaza</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-12-18T20:09:18+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/d5e4a38087bb78ddf3943068ef26d546-34.html#unique-entry-id-34</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/d5e4a38087bb78ddf3943068ef26d546-34.html#unique-entry-id-34</guid><content:encoded><![CDATA[W&auml;hrend des diesj&auml;hrigen Rohatsu-Sesshins haben wir uns mit Dogens Fukanzazengi etwas n&auml;her besch&auml;ftigt. Dieses relativ zug&auml;ngliche Kapitel Dogens befasst sich mit den Grundz&uuml;gen unserer &Uuml;bung. Im Mittelpunkt steht: Zazen. <br />Zazen, das bedeutet auch: nichts extra. Einfach hinsetzen. Unsere Arbeit tun. Zazen, das ist: &bdquo;Ja!&ldquo; und es ist: &bdquo;Punkt!&ldquo;. Zazen ist vollkommen genug, wir brauchen weder zu hinterfragen, noch zu vergleichen. Es gibt kein Geheimnis. Wenn wir unserer inneren Stimme direkt zuh&ouml;ren, direkt, selbst ohne den willentlichen Versuch, ihr zuzuh&ouml;ren, befinden wir uns bereits mitten auf dem Weg. Das ist die Stimme Buddhas. <br /><br /><em>Daher: h&ouml;re auf damit, Worte zu studieren und Schriften zu folgen. &Uuml;be Dich im R&uuml;ckzug, wende das Licht nach innen und beleuchte das Selbst.<br />Dogen</em><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030440" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030440.jpg" width="480" height="413" /><br /><br />Rohatsu-Sesshin bedeutet auch, mit vielen, bekannt oder unbekannt, gemeinsam zu sitzen, durch alle Zeitzonen hindurch. Mitten auf dem einen Weg. <br /><br />Sesshin, bedeutet &bdquo;Herz und Geist zusammentragen&ldquo;, zusammenbringen.<br />Es hat etwas Besonderes und Einzigartiges, sich in diesen Tagen nur der &Uuml;bung zu widmen. <br />Obschon die Bedeutung von Sesshin manchmal &uuml;bersch&auml;tzt wird und das alleinige Besuchen von Sesshins ohne t&auml;gliche &Uuml;bung nicht das ist, wovon Dogen, zum Beispiel in &bdquo;Gyoji- fortw&auml;hrende &Uuml;bung&ldquo; sprach - ein Sesshin bildet die Verdichtung unserer &Uuml;bung auf eine Weise, wie es kein noch so regelm&auml;&szlig;iges Sitzen vermag. <br />W&auml;hrend eines Sesshin wird ein Mikrokosmos geschaffen, der es mir erlaubt, meine gesamte Energie auf mein Kissen zu konzentrieren. Indem wir alles andere beiseite legen, indem eine Struktur uns h&auml;lt, die einen gesch&uuml;tzen Raum garantiert, k&ouml;nnen wir uns vollkommen, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, der wichtigste Sache der Welt widmen. <br />Wir k&ouml;nnen hier sein. Wir haben Zeit. Jetzt. Wir k&ouml;nnen ankommen und sehen, wie gut es ist. Wie heimisch sich das anf&uuml;hlt und wie nat&uuml;rlich und gesund. Das macht diese Tage des Jahres so einzigartig.<br /><br /><em>Das Zazen, von dem ich spreche, ist keine Meditationstechnik. <br />Es ist ganz einfach das Dharma-Tor der gro&szlig;en Leichtigkeit und Freude. Es ist die &Uuml;bung-Erleuchtung des vollkommenen Erwachens. Im Zazen wird das Wesentliche verwirklicht, frei von Verstrickungen und Gefangensein. <br />Wenn Du dies erf&auml;hrst, so bist Du wie ein schwimmender Drache oder ein Tiger in den Bergen.<br /></em><br /><img class="imageStyle" alt="P1030434" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030434.jpg" width="480" height="413" /><br /><br />Das Tor zu Leichtigkeit und Freude macht es uns allerdings nicht immer leicht! Schmerzen, k&ouml;rperliche und seelische k&ouml;nnen hervorkommen. Es ist aber nicht so, dass sie aus dem Nichts hervortreten. Sie sind immer schon vorhanden und viele von uns tragen schwer daran. Was im Sesshin passiert, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was wir sonst in unserem Leben mit uns tragen. Wir k&ouml;nnen nur nicht aus. Das macht vielen Angst. Aber es ist eine Illusion, dass wir au&szlig;erhalb des Zendos wirklich fliehen k&ouml;nnen! Wir tragen schwer an der Last, die wir zu verbergen versuchen. Letztendlich ist das nicht m&ouml;glich und auch deswegen sagen wir im Zen: es gibt keine Geheimnisse. Indem wir ans Licht tragen, was ohnehin bereits darauf wartet, beleuchtet zu werden, tun wir einen guten Dienst, verabreichen wir uns eine gute Medizin. In diesem Sinne sind wir uns Arzt und Patient zugleich und genau darum geht es: uns selbst zu geben, was n&ouml;tig ist. Uns zu nehmen, was unn&ouml;tig und oft genug auch sch&auml;dlich ist.<br />Wollen wir frei werden, m&uuml;ssen wir durch das gro&szlig;e Tor. Es steht weit offen, hindurchgehen m&uuml;ssen wir schon selbst.<br /><br />Diese einfache, schlichte &Uuml;bung besteht darin, gegenw&auml;rtig zu sein, radikal gegenw&auml;rtig. Leer. Voll mit allem.<br />Ohne willentliche Wahrnehmung, ohne verschobene Wahrnehmung, ohne nicht-willentliche Wahrnehmung, ohne Vernichten der Wahrnehmung - einfach sitzen, aushalten und die T&uuml;ren sich langsam &ouml;ffnen lassen. <br /><br />Nichts zur&uuml;ckhalten. Nicht zur&uuml;ckhalten. Nicht versuchen, etwas davon zu bekommen, nicht versuchen, nichts zu bekommen. Nicht zur&uuml;ckhalten vom gegenw&auml;rtigen Augenblick inklusive aller unserer herumschwirrender Gedanken, nicht zur&uuml;ckhalten vor der Ganzheit der gegenw&auml;rtigen Erfahrung - ob sie gut ist oder schlecht, angenehm oder unangenehm oder keines von alledem. Das ist das Herz unserer &Uuml;bung - zumindest in der Tradition Dogens. <br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030450" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030450.jpg" width="480" height="413" /><br /><br />Da der Sesshin eine so einfache und klare Form hat, da so vieles vorgegeben ist und uns die meisten der herk&ouml;mmlichen Verantwortungen abgenommen wurde, bekommen wir die Gelegenheit, unser Leben klarer zu sehen, zu erden, neu auszurichten.<br />Sich in den Fluss entspannen. Die Zeit verschwinden lassen, den Signalen folgen. Lauschen. Sp&uuml;ren, wie einfach das Leben sein kann. Wie tief zufrieden wir sein k&ouml;nnen. Merken, wer wir sind, was uns ausmacht. Wie wir sein und wie wir leben m&ouml;chten.<br />Deswegen ist Sesshin so wichtig. Nicht als Flucht, sondern als Grundlage f&uuml;r unser gesamtes Leben, Alltagsleben. In diesem sind wir vollkommen gleich.<br />Gleichzeitig werden in der Stille, in dem f&uuml;r alle gleichen Ablauf, die Unterschiede zwischen uns noch deutlicher als sonst.<br /><br />Nichts Tun. F&uuml;r ein paar wenige Tage im Jahr einfach nicht Tun. Nur sitzen und sein. Nichts von mir selbst zur&uuml;ckhalten. Schauen und sehen. Leichtigkeit und Freude kommen von selbst, so wie wir Bergtigern und schwimmenden Drachen meist ganz zuf&auml;llig begegnen.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020957 20-11-15" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020957-20-11-15.jpg" width="480" height="413" />]]></content:encoded></item><item><title>Mond im Westen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-11-28T22:03:28+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/406e7efeb889c66ab273940e59f02239-33.html#unique-entry-id-33</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/406e7efeb889c66ab273940e59f02239-33.html#unique-entry-id-33</guid><content:encoded><![CDATA[So leise wie m&ouml;glich verlassen wir das kleine Haus mit den tiefblauen Stufen. Drau&szlig;en weht ein frischer Wind, es riecht nach Regen. Ich bekomme ein wenig Heimweh. Vorbei an Persimonenb&auml;umen, Passionsfr&uuml;chten und hohen Zedern gehen wir schnellen Schrittes die noch im Halbdunkel liegenden Stra&szlig;en entlang. In der Ferne h&ouml;rt man das rhythmische Tuten des Fernzuges nach Vancouver. Auf der breiten Einfallstrasse kommt uns ein alter Mann entgegen. Auf seinem R&uuml;cken t&uuml;rmen sich riesige Berge, in denen gesammelte Plastikflaschen stecken, die er in den letzten Stunden aus den M&uuml;lltonnen geholt hat. Ein wenig Recycling f&uuml;r ein warmes Essen. Alltag in Berkeley, der sympathischen Studentenstadt auf der anderen Wasserseite von San Francisco. <br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030420" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030420.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020774" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020774.jpg" width="480" height="324" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020924" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020924.jpg" width="480" height="324" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020925" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020925.jpg" width="480" height="324" /><br /><br />Ein unscheinbares Tor mit dem gerade noch erkennbaren Hinweisschild in einer von hohen B&auml;umen ges&auml;umten Wohngegend - mehr ist es nicht, das auf dieses 1967 von Shunryu Suzuki Roshi gegr&uuml;ndete Zen Center hinweist. Pr&auml;gnant, doch leise klingen die Takkus durch die &uuml;berwiegend noch dunklen alten H&auml;user und ihre &uuml;ppigen G&auml;rten. Gerade noch kann ich die Umrisse einer Jizo-Figur an einer Steinbank erkennen. Pl&ouml;tzlich geht im Raum dar&uuml;ber das Licht an und wirft im hohen Bogen einen Strahl wie eine Br&uuml;cke zwischen beiden Geb&auml;uden auf die Efeu-umrankte Hauswand. Bald darauf wird das Zendo ge&ouml;ffnet. Wir betreten den sch&ouml;nen Raum mit seinen warmen Holzt&ouml;nen und schwingen uns auf die Tan. Nach und nach kommen die anderen, bis der Raum mit zehn bis f&uuml;nfzehn Menschen gef&uuml;llt ist. Teilweise leben sie in den Wohnungen des Zentrums, teilweise kommen sie aus der Umgebung. Allen ist gemeinsam, dass sie nach Ende des Zazens, das von einer kurzen Einheit Samu abgel&ouml;st wird, ihrem Broterwerb nachgehen werden. Einige von ihnen sind bereits seit &uuml;ber drei&szlig;ig Jahren aktiv dabei. Der erste Gong. Langsam versinken die Ger&auml;usche der aufwachenden Stadt in der sich ausbreitenden Stille.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020912" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020912.jpg" width="480" height="413" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020911" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020911.jpg" width="480" height="413" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020918" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020918.jpg" width="480" height="324" /><br />An diesem Sonntagabend ist der Gemeinschaftsraum des Zen Centers gut gef&uuml;llt. Alan Senauke berichtet &uuml;ber seine k&uuml;rzliche Reise nach Indien und insbesondere &uuml;ber seinen Abstecher nach Burma. Alan hatte Burma zuletzt 2009 besucht und zeigte sich angenehm &uuml;berrascht &uuml;ber den vormals eher verlassen wirkenden Flughafen, der jetzt deutlich belebter wirkte, die verbesserten Stra&szlig;enverh&auml;ltnisse, Renovierungsarbeiten an Geb&auml;uden und die gr&ouml;&szlig;ere Auswahl an Waren. <br />Alan hat sich mit vielen Menschen unterhalten k&ouml;nnen: ehemaligen Gefangenen, M&ouml;nchen, Politikern, Sozial- und Friedensarbeitern. Alle hatten den gleichen Eindruck: im Moment herrscht eine Klimaver&auml;nderung, die lange auf sich warten lie&szlig;. Vorsichtiger Optimismus scheint angebracht zu sein in einem Land, das die letzten Jahrzehnte unter dem strikten Joch einer Milit&auml;rjunta verbracht hat. Nat&uuml;rlich ist Skepsis geboten, zu frisch sind die Gewalttaten der vergangenen Jahre im Ged&auml;chtnis der Menschen, insbesondere die gewaltsame Beendigung der &bdquo;Saffranrevolution&ldquo;, bei der viele M&ouml;nche get&ouml;tet wurden. Immer noch ist von &uuml;ber 2000 politischen Gefangenen die Rede, immer noch gibt es kriegerische Auseinandersetzungen in Grenzgebieten, zum Beispiel im Norden.<br />Burma, dieses zutiefst buddhistische Land, findet sich im Zuge der zunehmenden &Ouml;ffnung seiner M&auml;rkte zwischen den beiden Gro&szlig;m&auml;chten China und Indien. So ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass President Obama Anfang November von &bdquo;hoffnungsvollem Flackern an Fortschritt&ldquo; spricht und demn&auml;chst seine Au&szlig;enministerin nach Burma entsenden wird, was die letzten 50 Jahre nicht vorgekommen ist. Ein Treffen mit Aung San Suu Kyi, der charismatischen Oppositionsf&uuml;hrerin und Friedensnobelpreistr&auml;gerin von 1991, ist geplant. Zum Abschluss zeigt uns Alan Bilder von Fischern auf dem von hohen Bergen umgebenen Inle-See im Morgengrauen. <br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030410" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030410.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020880" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020880.jpg" width="480" height="324" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="PB240247" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/pb240247.jpg" width="480" height="364" /><br /><br />Montagmorgen an der U-Bahn Station in Berkeley. Noch sind alle Parkpl&auml;tze leer. Am Fahrkartenschalter bettelt jemand um Essen. Es riecht nach Putzmittel, frischem Kaffee und Urin. Wenig sp&auml;ter empf&auml;ngt uns die Stadtmitte mit ihrem gerade beginnenden Berufsverkehr. Wir gehen die breiten Stra&szlig;en Richtung Westen, vorbei an glitzernden Hochhausfassaden, vor deren vergitterten Eing&auml;ngen Menschen, die niemals in diese Hallen vorgelassen werden, ihr mageres Konto er&ouml;ffnet haben: einige Plastikt&uuml;ten, ein paar alte Decken, bemalte Pappe und Zeitungen, ein l&ouml;chriger Eimer. Jemand liegt mitten auf dem B&uuml;rgersteig, ohne Unterlage oder Zudecke. Zwei Schritte weiter bildet sich eine Busschlange. Die Menschen reihen sich ein, telefonieren oder lesen Zeitung. Ein kleiner Junge h&uuml;pft &uuml;ber den  schlafenden K&ouml;rper.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030421" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030421.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020868" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020868.jpg" width="480" height="324" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030336" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030336.jpg" width="480" height="364" /><br /><br />Den Geruch der Extreme noch im Nacken betreten wir die weitl&auml;ufige Halle der Page Street. Durch den S&auml;ulengang stiebt Fr&uuml;hlingsgr&uuml;n vom &uuml;ppigen Innenhof auf die alten Dielen. Aus der Dunkelheit des langen Ganges l&ouml;st sich ein Schatten. Zenkei Blanche Hartman Roshi kommt auf uns zu. L&auml;chelnd verbeugen wir uns.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020896" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020896.jpg" width="480" height="480" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020892" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020892.jpg" width="480" height="324" /><br /><br />Sp&auml;ter werden wir bei Ingwertee ein langes Gespr&auml;ch f&uuml;hren, in jenem Raum, in dem bereits Shunryu Suzuki sa&szlig;. Ihr Leben, ihre &Uuml;bung, ihr Verm&auml;chtnis. Staunend betrachte ich diese H&auml;nde und ihre Gestalt, welche 45 Jahre intensiver &Uuml;bung haben leicht werden lassen. &bdquo;Oh, my arthritis&ldquo;, sagt sie, l&auml;chelt am&uuml;siert und kommt auf die Jahre zu sprechen, in der sie &Auml;btissin des Zen Centers war - als erste Frau in dieser Position. Gemeinsam gehen wir, an Suzukis Bild vorbei, zur&uuml;ck in den Eingang. Wir verbeugen uns. Danach eine Umarmung, die mich zu Tr&auml;nen r&uuml;hrt. Jahre sp&auml;ter finden wir uns auf den Eingangsstufen wieder. Die sch&ouml;ne Holzt&uuml;re hat sie fest hinter sich zugezogen. Kein Laut dringt nach au&szlig;en.<br />Im kleinen Vorgarten wetteifern Ahornb&auml;ume in Rot. Strahlend leuchten sie uns den Weg hinunter zum Wasser.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020895" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020895.jpg" width="480" height="324" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="Blanche2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/blanche2.jpg" width="480" height="305" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020767" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020767.jpg" width="480" height="324" /><br /><br />Gassho,<br />Juen<span style="font-size:14px; "><br /></span>]]></content:encoded></item><item><title>Wolke oder Wasser?</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-11-14T21:17:06+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5345e65a7ecf8219d2d415ba4911f45f-32.html#unique-entry-id-32</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5345e65a7ecf8219d2d415ba4911f45f-32.html#unique-entry-id-32</guid><content:encoded><![CDATA[Am letzten Sanghatag haben wir uns noch einmal mit dem ersten Abschnitt des Satipatthana-Sutras besch&auml;ftigt, welches die besondere Achtsamkeit gegen&uuml;ber dem K&ouml;rper betont.<br />Jede Meditation in allen Traditionen beginnt mit dem K&ouml;rper. W&auml;hrend uns zum Beispiel unsere Wahrnehmung sagt &bdquo;was ich bin&ldquo;, unser Gef&uuml;hle sagen &bdquo;wie ich bin&ldquo;, gibt uns unser K&ouml;rper dar&uuml;ber Aufschluss &bdquo;wo ich bin&ldquo;. Die Betonung des K&ouml;rpers als erstem Ausgangspunkt aller meditativen &Uuml;bungsformen liegt auch darin begr&uuml;ndet, dass unsere K&ouml;rper sich immer im gegenw&auml;rtigen Augenblick befinden. Ohne zumindest eine gewisse Pr&auml;senz ihm gegen&uuml;ber, seinem Innenleben, seinem Verh&auml;ltnis zum Raum und der Au&szlig;enwelt insgesamt, seinem Wandel, wird unser Zazen, wird unser Bewusstsein, nicht wirklich leicht und frei werden k&ouml;nnen.<br />Im Satipatthana-Sutra beschreibt der Buddha zun&auml;chst die Konzentration auf den Atem und seine Dauer - ist er lang oder kurz? Hierzu benutzt er das Gleichnis vom Drechsler, der genau wei&szlig;, wann er eine kurze oder lange Drehung macht. Wenn wir dem Atem folgen, sind wir entspannt, sorglos. Getragen von unserem Atem k&ouml;nnen wir immer wieder zur&uuml;ckkehren und mit dem Leben, dem des jetzigen Momentes, erneut in Ber&uuml;hrung kommen. Der Atem ist das Bindeglied zwischen K&ouml;rper und Gedanken. Diese fragile und doch so best&auml;ndige S&auml;ule vermag, was zahllose Therapeuten, B&uuml;cher und manchmal sogar die Musik nur m&uuml;hevoll schaffen: uns auf einfache, schlichte und vor allem schnelle Art und Weise zu harmonisieren. Komplett. Eins mit dem Atem. Eins mit dem K&ouml;rper. Eins.<br />Diese Einheit bildet eine Grundvoraussetzung f&uuml;r das, was der Buddha in den n&auml;chsten Schritten beschreibt: Kontakt zur Au&szlig;enwelt. Hier angef&uuml;hrt durch Achtsamkeit im Bezug auf die K&ouml;rperhaltungen, unser Tun, unsere einzelnen K&ouml;rperteile. <br />Im vorletzten Teil wird dies in Form der Elemente in Beziehung zum Universum gesetzt: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Bewusstsein. Wo in meinem K&ouml;rper sp&uuml;re ich Festigkeit? Was in mir hat keine Form? Wo liegen die Energiezentren? Was in mir befindet sich in st&auml;ndiger Bewegung? Und die Frage aller Fragen - ob fest oder fl&uuml;ssig, ob bewegt oder unbewegt: wer bin ich?<br /><br /><em>Der Gouverneur fragte den Zen-Lehrer Yakusan Igen: &bdquo;Was ist der Weg?&ldquo;<br />Yakusan deutete nach oben. Dann deutete er nach unten.<br />Der Gouverneur sagte: &bdquo;Ich verstehe nicht&ldquo;.<br />Yakusan sagte: &bdquo;Wolken im Himmel, Wasser in einem Glas.&ldquo;<br />Der Gouverneur verbeugte sich tief.</em><br /><br />Gassho, Juen<br />]]></content:encoded></item><item><title>Vom Gl&#xfc;ck der Namenlosen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-11-14T21:06:41+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/2a99e3e4d56b4f42332a4fc69fb6640b-31.html#unique-entry-id-31</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/2a99e3e4d56b4f42332a4fc69fb6640b-31.html#unique-entry-id-31</guid><content:encoded><![CDATA[Schon oft haben wir uns in der Sangha &uuml;ber den Grund unterhalten, warum wir zusammenkommen, warum wir &uuml;ben. Es ist gut, sich ab und an diese Frage zu stellen. Gr&uuml;nde &auml;ndern sich. Warum ich heute noch dabei bin, mag ganz andere Gr&uuml;nde haben, als die, wegen derer ich mich damals auf die Suche begeben habe. Wie lauteten diese damals, wie heute?<br /><br />Erf&uuml;llt mein Sitzen, allein und in Gemeinschaft, noch meine aktuellen Beweggr&uuml;nde und wenn nicht, warum? <br />Macht mich meine &Uuml;bung gl&uuml;cklich? Nat&uuml;rlich nicht. Zu zerstreut, zu steif, zu schmerzhaft, zu selten, zu unauff&auml;llig, zu schwer, zu laut, zu langweilig.<br />Machen mich meine Dharma-Schwestern und Br&uuml;der gl&uuml;cklich? Naja. W&auml;re ich lieber in einer anderen Sangha, an einem anderen Ort? Mit vielen Mit&uuml;benden, einem gro&szlig;en Zendo, neunzig Leuten f&uuml;r Rohatsu?<br /><br />Und doch und doch. Vom Gl&uuml;ck der Stille. Vom Gl&uuml;ck des allw&ouml;chentlichen Wiedersehens zum Zazen. Vom Gl&uuml;ck, unser aller F&uuml;&szlig;e zu kennen. Vom Gl&uuml;ck eines windstillen Abends im Herbst. Vom Gl&uuml;ck einer schmerzfreien Viertelstunde Zazen. Vom Gl&uuml;ck, auf mich selbst zu treffen. Vom Gl&uuml;ck als der Erfahrung eines Zustandes, welcher immer dann eintritt, wenn ich vergesse habe, wer das ist, der ihn erf&auml;hrt, wie dies jetzt hei&szlig;t und wer wen gl&uuml;cklich machen soll. <br />Auch deswegen &uuml;ben wir.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1020736" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020736.jpg" width="480" height="363" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von der Sein-Zeit in der Neu-Zeit</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-11-06T21:10:28+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/839af8d39f67bc1ea5da535f9e6239c2-30.html#unique-entry-id-30</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/839af8d39f67bc1ea5da535f9e6239c2-30.html#unique-entry-id-30</guid><content:encoded><![CDATA[Wir haben ein weiteres Kapitel aus dem Shobogenzo &uuml;bersetzt: Uji - "Sein-Zeit". Jetzt. Jetzt und noch einmal: jetzt. In diesem Kapitel beschreibt Dogen, dass auch ein halber Augenblick, auch ein halber Kreis, ein runder Kreis, eine vollkommene Bewegung, ein perfekter Augenblick sein kann. Er enthebt uns somit dem Hechten nach der sch&ouml;neren Welt andernorts, bietet uns Unabh&auml;ngigkeit von unseren jeweiligen Umst&auml;nden und entwirft ein sehr modernes Konzept zum Gl&uuml;cklichsein - jetzt. <br />Wo auch immer.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><em>Ein alter Buddha (Yaoshan) sagt:<br /><br />Manchmal auf einem riesig hohen Berggipfel stehen.<br />Manchmal am Grund des tiefsten Meeresgrundes gehen.<br />Manchmal drei K&ouml;pfe und acht Arme sein,<br />Manchmal acht oder sechzehn Fu&szlig; sein.<br />Manchmal Stab und Wedel sein,<br />Manchmal Pfeiler oder Laterne sein.<br />Manchmal Maier und Schmidt sein.<br />Manchmal gro&szlig;e Erde und leerer Himmel sein.<br /><br />Dogen, Uji<br /></em><em><br /></em><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1030319" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030319.jpg" width="480" height="363" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Herbstsonne</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-10-30T21:03:30+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/55c955688812833c8e7473aa732093db-29.html#unique-entry-id-29</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/55c955688812833c8e7473aa732093db-29.html#unique-entry-id-29</guid><content:encoded><![CDATA[F&uuml;r etwas &uuml;ber eine Woche besuchte uns wieder Kazuaki Tanahashi Sensei. Wie schon so oft, wurde es eine reiche Zeit, bestehend aus gemeinsamem Zazen, einem harmonischen Kurs in Sankelmark und Begegnungen mit unserer Sangha. Ob inmitten des K&uuml;chenhimmels -&bdquo;ah, German tools&ldquo;- oder fr&uuml;h morgens beim Baika-Lesen in der sch&ouml;nen Bibliothek in Oeversee - seine leise Gegenwart, die sich manchmal so gewaltig &auml;u&szlig;ern kann und manchmal gerade eben noch zu vernehmen ist, wird uns &uuml;ber alle Jahreszeiten hinweg ein leuchtendes Vorbild sein.<br /><br />Gassho, Juen<br /><p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="kaz1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kaz1.jpg" width="358" height="358" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030311" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030311.jpg" width="311" height="408" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030323" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030323.jpg" width="480" height="363" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Sitz still und beweg Dich&#x21;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-10-16T14:54:06+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bb8bfa2a5621a94757a6cce9c9258abe-28.html#unique-entry-id-28</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bb8bfa2a5621a94757a6cce9c9258abe-28.html#unique-entry-id-28</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen des letzten Sanghatages haben wir begonnen, uns mit dem Satipatthana-Sutra zu besch&auml;ftigen, welches die Gegenwart von Achtsamkeit behandelt. Unter den vier Gebieten, auf denen wir Achtsamkeit &uuml;ben k&ouml;nnen, findet als erstes die Achtsamkeit um den eigenen K&ouml;rper Erw&auml;hnung.<br /><br />Woher wissen wir, dass da ein K&ouml;rper sitzt, der atmet? Wo empfinde ich im jeweiligen Augenblick W&auml;rme, K&auml;lte, Ber&uuml;hrung, Druck? Welche Teile meines K&ouml;rpers befinden sich in Bewegung? <br />Kann ich beim Essen die Achtsamkeit beim Duft der Speisen, bei ihrem Anblick, beim Kauen, bei der sich ver&auml;ndernden Beschaffenheit des Speisebreis halten? Kann ich meine Nahrung, auch im Bezug auf die Wahl meiner Kost und ihr Volumen, als Unterst&uuml;tzung f&uuml;r das betrachten, was mir in meinem Leben am Wichtigsten ist? Kann ich genie&szlig;en, mit allen Sinnen und dennoch nicht mehr nehmen, als gesund f&uuml;r mich ist?<br /><br />Jede Form der Meditation beginnt mit dem K&ouml;rper. Ihn in all seinen Funktionen und Wahrnehmungen als solchen beobachtend zu begleiten, ist f&uuml;r junge Anf&auml;nger wie f&uuml;r etwas Erfahrenere eine gute &Uuml;bung.<br /><br />Immer wieder begegnen wir, gerade auch beim l&auml;ngeren Sitzen wie an den Sanghatagen, k&ouml;rperlichen Schmerzen. Wie wir hiermit umgehe lernen, kann uns auch in anderen Bereichen helfen:<br /><br /><em>... die meisten Arten von k&ouml;rperlichen Schmerzen, mit denen wir es bei der Meditation zu tun haben, stellen keine Hinweise auf eine k&ouml;rperliche Ursache dar. Sie sind vielmehr schmerzhafte Darstellungsformen unseres emotionalen, psychischen und spirituellen Fehlverhaltens. ... Es sind jene Bereiche des K&ouml;rpers, die sich in schmerzhaften Situationen immer wieder verkrampft haben, um uns vor den unvermeidlichen Schwierigkeiten im Leben zu sch&uuml;tzen... Wenn uns lange aufgebaute Muskelverspannungen bewusst werden, k&ouml;nnen wir auch Gef&uuml;hle, Erinnerungen oder Bilder entdecken, die mit den jeweiligen verkrampften Bereichen zu tun haben.<br /><br />Jack Kornfield, &ldquo;A Path With Heart&ldquo;</em><br /><br />Bedeutet dies, dass wir nach einigen Jahren bis Jahrzehnten schmerzfrei sitzen k&ouml;nnen (m&uuml;ssten)? <br />Die meisten werden feststellen, dass dem nicht so ist. Haben wir etwas Wesentliches verpasst oder gar falsch gemacht, wenn wir &bdquo;immer noch&ldquo; mit Schmerzen beim Sitzen zu k&auml;mpfen haben?<br /><br />Sicherlich entspricht es der Erfahrung der meisten, dass sich im Laufe regelm&auml;&szlig;iger Praxis muskul&auml;re Spannungen l&ouml;sen. Wir halten aus w&auml;hrend unseres stillen Sitzens und schon allein dadurch tritt eine gewisse muskul&auml;re Entspannung ein, einfach durch eine kontinuierliche &bdquo;Druckaus&uuml;bung&ldquo; in Form von Aufmerksamkeit. <br />Ferner reisen wir gerade in den ersten Jahren h&auml;ufig zur&uuml;ck. Erinnerungen jeder Art, die nicht immer nur traumatisch sein m&uuml;ssen, kommen an die Oberfl&auml;che. Sie m&ouml;chten angeschaut und anerkannt werden und legen sich danach entspannt zur&uuml;ck, weil wir sie in den Kreis der Achtsamkeit aufgenommen haben. <br />So scheinbar m&uuml;helos und entspannt es aussieht: beim Zazen werden zahlreiche Muskeln be&uuml;bt, insbesondere im Unterbauch und in der Lendenwirbels&auml;ule. Durch gute Atmung k&ouml;nnen wir lernen, diesen Bereich wechselweise anzuspannen und zu entspannen, was letztendlich zu einer Kr&auml;ftigung der Muskulatur, zu besserer Haltung und einem freierem Fluss von Energien f&uuml;hren wird.<br /><br /><em>et incarnatus est... </em><br />Es ist nicht einfach, als Mensch zu leben: im Einklang mit unserer Umwelt und unserem K&ouml;rper. <br />Reines Sitzen birgt die Gefahr, sich darin zu verlieren. K&ouml;rperliche Bewegung kann zu einer verbesserten Wahrnehmung beitragen und dazu f&uuml;hren, dass wir mehr von dem sp&uuml;ren, was in uns vor sich geht und unseren Wunsch nach freiem Austausch zwischen &bdquo;drinnen&ldquo; und &bdquo;drau&szlig;en&ldquo; erheblich f&ouml;rdern. Ein be&uuml;bter Muskel kann leichter auf die wechselnden Anforderungen, die an ihn gestellt werden, antworten. Ab einem gewissen Trainingsgrad werden sich dann auch Anspannungen, die prim&auml;r im Kopf entstanden sind, l&ouml;sen.<br /><br />Wir haben sie nun einmal, diese Form und die F&auml;higkeit der Unterscheidung zwischen &bdquo;hier und dort&ldquo;. <br />Beides zusammenzuf&uuml;gen innerhalb dessen, was wir unser &bdquo;ich&ldquo; nennen, ist keine leichte Aufgabe. Diese Friedensarbeit wird uns umso besser gelingen, je mehr wir ein gutes Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung aufrechterhalten. Nur dann werden wir sie letztlich treffen k&ouml;nnen: die tanzende Steinfrau, den singenden Holzmann - die unsterbliche Person in dieser H&uuml;tte, hier und jetzt.<br /><br />Gassho, Juen]]></content:encoded></item><item><title>Fl&#xfc;chtiges</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-10-04T21:48:59+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/010012cd2250401318d910d5acfc40d7-27.html#unique-entry-id-27</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/010012cd2250401318d910d5acfc40d7-27.html#unique-entry-id-27</guid><content:encoded><![CDATA[Neulich hatten wir eine interessante Diskussion &uuml;ber das, &bdquo;was der Buddha fand&ldquo;. Nat&uuml;rlich wissen wir das nicht. Aber es ist anregend, dar&uuml;ber nachzudenken.<br />Unsere Unterhaltung kreiste um Siddharthas Erwachen aus der Illusion der Best&auml;ndigkeit, des Nicht-Vergehens. Eine der Grundlagen unserer &Uuml;bung stellt die Lehre von der Verg&auml;nglichkeit dar. In dem Text, den wir als Grundlage hatten, wurde das Erkennen der Verg&auml;nglichkeit als ein Zustand bezeichnet, in dem auch der Tod eingeschlossen wird und wir daher &bdquo;blinde Hoffnung&ldquo; (auf Bestand, auf ein Andauern) und Entt&auml;uschungen vermeiden k&ouml;nnen.<br />Es kommt nicht selten vor, dass sich hierbei Protest regt. Denn der als erstrebenswert bezeichnete Zustand kann missverstanden werden als eine Geistesverfassung, in der wir entweder pessimistisch, nihilistisch, fatalistisch oder zumindest &bdquo;kontaktlos&ldquo; durch unser Leben gehen sollen.<br /><br />Im Dhammacakka Sutra, der ersten Dharmarede, die der Buddha hielt, lehrte er unter anderem, dass ein Anhaften im Sein (in der Existenz) genauso ungesund ist wie ein Anhaften im Nicht-Sein. Erstes ist unsere Situation ohnehin, zweites mit etwas Ausdauer erfahrbar. Dennoch, das ist nicht, was wir &uuml;ben.<br /><br /><em>Wenn alle Dinge BuddhaDharma sind, gibt es Verblendung, Erwachen, &Uuml;bung, Leben und Sterben, Buddhas und f&uuml;hlende Wesen. Da die zahllosen Dinge ohne festes Ich sind, gibt es keine Verblendung, keine Erwachen, keinen Buddha, keine f&uuml;hlenden Wesen, kein Leben und Sterben. Der Buddha-Weg reicht seinem Wesen nach weit jenseits von Kargheit und F&uuml;lle; daher gibt es Leben und Sterben, Verblendung und Erwachen, f&uuml;hlende Wesen und Buddhas. Dennoch welken Bl&uuml;tenbl&auml;tter w&auml;hrend unserer Zuneigung und Unkraut sprie&szlig;t in unserer Abneigung.<br /><br />Dogen Zenji, Genjokoan</em><br /><br />Normalerweise fassen wir den ersten Satz so auf, dass es Erwachte (Buddhas) und Unerwachte (f&uuml;hlende Wesen) gibt und der Weg, welcher uns von hier nach dort f&uuml;hrt, unsere &Uuml;bung darstellt. Im zweiten Satz, der uns auch aus dem Herzsutra vertraut ist, folgt die Verneinung - keine Verblendung, kein Erwachen, kein Leben, kein Sterben. H&auml;ufig ist es gerade diese Sichtweise, die seit Nagarajuna im Zen betont wird und welche als ein Zustand der &Uuml;berwindung von zum Beispiel &bdquo;Haben wollen&ldquo;, Anhaften, Wut, Zweifel, etc. bezeichnet wird.<br />Nicht so f&uuml;r Dogen. <br />F&uuml;r ihn bedeutet &Uuml;berwinden, was im dritten Satz beschrieben wird. <br />Wenn wir die Vier Edlen Wahrheiten auf der Grundlage von Prajna sehen - welche die Substanzlosigkeit aller Dinge erkennt, dann ist sowohl Sterben vorhanden wie auch kein Sterben und dennoch leiden wir, wenn Blumen welken.<br />Sind wir traurig, so sind wir einhundert Prozent traurig. Unsere Traurigkeit stellt in diesem Augenblick keinen Gegensatz zu Freude dar. Sind wir traurig, gibt es kein Ende. Wir sind vollkommen traurig.<br />Sind wir gl&uuml;cklich, so sind wir einhundert Prozent gl&uuml;cklich. Unser Gl&uuml;cklichsein stellt dann keinen Gegensatz zu unserer Traurigkeit dar. <br />Wir sind nicht halb und halb.<br /><br />Beides sind in sich geschlossene, absolute, sozusagen perfekte Daseinszust&auml;nde, innerhalb derer Blumen trotz unserer F&uuml;rsorge welken und Unkraut spriesst trotz unserer Abneigung. <br /><em>Das</em> ist der Weg, den wir &uuml;ben.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P8230003_2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p8230003_2.jpg" width="480" height="364" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Geben ist Nehmen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-09-25T21:43:32+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/9739538489ef9be570985867201b205d-26.html#unique-entry-id-26</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/9739538489ef9be570985867201b205d-26.html#unique-entry-id-26</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Niemals<br />werde ich es verkommen lassen<br />mein Leben in Verzicht<br />f&uuml;r den Buddha<br />f&uuml;r das Dharma.</em><br /><br /><em>Ryokan</em><br /><br /><br />Im Rahmen unseres letzten Sanghatages haben wir uns auch mit einem der zahlreichen Gedichte Ryokans besch&auml;ftigt, welches &bdquo;Takuhatsu&ldquo;, den traditionellen Bettelgang japanischer M&ouml;nche, zum Thema hat.<br /><br />F&uuml;r Ryokan bedeutete die t&auml;gliche Runde in seine Umgebung &Uuml;bung und Lebenserhalt zugleich. <br />Die wenigsten von uns werden jemals in der Lage sein, um ihr Essen betteln zu m&uuml;ssen. Die Haltung, mit welcher Ryokan diese f&uuml;r ihn lebensnotwendige Routine aufrechterhielt, kann uns allen jedoch etwas &uuml;ber unsere Einstellung zu Alltagsdingen sagen - einschlie&szlig;lich unseres Arbeitsalltags.<br /><br />Wie wir aus zahlreichen Gedichten und Anekdoten wissen, machte Ryokan keinen Unterschied in der Auswahl seiner potentiellen Unterst&uuml;tzer - &bdquo;ob Sakeladen oder Fischh&auml;ndler, ich besuche sie alle&ldquo;. Mit &bdquo;aufrechtem Blick ehrlicher Augen&ldquo;, ging er seine Bettelrunde, in einer Grundhaltung der Dankbarkeit. Daher gelang es ihm auch, &bdquo;einen Stapel Schwerter&ldquo; zu brechen - indem er weder dem einen hinterher jagte - zum Beispiel der Aussicht auf leckere Kost vor einer bestimmten T&uuml;r - noch das andere vermied, wie Besuche vor H&auml;usern, die sich unten auf der Sozialskala befanden.Trotz Wind und Wetter, mit einer manchmal leeren, manchmal gut gef&uuml;llten Schale, lebte er mit Gleichmut durch alle seine Umst&auml;nde, ohne sich von ihnen &uuml;berw&auml;ltigen zu lassen.<br /><br />Ohne Anhaften, ohne Vermeiden - dem jeweiligen Augenblick gerade und aufrecht gegen&uuml;berzutreten, stellt eine der Grundlagen buddhistischer &Uuml;bung dar. Takuhatsu und Zazen waren f&uuml;r Ryokan das gleiche - &bdquo;nur sitzen&ldquo;.  Ohne Erwartung auf tiefes Erwachen, ohne Vermeiden von Verblendung. Die Stra&szlig;e heruntergehen und dankbar annehmen, was gegeben wird: <br />eine Haltung, mit der Fegefeuer damals wie heute versiegen werden: &bdquo;wacher F&uuml;&szlig;e Schritte l&ouml;schen langsam kochende Hitze&ldquo;. <br /><br />Ryokan gab den Adressaten durch sein Betteln auch die Gelegenheit, selbst zu geben und so ihre Gro&szlig;z&uuml;gigkeit zu beweisen, eine der ersten Tugenden in der buddhistischen Lehre. <br />So wurden alle zu Beschenkten - er selbst durch die Gaben an ihn und die Gebenden durch deren Verwendung zur Erhaltung des Dharmas. <br />Wo w&auml;re ich ohne Dharma? Wie kann ich es bewahren - f&uuml;r mich und andere?<br />Je mehr ich schenke = je weniger ich unterscheide, umso weniger werde ich leiden und umso wohlhabender werde ich sein.<br />Wenn wir derart durch unser Leben gehen - es zumindest versuchen -, wird unsere Schale immer gut gef&uuml;llt sein.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1020669" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020669.jpg" width="480" height="330" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von Yin und Yang und Wort und Klang </title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-09-11T20:57:21+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/a7a08a9bdfef979eb2f1a53ea3780f48-25.html#unique-entry-id-25</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/a7a08a9bdfef979eb2f1a53ea3780f48-25.html#unique-entry-id-25</guid><content:encoded><![CDATA[In dem Augenblick, in dem wir vom Kissen aufstehen, entsteht Klang - wir rascheln, es bewegen sich unsere F&uuml;&szlig;e auf dem Holzboden beim Kinhin in Schleswig, usw. <br /><br />Noch deutlicher wird es, wenn wir uns am Ende &uuml;ber unsere &Uuml;bung austauschen. Dann werden wir angehalten, diese in Worte zu fassen, was nicht leicht ist. Doch ohne Sprache, ohne ein Mitteilen unserer unmittelbaren Erfahrung, wird auch unser Zazen mit der Zeit stumpf werden. <br /><br />Nur das gesprochene Wort schafft Realit&auml;ten. Das, was in unserem Kopf, diesem oft schier undurchdringlichen Dickicht, vorgeht, bleibt so lange vage und auf oft fatale Weise &bdquo;real&ldquo;, da nicht hinterfragt, bis wir den Mut aufbringen, das bisher verborgene anzuschauen oder anschauen zu lassen.<br /><br />Oft k&ouml;nnen wir erst dann sehen, was sich f&uuml;r seltsame Dinge in unserem Oberst&uuml;bchen tummeln - Urteile, Ansichten und Geschichten aller Art, &bdquo;man&ldquo; -S&auml;tze. Das meiste davon stimmt nicht. Es stimmt so lange nicht, wie wir es verbergen oder vermeiden, es anzuschauen. Auch deswegen ist Zen so schlank, so unbequem, so anti-Komfort. <br /><br />Erst das Wort im Raum erm&ouml;glicht uns, dieses und den damit verbundenen Sachverhalt in die Hand zu nehmen und zu beleuchten - das Licht inw&auml;rts zu richten und nach einer Runde Entspannung wieder auszuknipsen wird uns nicht dauerhaft gl&uuml;cklich machen. <br />Erst das allen Betrachtern, inneren und &auml;u&szlig;eren, zur Schau gebrachte Wort kann wieder abgelegt werden. Dazu dient unser Zazen. <br />Es ist eine fortw&auml;hrende zirkul&auml;re Bewegung.<br /><br /><em>Kyosei fragte einen M&ouml;nch: &bdquo;Was ist das da drau&szlig;en?&ldquo;<br />Der M&ouml;nch antwortete: &bdquo;Regentropfen&ldquo;.<br />Kyosei sagte: &bdquo;Die Menschen verdrehen alles. Sie irren dar&uuml;ber, wer sie sind und rennen den Dingen hinterher.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte: &bdquo;Wie steht es mit Euch, Meister?&ldquo;<br />Kyosei antwortete: &bdquo;Ich habe mich beinahe verloren&ldquo;.<br />Der M&ouml;nch antwortete: &bdquo;Wie bitte?&ldquo;<br />Kyosei sagte: &bdquo;Der anf&auml;ngliche Durchbruch mag einfach sein. Nicht aber das, was danach kommt.&ldquo;<br /><br /></em><p style="text-align:right;"><em>Hekiganroku</em><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Vor den Worten jedoch, weit vor ihrer Entstehung und dem Beachten von so komplizierten Dingen wie Grammatik und Kommunikation, ist Klang. Klangmeditation kann uns sehr schnell in den gegenw&auml;rtigen Augenblick zur&uuml;ckbringen. <br />Unser Atem: Klang. Unser K&ouml;rper: Klang. Unsere Umwelt: Klang. <br />Manchmal kann uns selbst ein Husten oder Niesen schneller in die Gegenwart zur&uuml;ckbringen als andere gedankliche Klimmz&uuml;ge. Jeder Musiker weiss: Spielen und Denken gehen nicht zusammen. Der Ton der einen Hand kann nur entstehen, wenn alles in uns Klang wird, schwingt. <br />Unsere Buddha-Natur, unser Wahres Ich, sind nichts anderes.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="flower" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/flower-2.jpg" width="480" height="324" /><img class="imageStyle" alt="fl2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/fl2.jpg" width="480" height="324" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Achtsamkeit - Theorie und Praxis</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-08-28T19:35:06+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/50e9a6d8121afa0d8d835dbf9925254f-24.html#unique-entry-id-24</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/50e9a6d8121afa0d8d835dbf9925254f-24.html#unique-entry-id-24</guid><content:encoded><![CDATA[Alan Senauke kam uns besuchen, nachdem er in Hamburg am &bdquo;Internationalen Achtsamkeitskongress&ldquo; teilgenommen hatte, der buddhistische Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Traditionen, Mediziner, Psychologen, P&auml;dagogen, Neurowissenschaftler und sozial aktive Buddhisten vereinte.<br /><br />&bdquo;Mindfulness&ldquo; ist in den angloamerikanischen L&auml;ndern schon lange ein Begriff, mit dem viele Menschen unabh&auml;ngig ihrer etwaigen spirituellen Praxis etwas verbinden, von einer eigenen Zeitschrift &uuml;ber diverse Kurse, einer Vielzahl von B&uuml;chern zu allen Lebenslagen sowie dem von Jon Kabat-Zinn entwickelten Konzept der MSBR (mindfulness based stress reduction). <br />Letzteres wird auch bei uns immer bekannter, es gibt inzwischen eine gro&szlig;e Anzahl von Kursangeboten und Literatur, in dem aufeinander abgestimmte Aufmerksamkeits&uuml;bungen gelehrt werden. In dem Augenblick, in dem diese wertvolle Arbeit Eingang findet in Kurse f&uuml;r Manager, Schulen, Hilfe f&uuml;r diverse Lebenslagen, Krankenh&auml;user und - in den USA - in Gef&auml;ngnisse und milit&auml;rische Ausbildung, kommt Ethik ins Spiel. <br />Ist Aufmerksamkeit und deren Training an sich bereits &bdquo;richtig&ldquo;? <br />Alan Senauke zitierte S.H., den Dalai Lama, der davon sprach, dass ein Selbstmordattent&auml;ter ebenfalls ein gewisses Ma&szlig; an Aufmerksamkeit aufbringen muss. Er f&uuml;hrte weiter aus, dass Buddhismus sowie alle religi&ouml;sen Traditionen, wie auch Gesellschaften - weltlich oder religi&ouml;s - &uuml;ber ethische Richtlinien verf&uuml;gen - L&uuml;cken und blinde Flecke eingeschlossen. Im Falle des Buddhismus ist es relativ einfach: der Buddhaweg spricht von &bdquo;rechter Achtsamkeit&ldquo; (sammasati), wie wir sie im Achtfachen Pfad, eine der Grundlangen unserer &Uuml;bung, wiederfinden. Dieser wird traditionell in drei Abschnitte gegliedert: Sila/Ethische Grundlangen: Rechte Rede, Rechte Handlung, Rechte Lebensart. <br />Samadhi/Meditation: Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit, Rechte Konzentration/Meditation.<br />Prajna/Weisheit: Rechte Sichtweise, Rechtes Verstehen.<br /><br />Die &Uuml;bung in gespitzter Aufmerksamkeit mit ihrem &Uuml;bergang in die facettenreiche Praxis der Achtsamkeit kann nicht von ihren Grundlagen an ganzheitlich wirkenden Kofaktoren befreit und an sich genommen werden, sonst ist es einfach nur ein relativ eindimensionales &bdquo;Aufpassen.&ldquo;<br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG-20110822-00008" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/img-20110822-00008.jpg" width="480" height="364" /><br /></p><p style="text-align:left;">Alan erz&auml;hlte von seiner jahrzehntelangen Arbeit mit Gef&auml;ngnisinsassen und war sehr ehrlich im Bezug auf seine Schwierigkeiten hiermit: &bdquo;Wenn ich Achtsamkeit lehre - als sehr effektive Art, die Reaktivit&auml;t herabzusetzen - lehre ich dann die Insassen, bessere Gefangene innerhalb eines z.T. unmenschlichen, autorit&auml;ren Systems zu sein oder mache ich bessere Menschen aus ihnen? Lehre ich Unabh&auml;ngigkeit und Mitgef&uuml;hl oder bin ich ein Handlanger ihrer W&auml;rter? In diesen Umst&auml;nden sehe ich mich auch als jemand, der versucht, im Gef&auml;ngnis als einen Ort sozialer Kontrolle und Sammelstelle f&uuml;r jene, die am Rande der Gesellschaft stehen, zu lehren.<br />Wenn sich meine eigene Achtsamkeit auf einer soliden ethischen Grundlage befindet, besteht meine Verantwortung darin, die Wahrheit &uuml;ber das bedr&uuml;ckende amerikanische Rechtssystem zu sagen - und gleichzeitig achtsam zu sein gegen&uuml;ber dem Bed&uuml;rfnis der Gefangenen nach Ruhe und Wahrheit.&ldquo;<br /><br />Die Lehren Buddhas sind nicht nur etwas zum Lesen, Zuh&ouml;ren oder Philosophieren. <br />Sie waren damals wie heute etwas zum &bdquo;Tun&ldquo;, zum Handeln, zum Verk&ouml;rpern. Etwas, das erst durch die eigene Erfahrung lebendig und erst durch eigenes Beispiel sichtbar wird. Unsere Tradition, dieser spirituelle Weg, er kann nur verstanden und erfahren werden, wenn wir uns dabei beteiligen - und zwar mit allem, was uns an Eigenschaften, F&auml;higkeiten und M&ouml;glichkeiten zur Verf&uuml;gung steht. <br />Ob wir es Dhamma/Vinaya - Lehre/&Uuml;bung nennen oder &Uuml;bung/Erwachen - beides geh&ouml;rt zusammen wie Form und Leerheit. <br />Nur durch die gelebte Untrennbarkeit von shoho - der Verschiedenheit und Individualit&auml;t aller Dinge - mit shiso - der wahren Wirklichkeit, die alle Farben vereint, werden wir den Kreis des Weges vollenden. Das ist es, worauf alle Lehrerinnen und Lehrer, damals wie heute, ber&uuml;hmt und unbekannt, nicht m&uuml;de werden hinzuweisen.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="photo" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/photo.jpg" width="480" height="325" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein Zen-Berg zu Besuch an der K&#xfc;ste: Hozan Alan Senauke</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-08-28T19:29:31+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/9e2f2f9e11efb02bd00b2f75fa4a23bd-23.html#unique-entry-id-23</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/9e2f2f9e11efb02bd00b2f75fa4a23bd-23.html#unique-entry-id-23</guid><content:encoded><![CDATA[Ein letzter Blick zur&uuml;ck: Fenster geputzt, Vorgarten geharkt, Essensliste am K&uuml;hlschrank, Fragen im Kopf - wir brausen los, winken erleichtert bei der Arbeitsabzweigung und fahren weiter, immer weiter, bis in die an diesem Montagmorgen sonnige Stadt an der Alster. Dort parken wir vor einem ansehlichen Hotel am Jungfernstieg. Ich gehe in die weitl&auml;ufige Halle, schaue mich um - und halte inne. Etwas ist anders als in den sich oft verloren anf&uuml;hlenden Eingangsbereichen eines Gro&szlig;stadthotels - etwas Weiches, Samtenes liegt im Raum. <br />An einem Tisch unterh&auml;lt sich eine Gruppe tibetanischer M&ouml;nche mit einigen Laien. Daneben beherbergt ein riesigen Ledersessel einen &auml;lteren Herrn mit buschigen Augenbrauen, der sein I-Pad bearbeitet. &bdquo;Oh&ldquo; sagt er zur Begr&uuml;&szlig;ung. &bdquo;Wei&szlig;t Du, seine Heiligkeit ist gerade abgereist.&ldquo; Wir verbeugen uns voreinander, was sich in dieser Umgebung keineswegs seltsam anf&uuml;hlt, und gehen zum Auto. <br />&bdquo;Wo fahren wir eigentlich hin?&ldquo; fragt Alan beil&auml;ufig, w&auml;hrend wir das Gep&auml;ck verstauen. Wir beide schauen uns an und finden keine Antwort.<br /><br />Zuhause angekommen, wird zun&auml;chst einmal alles einer Generalinspektion unterworfen. Nach den Verbeugungen im Zendo - &bdquo;Hmm, guter Raum&ldquo; - und  unserem Bodhi, den der Burmabereiste sachkundig mustert, haben es Alan Senauke besonders unsere Instrumente angetan. Noch vor allem anderen werden Klangton und -Farbe der Doan-Instrumente einer musikalischen Geh&ouml;rprobe unterzogen, wobei sogar die Brille aufgesetzt werden muss, um die jeweilige Herkunft der einzelnen Bestandteile unserer Rezitation zu mustern. Zufrieden widmet er sich danach Zazen-Glocke, Han und dem Rest des Hauses.<br /><br />Es folgten dreieinhalb gef&uuml;llte Tage mit morgendlichem Zazen, Besuchen bei Sangha-Mitgliedern, Erkundungsfahrten in unsere sch&ouml;ne Umgebung, inklusive der Zazen-R&auml;ume in Schleswig sowie zwei Sangha-Abenden in Gettorf. <br />Alan Senauke, Vize-Abt des Berkeley-Zen Centers, dessen Dharma-Name &bdquo;Form&ldquo; und &bdquo;Leere&ldquo; vereint, ist ein traditionsbewusster Lehrer. Viele unserer Gespr&auml;che kreisten um die Herkunft unserer Praxis und deren m&ouml;gliche Integrationswege in den westlichen Lebensraum. Seit &uuml;ber f&uuml;nfundzwanzig Jahren lebt Alan mit seinem Lehrer, Sojun Mel Weitsman Roshi und deren Familien in diesem Zentrum. Mel Weitsman diente lange Jahre als Co-Abt des San Francisco-Zen Centers und gr&uuml;ndete 1967 das Berkeley-Zen Center. <br />Unbenommen dieser alten Form des Miteinanders in der &Uuml;bung und jahrzehntelanger Erfahrung im Dharma: wir konnten mehrfach seine kreative, sowohl praktische als auch sympathisch menschliche Art im Bezug auf die Interpretation von Dharma-Texten oder Zen-Formen zu bestaunen. <br />Genauso wahrt Alan in seiner Musik die Tradition, gibt ihr aber in seiner pers&ouml;nlichen Interpretation eine eigene Note und h&auml;lt sie hiermit lebendig.  <br /><br /><span style="color:#666666;">...Wenn der Weg dem Weg anvertraut wird, erlangen wir den Weg. Wenn wir den Weg erlangen, dann wird der Weg ohne Fehl dem Weg anvertraut.<br />...Wir schenken uns uns selbst und andere den anderen.<br /><br /></span><span style="color:#666666;"><em>Dogen, Bodaisatta Shishobo</em></span><br /><br />In unserer &Uuml;bung werde ich selbst mir selbst geschenkt. Ohne Fehl, was auch bedeutet: mit allen Ecken und Kanten - wettergegerbt, gebraucht, mit einem Sprung versehen, unf&ouml;rmig.<br />So wie weder geben noch empfangen alleine ausreichend sind, ist es auch nicht genug, nur nach innen zu schauen. Schauen und Handeln sind eins  - samana-arthata (pali) - doji (zusammen-arbeiten) bedeutet &bdquo;nicht gegen andere zu sein, im Einklang mit sich und anderen zu leben.&ldquo; Es bedeutet auch: eins zu werden mit der Handlung, die ich gerade ausf&uuml;hre. Das schlie&szlig;t mein Versagen ebenso ein wie die &Uuml;berwindung von Widerst&auml;nden.<br />Die &Uuml;bung besteht darin, wie ich gebe, wie ich schenke und was. Das ist meine Verantwortung als Mensch. Dies steht im Kern unserer Praxis. <br />Wir alle haben es letzte Woche gesehen.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="photo-1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/photo-1.jpg" width="480" height="325" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P2030227" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p2030227.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1020564" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020564.jpg" width="480" height="275" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="Sangha" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/sangha-3.jpg" width="480" height="304" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hungrige Reiskuchen im gemalten Leben</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-07-23T19:39:00+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/4422d4bd893436ee385b9fd50bda9426-22.html#unique-entry-id-22</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/4422d4bd893436ee385b9fd50bda9426-22.html#unique-entry-id-22</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen des letzten Sanghatages haben wir uns, neben einer Oyryoki-Auffrischung, mit Dogens Kapitel &bdquo;Gabyo - gemalte Reiskuchen&ldquo; besch&auml;ftigt.<br />Alan Senauke, der uns kommenden Monat besuchen werden wird, m&ouml;chte unter anderem gerne hier&uuml;ber sprechen und so war dies eine Einf&uuml;hrung in ein Kapitel, in dem sich Dogen unter anderem mit unserer Vorstellungskraft, Imagination und Kreativit&auml;t besch&auml;ftigt.<br /><br /><em>Ein alter Buddha, Meister Kyogen Chikan, sagte: <br />&bdquo;Das Malen eines Reiskuchens s&auml;ttigt keinen Hunger&ldquo;.</em><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="kreis 4" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kreis-4.jpg" width="249" height="249" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Dieser Satz wird Kyogen Chikan (China, ca. 820-898) zugeschrieben und war  zur damaligen Zeit recht bekannt. Kyogen, der durch den Fall f&uuml;nf des Mumonkans vielleicht einigen vertraut ist, war ein bekannter Wissenschaftler. Zusammen mit seinem Dharma-Bruder Isan lernte er unter Hyakujo. Eines Tages konnte Kyogen, der sonst immer sehr wortgewandt gewesen war, auf folgende Frage Isans keine Antwort geben: &bdquo;Was ist Dein wahres Ich - das Ich, welches es gab, bevor Du geboren wurdest, bevor Du Ost von West unterscheiden konntest?&ldquo; <br />Kyogen zermarterte sich den Kopf und schlug alle m&ouml;glichen Antworten vor, die Isan allesamt zur&uuml;ckwies. Schlussendlich gab Kyogen auf und bat Isan, ihm bitte die richtige Antwort mitzuteilen. <br />Isan aber antwortete: &bdquo;Was ich sage, geh&ouml;rt zu meinem eigenen Verst&auml;ndnis. Wie kann es Deinem geistigen Auge n&uuml;tzen?&ldquo;<br />Kyogen vertiefte sich in alle seine B&uuml;cher und Notizen, welche er sich auf seiner Wanderschaft bei den Lehrern aller damals vorhandenen Zen-Schulen gemacht hatte. Nirgendwo war eine Antwort auf diese Frage zu finden. <br />Da sagte er seufzend zu sich selbst: &bdquo;Du kannst einen leeren Magen nicht mit Bildern von Reiskuchen f&uuml;llen&ldquo;. <br />Er packte seine M&ouml;nchsrobe zusammen, verbrannte alle seine B&uuml;cher, verlie&szlig; Isan tieftraurig und heuerte als Friedhofsw&auml;rter an. <br />Als er eines Tages die Wege fegte, traf ein Stein auf einen Bambusstamm. Isan horchte auf, vergass sich f&uuml;r eine Weile, brach dann in schallendes Lachen aus und wurde erleuchtet. Zur&uuml;ck in seiner H&uuml;tte, z&uuml;ndete er R&auml;ucherst&auml;bchen an und dankte Isan von ganzem Herzen - auch daf&uuml;r, ihm damals keine Antwort gegeben zu haben.<br /><br />Dann schrieb er folgenden Vers:<br /><br /><em>Ein Schlag - alles verschwunden<br />Was gibt es noch f&uuml;r mich zu &uuml;ben?<br />Was gibt es noch f&uuml;r mich zu b&auml;ndigen?<br />Alles und jedes bezeugt den Weg der Alten.<br />Ich bewege mich voller Leichtigkeit und versp&uuml;re keinerlei Tr&uuml;bsinn.<br />Wo auch immer ich bin, hinterlasse ich keine Spuren.<br />Erwachen ist jenseits von Form und Klang.<br />All jene, die befreit sind in den zehn Richtungen<br />nennen es das Un&uuml;bertreffliche.</em><br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="kreis 1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kreis-1.jpg" width="249" height="249" /><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Der Satz mit dem Reiskuchen kann so verstanden werden, dass Theorien zwar wichtig und gut sind, aber wenn sie ohne Einfluss auf unsere &Uuml;bung bleiben, keinen wirklichen Wert haben. Das kann f&uuml;r das damals oft ausgiebig praktizierte Rezitieren von Sutren genauso zutreffen wie auf ein besonders starkes (und striktes) Hervorheben der Form, z.B. w&auml;hrend einer buddhistischen Zeremonie, der Zen-Formen insgesamt. <br />Heute w&uuml;rden wir erg&auml;nzen: zu viele B&uuml;cher, zu viele &bdquo;you-tubes&ldquo; &uuml;ber andere Zentren, etc. helfen uns nicht wirklich weiter. Auch in unserem Zen gibt es inzwischen eine &bdquo;Szene&ldquo;, in der wir uns, wie in allen anderen Verb&auml;nden auch, verstecken k&ouml;nnen. <br />Hinzu kommt noch eine gewisse &bdquo;Zen-Sprache&ldquo;, die es erm&ouml;glicht, stundenlang &uuml;ber die Leere allen Seins zu philosophieren ohne dass etwas weitergetragen wird. <br />Das ist eines der typischen Paradoxe im Zen: &bdquo;Still sitzen und nochmals still sitzen&ldquo; sowie: &bdquo;Sag endlich etwas und verleih Deinem Sitzen Ausdruck&ldquo;. <br />Beides ist wichtig, muss ge&uuml;bt werden, zusammenflie&szlig;en, sich gegenseitig bereichern und in kontinuierlichem Austausch miteinander stehen.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="kreis 3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kreis-3.jpg" width="249" height="249" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Dogen w&auml;re nicht Dogen, wenn er nicht den obigen Satz einfach weiter ausf&uuml;hren w&uuml;rde. In Gabyo erl&auml;utert Dogen, dass ein &bdquo;gemalter Reiskuchen&ldquo; sehr wohl unseren Hunger s&auml;ttigen kann. F&uuml;r Dogen gibt es keinen Unterschied zwischen dem Bild des Reiskuchens und dem &bdquo;echten&ldquo; Reiskuchen. Was sich in meinem Kopf befindet, ist genauso real wie das, was wir "Wirklichkeit" nennen. <br /><br /><em>Die Farben, die f&uuml;r Reiskuchen benutzt werden, sind die gleichen wie in der Malerei von Bergen und Fl&uuml;ssen. Um Berge und Fl&uuml;sse zu malen, ben&ouml;tigt man blaugr&uuml;ne und rote Farben. Um Reiskuchen zu malen, ben&ouml;tigt man Reismehl. Daher werden sie auf dieselbe Art gemalt und auf dieselbe Art untersucht.</em><br /><br />Es gibt keine zwei Wirklichkeiten, eine im Kopf und eine in der Welt. <br />Drinnen ist drau&szlig;en und drau&szlig;en ist drinnen. Drinnen ist drinnen und drau&szlig;en ist drau&szlig;en. <br />Das setzt vieles in ein anderes Licht: unsere Wirklichkeit beginnt nicht allein mit unserer Wahrnehmung und schon gar nicht wird sie von au&szlig;en an uns herangetragen. <br />Wir erschaffen sie fortw&auml;hrend - mit unserer Intention, mit unseren Visionen, mit unserem Hunger. <br />Ihre Ausdrucksformen m&ouml;gen noch so unterschiedlich sein, ihre Substanz noch so &bdquo;ohne bleibendes Element&ldquo;, noch so symbolisch oder &bdquo;leer&ldquo; - Wirklichkeit kann erst entstehen, indem wir ihr - mit der uns eigenen Formenvielfalt - ein Gesicht verleihen. Auch das, was wir im Buddhismus als &bdquo;leer&ldquo; und &bdquo;ohne bleibende Gestalt&ldquo; bezeichnen, tr&auml;gt einen Namen, hat eine Form - nachdem wir wieder am Marktplatz angekommen sind. <br />Form ist Leere: Manchmal wird im Zen vielleicht etwas zu stark betont, dass wir aus keiner bleibenden Substanz bestehen, unterschiedslos miteinander verwoben sind - &bdquo;leer&ldquo; sind.<br />Leere ist aber auch Form, denn ohne uns g&auml;be es keines von beidem. Wir haben daher auch die Aufgabe, in Achtsamkeit der Leere Ausdruck zu verleihen - ob in den Zen-Formen wie beim Oryoki, bei der Rezitation, beim Kochen oder telefonieren.<br />Nur so werden wir frei von beidem - der Form, die uns gegeben ist, der Leere, die uns ausmacht sowie dem Haften am einen oder anderen.<br /><br /><em>Ein alter Buddha sagt:<br />Den Weg erlangen - tausend Schneeflocken erf&uuml;llen die Welt.<br />Gr&uuml;ne Berge malen - zahllose Rollbilder erscheinen.</em><br /><br />Gassho,<br />Juen<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="kreis5" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kreis5.jpg" width="328" height="328" /><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; "><em><br /></em></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Reine Freude</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-07-10T22:17:09+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/90f598f7d1590501710a7625f9acce6a-21.html#unique-entry-id-21</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/90f598f7d1590501710a7625f9acce6a-21.html#unique-entry-id-21</guid><content:encoded><![CDATA[Vieles am Zen ist fremd und schwierig. Manches erscheint auf den ersten Blick fast so etwas wie d&uuml;ster: dunkle Farben, genau festgelegte Formen, Plaudern ist unerw&uuml;nscht und dann auch noch: stillsitzen! <br />Damit nicht genug, entfalten sich bei gewissenhafter &Uuml;bung bald all die inneren Untiefen, an denen wir bisher so galant vorbeigebraust sind. Haben wir dann noch den Mut, auch nur ein einziges Mal ein wenig unter die Oberfl&auml;che zu lugen, gibt es kein wirkliches Zur&uuml;ck mehr auf die alte Fahrstra&szlig;en. <br />So mag sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen aufdr&auml;ngen. <br />Dabei treffen wir auf Worte wie &bdquo;tiefes Erwachen&ldquo; erfahren, &bdquo;die Leere allen Seins&ldquo; erkennen, &bdquo;unsere wahre Natur&ldquo; schauen lernen. Das klingt beeindruckend und erstrebenswert, aber es h&ouml;rt sich auch an wie etwas, das sich in gro&szlig;er Entfernung befindet. <br />Wenn wir dar&uuml;ber nachdenken, was wir uns von unserer &Uuml;bung, von unserem Leben insgesamt w&uuml;nschen, so f&auml;llt es nicht schwer: Gl&uuml;cklichsein. Besuchen wir dann eine Zen-Gruppe vielleicht zum ersten Mal, so schauen die Gesichter oft ernst aus und verziehen auch bei lustigen Dingen kaum eine Miene. Oben Gesagtes dazugenommen, so scheinen Zen und das Empfinden gro&szlig;er Freude nicht unbedingt eng miteinander verkn&uuml;pft zu sein. <br /><br />Der Buddha fand nichts Verwerfliches an unserem Streben nach Gl&uuml;cklichsein. Er fand nur den von uns oft gew&auml;hlten Weg irref&uuml;hrend: unser Hasten nach Dingen/Menschen/Zust&auml;nden, die wir brauchen, um gl&uuml;cklich zu sein.<br /><em><br />Meditiere. Lebe rein. Sei leise. Tue Deine Arbeit mit ganzer Hingabe. <br />Wie der Mond, komm hinter den Wolken hervor. Leuchte!</em><br /><br />Die ersten vier Hinweise deuten in die gleiche Richtung: &bdquo;Rein leben&ldquo; - jenseits von gut/b&ouml;se, m&ouml;gen/nicht m&ouml;gen. Sobald wir uns au&szlig;erhalb der F&auml;nge unserer Selbst bewegen, wird der Himmel klar und gl&auml;nzend. <br />Mit anderen Worten: wenn dieses Ich samt seiner fortw&auml;hrenden Produktionsmaschinerie an Gedanken und Meinungen, Empfindungen und Gewohnheiten, zur Seite tritt, bleibt jenes flimmernde, vibrierende Sein &uuml;brig, welches wir Leben nennen, unser Leben. <br />Freude - wie auch Mitgef&uuml;hl - entfalten sich, wenn wir alles lassen. Vor allem eines: unser Denken. Nun geh&ouml;rt das Denken zu unserem Kopf wie Wolken zum Himmel. Wie k&ouml;nnen wir, mit den uns gegebenen Mitteln, dieses Nicht-Denken denken? <br />Indem wir wahrnehmen, was gerade geschieht. Punkt! <br />Ohne uns selbst ins Spiel zu bringen. Es geht besser ohne uns. Das ist eine der schmerzlicheren Erfahrungen auf dem Kissen. <br />Das Leben, dieses riesige Kaleidoskop, es braucht uns einfach nicht. Es ist bereits perfekt. Wir k&ouml;nnen es, so sehr wir uns auch anstrengen, nicht weiter verbessern. Schon gar nicht durch unsere st&auml;ndig besseren Ideen. <br />Was bleibt f&uuml;r uns &uuml;berhaupt zu tun? Wir k&ouml;nnen nicht l&auml;nger als ewig n&ouml;rgelnde Betrachter im Abseits stehen. Wir k&ouml;nnen uns einbringen. Uns zum Leben gesellen, indem wir wir Gutes tun und Schlechtes lassen. Indem wir riechen, schmecken, f&uuml;hlen, h&ouml;ren, schauen. Indem wir uns mit dem Unterschied zwischen diesem Sein und einem Leben in &bdquo;ich mag/ich mag nicht&ldquo; auf k&ouml;rperlicher und geistiger Ebene so lange vertraut machen, bis der alte Schuh einfach nicht mehr passen will. <br />Dann sind wir in einem Augenblick dies und im anderen das. Nichts wird ausgeklammert, alles kann ans Licht treten, denn je mehr wir gerade die unsch&ouml;nen Seiten betrachten, desto tiefer wird unsere Zufriedenheit und Freude sein. Wir lernen, bei unserem Leiden zu sein und trotzdem weise zu handeln. <br />Ob Sonnenschein oder Dauerregen, im Auge des reinen Betrachters macht das keinen Unterschied. Wir haben unseren Platz gefunden. Wir sind frei. Endlich!<br /><br /><em>Wisse: Wasser ist Leben. Wisse: Himmel ist Leben. V&ouml;gel sind Leben und Fische sind Leben. Leben muss der Vogel sein und Leben muss der Fisch sein. Du kannst noch dar&uuml;ber hinausgehen. Es gibt &Uuml;bung-Erwachen, die alles Leben, begrenzt und unbegrenzt, mit einschlie&szlig;t. <br />Versuchte nun ein Fisch oder Vogel, die Grenzen seines Gebietes zu erreichen, bevor er sich darin herumbewegt hat, so wird dieser Fisch oder Vogel weder seinen Weg noch Ort finden. Wenn Du Deinen Platz findest, da wo Du bist, geschieht die &Uuml;bung, verwirklicht sich die allumfassende Erfahrung. Wenn Du Deinen Weg hier und jetzt findest, geschieht die &Uuml;bung, verwirklicht sich die allumfassende Erfahrung; denn der Platz, der Weg, sind weder gro&szlig; noch klein, geh&ouml;ren weder Dir noch anderen. Dieser Ort, dieser Weg, war weder seit jeher noch erscheint er erst jetzt.<br /><br />Dogen Zenji, Genjokoan</em><br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="sb" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/sb.jpg" width="480" height="480" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Einfach Zen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-06-27T22:04:17+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/ba404d177db60d6030368f270c3e9303-20.html#unique-entry-id-20</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/ba404d177db60d6030368f270c3e9303-20.html#unique-entry-id-20</guid><content:encoded><![CDATA[Mitte Juni verstarb die amerikanische Zen-Lehrerin Charlotte Joko Beck (1917 - 2011). Sie wurde in Deutschland vor allem durch ihre Ende der achtziger / Anfang der neunziger Jahre erschienenen B&uuml;cher Everyday Zen: Love and Work und Nothing Special: Living Zen bekannt. <br /><br />Joko Beck, die nach einem Studium der Musik zun&auml;chst als Klavierlehrerin arbeitete, war Mitte vierzig, als sie, inzwischen Mutter von vier Kindern, nach ihrer Scheidung zum Zen kam. Sie war eine der ersten, die von Taizan Maezumi (White Plum Lineage) die Lehrbefugnis erhielt. Kurz darauf verlie&szlig; sie Los Angeles und lehrte von 1983 bis 2006 in San Diego.<br /><br />Joko Becks Lebensweg zeichnet sich durch eine beeindruckende Unerschrockenheit und Konsequenz aus. Als Mitte der achtziger Jahre eine Reihe von schwerwiegenden Verfehlungen anerkannter Zen-Lehrer &ouml;ffentlich wurden, scheute sie sich nicht, die tieferliegenden Gr&uuml;nde hierf&uuml;r zu benennen. Sie war eine der ersten, die mittels einer Sprache, welche Aspekte aus der Psychologie miteinbezog, buddhistische Grundinhalte einer breiteren Zuh&ouml;rerschaft zug&auml;nglich machte. Sie wurde nicht m&uuml;de zu betonen, dass zu einem wahren Zen-Menschen nicht nur Kensho-Erfahrungen und ein Erleben der Leere aller Dinge geh&ouml;ren, sondern auch die oft so viel unliebsamere Besch&auml;ftigung mit unseren charakterlichen Z&uuml;gen wie Wut, Hochmut, Angst oder Unvers&ouml;hnlichkeit.<br /><br />Sie war auch eine der ersten, welche die Gefahren, die aus dem &Uuml;bergang des japanischen in das westliche Zen sowie aus dessen zunehmender Institutionalisierung entstehen k&ouml;nnen, beim Namen nannte. <br />In einem Vortrag &uuml;ber die Funktion von Zen-Zentren sagte sie: <br /><br /><em>... &ldquo;Nat&uuml;rlich sollten Zentren die eigene &Uuml;bung unterst&uuml;tzen. Wir haben aber auch eine Menge an Illusionen &uuml;ber Zen-Zentren, genauso wie &uuml;ber Zen-Lehrer. Viele denken, ein Zen-Zentrum sollte ein Ort sein, der so richtig sch&ouml;n ist f&uuml;r mich. Mit anderen Worten, es sollte keinesfalls eine Bedrohung darstellen. Ich denke, ein gutes Zentrum sollte manchmal durchaus eine echte Bedrohung darstellen! <br /><br />... Die Funktion eines Zentrums besteht in erster Linie zum Beispiel gerade nicht darin, den Menschen ein Sozialleben zu geben - so sinnvoll das hin und wieder auch sein mag. Ferner ist es nicht dazu da, dass man sich gut f&uuml;hlt oder als etwas besonderes. <br /><br />... Es sollte ein Ort sein, der uns unterst&uuml;tzt, der uns aber auch durchaus herausfordert und in diesem Sinne sind wir alle Lehrer f&uuml;reinander. Manche der wirkungsvollsten Lektionen, die dort geschehen, haben &uuml;berhaupt nichts mit dem eigentlichen Lehrer zu tun. Ehrlich zu sein, gewahr zu sein f&uuml;r das, was Praxis bedeutet und es mit anderen zu teilen - das ist es, was ein Zentrum zu einem so besonderen Ort macht.<br />Wie in jeder Organisationsstruktur, kann es auch in einem Zen-Zentrum subtile Ego-zentrierte Str&ouml;me geben, wenn wir nicht andauernd sehr genau aufpassen. <br /><br />... Je l&auml;nger jemand &uuml;bt, desto weniger wichtig sollte so etwas wie &bdquo;Rang&ldquo; innerhalb der Sangha sein. Nat&uuml;rlich &uuml;bernehmen diejenigen, die bereits l&auml;nger &uuml;ben, bestimmte Aufgaben. Das wichtigste aber ist, dass der Einfluss der &Auml;lteren durch die Art und Weise, wie sie &uuml;ben, ausgedr&uuml;ckt wird.<br /><br />... Ein Senior-Sch&uuml;ler zeichnet sich dadurch aus, zu arbeiten, wenn keiner hinschaut. ... Das ist ein Zeichen reifer Praxis, die Arbeit zu verrichten und unsere eigene Wichtigkeit herauszuhalten. Ich pers&ouml;nlich versuche das, indem ich die &uuml;berragende Rolle, die einem Lehrer zugeschrieben wird, versuche herunterzuspielen. Ich m&ouml;chte, dass dies auch f&uuml;r alle Senior-Sch&uuml;ler gilt. Wenn ihr also denkt, nicht das zu bekommen, was man f&uuml;r gew&ouml;hnlich erh&auml;lt, nun, dann habt ihr eine gute &Uuml;bungsgelegenheit!<br /><br />... Ein weiteres Kennzeichen eines guten Zentrums besteht darin, uns durchzur&uuml;tteln - es kann manchmal gar nicht so sein, wie wir es uns w&uuml;nschen. <br /></em><em><br /></em><em>... Wohin wir daher zur&uuml;ckkehren ist, mehr und mehr den Standpunkt des Beobachtens einzunehmen. Das stellt die Grundlage unserer &Uuml;bung dar. ... Ein Kennzeichen zunehmender &Uuml;bungsreife besteht ganz einfach in der F&auml;higkeit, immer mehr zu beobachten - ohne davon eingenommen zu werden. Leicht, dar&uuml;ber zu sprechen! Es braucht wahrscheinlich 15 - 20 Jahre harter &Uuml;bung, um wenigstens einen guten Teil seiner Zeit auf diese Weise verbringen zu k&ouml;nnen. ... Das ist jedoch noch nicht das Endstadium. Wo kein Objekt, keine Person, kein Ereignis, kein Ding auf der Welt, durch das ich gefangen werde - da auch kein Objekt und kein Beobachter. Von hier ist es nicht weit zu jenem Zustand, den wir &bdquo;Erwachen&ldquo; nennen. <br /><br />... Ich habe noch nie jemanden getroffen, von dem ich das Gef&uuml;hl hatte, er oder sie h&auml;tte das gemeistert, aber es gibt einige Menschen, die weit gekommen sind. Wenn Du also das Gl&uuml;ck hast, so jemanden zu treffen, kannst Du diesen Unterschied sp&uuml;ren als eine Begegnung mit jemanden, der vom Leben nicht derart eingenommen wird, im Gegensatz zu jemandem, der etwas Bestimmtes dringlich ben&ouml;tigt oder der darauf besteht, das Leben m&uuml;sse &bdquo;so&ldquo; sein. Du stellst fest, dass eine solche Person Frieden ausstrahlt und frei ist. Das sind die Menschen, die einen heilsamen Einfluss auf alles Leben in ihrer Umgebung aus&uuml;ben. Dazu m&uuml;ssen sie nichts tun - Heilung kommt davon, wie sie sind. Diese Art von Verwandlung streben wir in unserer Praxis an. Wir haben das gro&szlig;e Gl&uuml;ck, die Gelegenheit dazu erhalten zu haben.... Lasst uns unser Bestes versuchen.&ldquo;</em><br /><br />Wir verbeugen uns vor einer gro&szlig;en Lehrerin.<br /><br />Gassho, <br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Joko" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/joko.jpg" width="288" height="288" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>So - oder etwa nicht ?</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-06-27T22:01:35+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/c18b60e70bcf401d2d5d897a34f38959-19.html#unique-entry-id-19</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/c18b60e70bcf401d2d5d897a34f38959-19.html#unique-entry-id-19</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Tu Gutes<br />Tu nichts Schlechtes<br />Halte Kopf und Herz rein<br />Dies ist die Lehre der (sieben) Buddhas.<br /><br />Dhammapadda</em><br /><br /><br />In dieser Woche haben wir uns &uuml;ber das &bdquo;Urteilen&ldquo; unterhalten. <br />Wir haben unter anderem festgestellt, dass ein Teil von uns ausgesprochen gerne urteilt, insbesondere schauen wir immer dann ganz genau hin, wenn wir etwas als &bdquo;falsch&ldquo; ausmachen k&ouml;nnen. Sehr h&auml;ufig an uns selbst, aber nat&uuml;rlich auch an allem anderen.<br />Es gibt, in manchen mehr, bei anderen weniger stark ausgepr&auml;gt, eine Neigung, alles, was uns begegnet, in diese beiden Kategorien einzuteilen: falsch/richtig.<br />W&auml;hrend &bdquo;richtig&ldquo; meist nur kurz abgenickt wird, halten wir uns oft l&auml;nger bei dem auf, was wir als &bdquo;falsch&ldquo; erachten. <br />Dank der Medien erfahren wir viel, k&ouml;nnen wir t&auml;glich eine gro&szlig;e Anzahl an Ungerechtigkeiten sehr nah miterleben. Unsere geplagte Welt bietet uns zahllose Gelegenheiten dazu, Stellung zu beziehen, uns aufzuregen. Das unbehagliche an dieser Art von Urteil ist ihre Sackgassen-Existenz. Es passiert nicht mehr so viel in dieser Stra&szlig;e, nachdem wir unser Urteil gef&auml;llt haben.<br />Daran ist nichts verwerflich - solange wir unser Urteil auch wieder ablegen k&ouml;nnen. Das bedeutet: solange wir zu uns selbst zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen.<br />Jack Kornfield empfiehlt daher den Einsatz von Humor, damit wir den n&ouml;tigen Abstand wahren k&ouml;nnen.<br /><br />Fukoshima, Nordafrika, Ehec, Griechenland ... es ist &uuml;berw&auml;ltigend. <br />Wenn wir aber alles, alles, was wir jeweils dazu zu sagen haben, irgendwann zu uns selbst zur&uuml;ckbringen, k&ouml;nnen wir unserem Urteilen Gelegenheit geben, in unsere Praxis miteinzuflie&szlig;en.<br />Ein Urteil, das aus einer Haltung der Abwehr heraus entsteht, kann nahezu immer zur&uuml;ckverfolgt werden. <br />Wer ist diese Person in mir, die urteilt? <br />Wie alt ist sie?<br />Oder: habe ich vielleicht Angst? Wovor?<br />Treibt mich eine Sehnsucht nach Gerechtigkeit? <br />M&ouml;chte ich von etwas in mir selbst ablenken? <br />Besagt mein Urteil, dass ich &bdquo;besser&ldquo; bin? <br />Enth&auml;lt es zumindest ein wenig Verst&auml;ndnis auch f&uuml;r die andere Seite?<br /><br />Andererseits brauchen wir Meinungen und Urteile, denn ohne sie k&ouml;nnten wir im Alltag keinen einzigen Tag &uuml;berstehen. Unsere &Uuml;bung erm&ouml;glicht uns, zwischen dem Zustand des Ent-Denkens auf dem Kissen und dem Zustand des Denkens (und Urteilens) hin und her zu wandern. <br />Auf diesen Austausch kommt es an. Dann wird irgendwann unser Urteil vielleicht immer noch gekoppelt sein an starke Emotionen, die uns an sich nicht gut tun, aber in uns wird das Bewusstsein wachsen, dass es noch eine Alternative gibt. <br />Wir k&ouml;nnen so - oder auch anders. <br />Wir k&ouml;nnen urteilen und klarer werden. Wir k&ouml;nnen unterscheiden und dabei gleicher werden. Wir k&ouml;nnen uns fragen, ob mein Urteil mir als Bodhisattva auf dem Weg hilft oder eben nicht. <br />Letztendlich ist es ganz einfach: f&uuml;hrt dies zu mehr oder zu weniger Leiden?<br />Ja!<br /><br /><em>Im Schatten der Berge:<br />wasserdurchzogenes Moos,<br />Rinnsale zwischen den Felsen.<br />Langsam werde ich <br />ein wenig klarer.<br /><br />Ryokan</em><br />]]></content:encoded></item><item><title>Aufmerksamkeit anstatt Effizienz. &#xa;Sanfter Fluss anstatt Geschwindigkeit.</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-06-16T00:06:59+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/b3350263c3966076f5f3fd88dd3778d0-18.html#unique-entry-id-18</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/b3350263c3966076f5f3fd88dd3778d0-18.html#unique-entry-id-18</guid><content:encoded><![CDATA[Letzte Woche hat uns wieder Kazuaki Tanahashi mit seiner Anwesenheit erfreut - wie immer leise, wie immer schier unerm&uuml;dlich und - wie immer - von gro&szlig;er Weite. <br />Wir haben uns auch dieses Mal beste M&uuml;he gegeben, dem Meister auf seinen Ausfl&uuml;gen zu diversen Gipfeln - Ryokan, Dogen/Uji, die Bedeutung des Herzsutras, die aktuelle Situation in Japan, die Kunst des Freudigen Lebens ... zu folgen. Ein wenig zumindest. Zugegebenerma&szlig;en sind wir danach immer etwas au&szlig;er Atem, w&auml;hrend unser Gast sich seinen Hut aufsetzt und seelenruhig von dannen geht - zu seinem n&auml;chsten Projekt, nat&uuml;rlich.<br />So schien es ein Paradox zu sein, seinen Vortrag im Rahmen unseres Sangha-Tages zu h&ouml;ren, welcher unter anderem auch die Kunst der Verlangsamung hoch hielt und ihr zudem &uuml;beraus verj&uuml;ngende Wirkung zusprach.<br />Dies aus dem Mund von jemanden, der nie still zu stehen scheint - au&szlig;er bei nur oberfl&auml;chlicher Betrachtung?<br /><br />Und doch und doch - Zazen ist Verlangsamung. <br />Bewusster Atem ist Verlangsamung. <br />Tage, die &uuml;berwiegend in Achtsamkeit verbracht werden, scheinen h&auml;ufig nie enden zu wollen.<br />Wie oft h&ouml;ren wir: &bdquo;Ich habe jetzt keine Zeit ... &bdquo;Ich kann jetzt nicht&ldquo;... &bdquo;Auf gar keinen Fall&ldquo;...?<br />Wie schnell sind wir dabei? <br />Wie viel Energie kostet es, unsere eigene Agenda hervorzukramen und vor allem: exponiert zu halten und verbal oder nonverbal unserem &bdquo;nein&ldquo; Ausdruck zu verleihen?<br /><br />Ein &bdquo;Ja&ldquo;, idealerweise ein <em>freudiges Ja</em>, ist bester Ausdruck von Verlangsamung.<br />Der Raum, der hierin entstehen kann, bietet Platz, Schatten und Basis f&uuml;r alle unsere Vorhaben - sogar die undenkbarsten.<br /><br />Unser Freund und Mentor gibt uns auch hierin bei jedem Besuch aufs Neue ein umwerfendes Beispiel.<br /><br /><p style="text-align:center;">Wir sprechen mehr, wenn wir unsicher sind. <br />Wir kommen weiter, wenn uns das Gas ausgeht.<br /><br /></p><p style="text-align:left;">Gassho,<br />Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="sanghatag Kaz 2011.JPG" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/sanghatag-kaz-2011.jpg.jpg" width="480" height="304" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030215" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030215.jpg" width="480" height="364" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1030219" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1030219.jpg" width="480" height="364" /><br /></p><p style="text-align:left;"><span style="font:10px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hier&#x2c; wo das Herz sitzt &#xa;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-06-05T19:38:38+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/01db769b7c0a091e60b413c0bb5424c9-17.html#unique-entry-id-17</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/01db769b7c0a091e60b413c0bb5424c9-17.html#unique-entry-id-17</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Schau Dir jeden Weg ganz genau und sorgf&auml;ltig an. <br />Versuche es mit ihm so oft, wie Du es f&uuml;r n&ouml;tig h&auml;ltst. <br />Dann stelle Dir selbst - und nur Dir allein - eine Frage.<br />Ich sage Dir, wie Sie lautet: "Hat dieser Weg ein Herz?" <br />Wenn ja, dann ist es ein guter Weg. <br />Wenn nicht, ist er nutzlos.</em><br /><br /><span style="color:#CCCCCC;"><em>Jack Kornfield, &bdquo;A Path With Heart&ldquo; </em></span><br /><br /><br />Das ist eine interessante Frage. Sie wird sich jedem stellen, der sich auf eine spirituelle Reise begibt, fr&uuml;her oder sp&auml;ter. Manchmal tritt sie auf, wenn wir in Schwierigkeiten geraten, es f&uuml;r uns ein wenig ungem&uuml;tlich wird. <br />Es wird f&uuml;r uns oft dann unbequem, wenn wir innere Arbeit leisten. Dann zweifeln wir, suchen. Zun&auml;chst au&szlig;en. Ist das, was ich hier tue, denn &uuml;berhaupt gut f&uuml;r mich? Woher kann Hilfe kommen? <br />Von der Essenz des Weges. <br />Das Herz des Weges, einmal gefunden, kann uns immer weiterhelfen.<br /><br />Die Frage kann sich auch stellen, wenn wir Dinge in der Sangha bemerken, die uns &bdquo;herzlos&ldquo; erscheinen. Nun gibt es im Zen oft klare Worte, die uns zun&auml;chst herzlos vorkommen, aber, bei tiefem Schauen, voller Mitgef&uuml;hl und F&uuml;rsorge sind.<br />Und es gibt Worte, die &bdquo;bar des Herzens&ldquo; sind, welche nur um ihrer selbst willen wiederholt zu werden scheinen. Dann hat unser empfundener Herzensmangel weniger mit den Inhalten unserer &Uuml;bung als mit ihrem Ausdruck, z.B. in bestimmten Formen oder im Verhalten seiner Praktizierenden zu tun. <br /><br />Unser Weg muss ein Herz haben, sonst ist er nutzlos. <br /><br />Hat dieser Weg &uuml;berhaupt ein Herz?<br />Wir k&ouml;nnen seine Ikonographie betrachten, zum Beispiel an Hand von Abbildungen seines Gr&uuml;nders. <br />Wir k&ouml;nnen uns mit seinen Grundlagen besch&auml;ftigen: Vier Edle Wahrheiten, Achtfacher Pfad, Vier Grundlagen der Achtsamkeit, Sechs Paramitas, Sieben Faktoren des Erwachens, Sechzehn Richtlinien Ethischen Handelns.<br />Das ist hilfreich und oftmals bietet es eine ausreichende Gewissheit. <br />Aber wenn mich gerade tiefe Zweifel an meiner eigenen &Uuml;bung und vielleicht sogar meiner Sangha insgesamt umtreiben, ist dies nur von begrenzter Wirksamkeit.<br />Wo ist dieses Herz der Schriften, das 2500 Jahre alte, JETZT?<br />Wie kommt es zu mir? Wir m&uuml;ssen es finden. Dem Weg muss Ausdruck verliehen werden, sonst bleibt er Geschichte. <br />Durch, mit, dem Herzen.<br />Wessen? Unserem.<br />Der Weg hat kein Herz, es gibt weder Herz noch Weg. <br />Unser Herz ist der Weg.<br /><br />Darum bittet uns unsere &Uuml;bung. Mit jedem Atemzug, mit jedem Zazen.<br />Mit jedem Wort. Mit jeder Tat. Andauernd.<br />Sonst war unsere gesamte Reise vergebens.<br /><br /><em>Welcher Wanderer <br />kann den reinsten Mond <br />in der Stille seines Herzens <br />spiegeln?</em><br /><br /><span style="color:#CCCCCC;"><em>Ryokan</em></span><br /><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="blu" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/blu.jpg" width="480" height="364" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Meister&#x21; Hier&#x21;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-05-24T22:08:55+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/62e53e8ea57de9c9d9ad829f30bbeb7b-16.html#unique-entry-id-16</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/62e53e8ea57de9c9d9ad829f30bbeb7b-16.html#unique-entry-id-16</guid><content:encoded><![CDATA[Der &Uuml;berlieferung nach wurde Shakyamuni Buddha vor seinem Tode gefragt, was sein letzter Rat an seine Sch&uuml;ler sei. Seine Antwort lautete: &bdquo;Ein jeder ist angehalten, selbst h&ouml;chste Verantwortung f&uuml;r sein eigenes Erwachen zu &uuml;bernehmen&ldquo;.<br />Dieser Satz spiegelt wider, worauf wir durchgehend im Rahmen unserer Praxis treffen: auf mich alleine kommt es an. <br /><br />Die ber&uuml;hmt gewordene Geschichte vom alten M&ouml;nch, dem der junge Dogen beim Pilzetrocknen in der Mittagshitze begegnet, weist in die gleiche Richtung. <br />Niemand anderes kann es tun. Mit anderen Worten: ich bin f&uuml;r mein Leiden komplett selbst verantwortlich. Weder eine ung&uuml;nstige Kindheit noch anderes Ungl&uuml;ck, das mir widerfahren ist, k&ouml;nnen mich davon entschuldigen. Das bedeutet nicht, dass ich f&uuml;r meine Krankheiten, meine Armut oder andere etwaige Schicksalsschl&auml;ge stets selbst verantwortlich bin. Aber ob ich daran - im buddhistischen Sinne - leiden werde, das ist vollkommen mir selbst &uuml;berlassen. So &uuml;berw&auml;ltigend uns manchmal vielleicht unser eigenes Schicksal erscheinen mag und so ungerecht wir es empfinden m&ouml;gen - wohin wir auch blicken: in jeder Familie ist mindestens ein Kind gestorben. Das fand bereits Kisagotami heraus. <br />Es gibt keine Entschuldigung daf&uuml;r, nicht voranzugehen und unsere Komfortzone zu verlassen.<br /><br />Diese Verantwortung bezieht sich auch auf die Gesundheit unserer Sangha und diejenigen, die wir als unsere Vorbilder oder Lehrer empfinden.<br />Auch in j&uuml;ngster Zeit gab es Fehltritte von relativ bekannten Lehrern. Hinterher fragen sich viele, wieso dies &bdquo;jetzt erst&ldquo; bekannt wird, wo doch &bdquo;alle&ldquo; es &bdquo;schon immer&ldquo; gewusst zu haben scheinen? <br /><br />Fest steht, dass unsere &Uuml;bung auf dem Weg in den Westen starke Ver&auml;nderungen und Anpassungen durchlaufen muss, um in unserem Kulturkreis lebendig zu bleiben. Vielleicht geh&ouml;rt hierzu auch die traditionelle Sch&uuml;ler-Lehrer Beziehung, so wie sie in Asien verstanden wird. <br />Ein Lehrer tr&auml;gt hohe Verantwortung f&uuml;r die ihm Anvertrauten und dies sollte sich m&ouml;glichst in allen Bereichen seines Lebens widerspiegeln. Und doch: erst eine Sangha macht einen Lehrer. <br />Zur Frage, ob ich mit einem jeweiligen Lehrer &uuml;ben sollte oder nicht, kann deswegen auch geh&ouml;ren, mir die Sangha-Mitglieder anzuschauen. <br /><br />Wenn ich dies tue und im weiteren Weg niemals die Verantwortung f&uuml;r mein Erwachen abgebe, kann ich mit einem begleitenden Lehrer und einer stets um Offenheit bem&uuml;hten Sangha die &bdquo;Berge von Lang, die Fl&uuml;sse von Li&ldquo; kaum verfehlen.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Sesshin6" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/sesshin6.jpg" width="480" height="364" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>11 = 6 = 12: Fr&#xfc;hling&#x21;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-05-24T20:30:32+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/778826eee9f395b5f0401634983f2c73-15.html#unique-entry-id-15</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/778826eee9f395b5f0401634983f2c73-15.html#unique-entry-id-15</guid><content:encoded><![CDATA[Obschon es richtig ist, dass wir im Zen kein spezielles Ziel verfolgen, an dessen Erlangen wir uns zum Beispiel messen k&ouml;nnen: ohne Vision wird unsere Praxis grau werden und schlie&szlig;lich welken.<br /><br />Unser erster Fr&uuml;hlings-Sesshin entstand aus der &bdquo;Luft&ldquo; des gemeinsamen Fr&uuml;hst&uuml;cks nach Rohatsu. &bdquo;Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn wir nicht nur im Dezember&ldquo;, - &bdquo;man k&ouml;nnte dar&uuml;ber nachdenken, ob ...&ldquo;. Dann folgte ein ungeplanter Umzug, eine neue Arbeit - und die zehntausend Gr&uuml;nde, die es immer geben wird, etwas nicht zu tun. Jedenfalls nicht ... jetzt. <br /><br />Doch wenn wir einfach dabei bleiben, die Idee im Raum halten, sie immer mal wieder abgeben, wenn Dinge wie Logik oder Vernunft Oberhand zu gewinnen scheinen, dann k&ouml;nnen wir angstfrei vorw&auml;rts gehen in alle zehn Richtungen.<br /> <br />Wir werden immer nur auf den einen K&ouml;rper treffen. Er geh&ouml;rt zu uns wie Goldregen, Fliederpracht und Maigl&ouml;ckchen in diesem wunderbaren Fr&uuml;hling im Norden.<br /><br /><em>Changsha lie&szlig; einen M&ouml;nch den Meister Hui fragen: &bdquo;Wie war es, bevor Du Nanquan gesehen hast?&ldquo;<br />Hui blieb stumm.<br />Der M&ouml;nch fragte: &bdquo;Wie war es, nachdem Du ihn gesehen hast?&ldquo;<br />Hui sprach: &bdquo;Da konnte nichts anderes sein&ldquo;.<br />Der M&ouml;nch kehrte zur&uuml;ck und &uuml;berbrachte dies Changsha. <br /><br />Dieser sprach:<br />&bdquo;Ein Mann, der an der Spitze einer hundert Fu&szlig; hohen Stange sitzt:<br />obschon er Einlass erhalten hat, ist es noch nicht das Wirkliche.<br />An der Spitze einer hundert Fu&szlig; hohen Stange sollte er vorw&auml;rts gehen:<br />das Universum in allen zehn Richtungen ist der gesamte K&ouml;rper.&ldquo;<br /><br />Der M&ouml;nch sagte: &bdquo;An der Spitze einer hundert Fu&szlig; hohen Stange, wie kannst Du vorw&auml;rts gehen?&ldquo;<br />Changsha sagte: &bdquo;Die Berge von Lang, die Fl&uuml;sse von Li&ldquo;.<br />Der M&ouml;nch sagte: &bdquo;Ich verstehe nicht.&ldquo;<br />Changsha sagte: &bdquo;Das ganze Land steht unter kaiserlicher Herrschaft&ldquo;.</em><br /><br /><em>aus: Thomas Cleary, Book of Serenity<br /></em><em><br /></em><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="walk" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/walk.jpg" width="480" height="274" /><em><br /><br /></em><img class="imageStyle" alt="bdhi" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bdhi.jpg" width="480" height="274" /><em><br /><br /><br /></em><img class="imageStyle" alt="P1020516" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020516.jpg" width="480" height="274" /><em><br /></em></p>]]></content:encoded></item><item><title>Verbeugungen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-04-29T09:12:56+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5bbffe4aee928634d5f89e1037838d56-14.html#unique-entry-id-14</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5bbffe4aee928634d5f89e1037838d56-14.html#unique-entry-id-14</guid><content:encoded><![CDATA[Von allen Formen, die wir im Zen haben, und es sind einige, stellen die Verbeugungen oftmals das gr&ouml;&szlig;te Hindernis dar.<br /><br />Verbeugungen gibt es in allen buddhistischen Traditionen. Eine Verbeugung geht mit einem Gassho einher. <br />Wir kennen im wesentlichen zwei Verbeugungen: <br /><br />1. die stehende Verbeugung, in welcher sich der Oberk&ouml;rper um etwa 30 Grad verneigt. Wir verwenden sie beim Betreten des Zendos oder um einander zu begr&uuml;&szlig;en.<br /><br />2. die &bdquo;volle&ldquo; Verbeugung, wie sie zum Beispiel am Anfang und Ende der Rezitation &uuml;blich ist. Hierbei ber&uuml;hren zu einem bestimmten Moment Stirn, H&auml;nde, Ellenbeugen, Knie und unsere F&uuml;&szlig;e den Boden, woraufhin die parallel zum Boden gehaltenen Handinnenfl&auml;chen in H&ouml;he der Ohren angehoben werden. Man sagt, wir tragen den &bdquo;kleinen Buddha&ldquo; in uns - den Weg insgesamt - auf unseren H&auml;nden und heben ihn so &uuml;ber unsere selbstbezogenen Bestrebungen hinweg. <br /><br />Es gibt viele Gr&uuml;nde, sich zu verbeugen:<br /><br /><u>Respekt</u><br />Vor jenen, die vor uns gegangen sind. Ob bekannt oder unbekannt: viele von ihnen hatten ungleich gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten zu &uuml;berwinden als wir, um das Dharma kennenzulernen. Ihre Linien sind endlos. Wir haben allen Grund zur Annahme, dass unsere &Uuml;bung auch ihnen nicht leicht fiel, oft mit Schmerzen verbunden war, mit Langeweile, Trauer, Einsamkeit, pl&ouml;tzlichen unliebsamen Ver&auml;nderungen... <br />Durch all dies hindurch haben sie diese &Uuml;bung an uns weitergegeben. Einfach so.<br />Grund genug zum Verbeugen.<br /><br /><u>Erkennen</u><br />Mit jeder Verbeugung werden wir eins mit dem Objekt unserer Verbeugung - ein Buddha und ein Buddha. Verwandt, doch verschieden zu Werke, ein jedes an seinem Ort.<br />Es ist keine Verehrung von etwas oder jemandem au&szlig;erhalb unserer selbst, wovor wir uns verbeugen. Wir verbeugen uns vor unserer wahren Natur, symbolisiert durch diesen Stein, den wir als Buddha erkennen. <br />Wir bitten, sie vollkommen erfahren zu d&uuml;rfen: jenes ich, das durch Zeit und Raum reicht, jene unermessliche Energie, deren Bestandteil ich bin.<br />Wir verbeugen uns in dem Erkennen, dass es nur die eigene Begrenztheit, die verhindert, dass wir diese Wirklichkeit vollkommen ausf&uuml;llen und leben - andauernd. Die gro&szlig;e Verbeugung der erwachenden Natur in diesem beeindruckenden Fr&uuml;hling sp&uuml;ren.<br /><br /><u>Mitgef&uuml;hl</u><br />Sei dankbar f&uuml;r jeden, der kommt ... in jedem Gegen&uuml;ber einen Bodhisattva sehen...<br />alles kann uns helfen, uns verwandeln, uns lehren, uns weiser und mitf&uuml;hlender werden lassen. Kann ich mich verbeugen vor dem ungehaltenen Kollegen, dem Auto, das mich schneidet, der fordernden Mutter, den zutiefst schmerzhaften Ereignissen in meinem Leben? Oft bieten gerade Situationen, welche uns gewaltig durcheinandersch&uuml;tteln, M&ouml;glichkeiten zur dauerhaften Umwandlung.<br /><br /><u>Moment</u><br />Mich einfach verbeugen, biegsamer, geschmeidiger und widerstandsf&auml;higer werden lassen mit jeder Bewegung. Mich verbeugen voller Vertrauen darauf, dass die Erde mich halten und mein K&ouml;rper sich wieder aufrichten wird. Mich verbeugen, einfach so, alleine oder mit meinen Freundinnen und Freunden zusammen als Ausdruck unserer gemeinsamen Gegenwart. Mich verbeugen vor dem Leben, das mir diese einmalige Gelegenheit, das Dharma zusammen mit anderen erfahren zu d&uuml;rfen, geschenkt hat.<br />Mich verbeugen vor einem l&auml;chelnden Buddha. Mich einfach verbeugen.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="spring" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/spring.jpg" width="480" height="274" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Besuch von Doko Wask&#xf6;nig Roshi</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-04-13T22:15:40+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/32323d374a46cef7f097fe788f426c91-13.html#unique-entry-id-13</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/32323d374a46cef7f097fe788f426c91-13.html#unique-entry-id-13</guid><content:encoded><![CDATA[In einer vom Rat der DBU formulierten Orientierungshilfe f&uuml;r spirituell Suchende wird unter anderem die Frage gestellt: gibt es Kontakt und Austausch mit anderen Gruppen oder Lehrenden?<br />Am vergangenen Wochenende konnten wir einmal wieder erfahren, warum dies so wichtig ist: um uns selbst von einem etwas anderen Blickwinkel betrachten zu k&ouml;nnen, um gesehen zu werden, um all dies gemeinsam zu betrachten, um etwas zu lernen.<br />Um die eigene &Uuml;bung angesichts der f&uuml;r uns frischen Worte des Dharmas &uuml;berpr&uuml;fen zu k&ouml;nnen.<br />Wie k&ouml;nnte dies besser geschehen als durch den Besuch einer der bekanntesten Soto-Zen-Lehrerinnen Deutschlands?<br />So waren dies beste Voraussetzungen f&uuml;r einen zweiten Sangha-Tag in neuen R&auml;umen, die schon etwas weniger ungewohnt erschienen, hervorgehoben durch strahlendes Nordlicht, einem aufkeimenden Fr&uuml;hling und unseren neuen Bodhi. Der Ablauf war, bis auf einige Klippen w&auml;hrend des Oryoki in f&uuml;r uns neuer Form, sehr harmonisch. Er folgte einem immer entschiedenerem Fluss, wie er sich nur durch die kontinuierliche gemeinsame &Uuml;bung von inzwischen neun Jahren ausbilden kann.<br />In Harmonie mit dem kristallklaren Tag wurden wir nicht nur mit der reinen Anwesenheit, die an sich bereits eine Form der Lehre darstellt, sondern auch mit einem sehr beeindruckenden Dharma-Vortrag belohnt, in der sich Doko Roshi den Grundlagen unserer &Uuml;bung, ausgehend von jener ber&uuml;hmten Passage aus Meister Dogens Genjokoan, widmete:<br /><br /><em>Den Erleuchtungsweg zu studieren bedeutet, das Selbst zu studieren. Das Selbst zu studieren, bedeutet, das Selbst zu vergessen. Das Selbst zu vergessen, ist von zahllosen Dingen verwirklicht zu werden. Wenn durch zahllose Dinge verwirklicht, f&auml;llt Dein K&ouml;rper und Geist und der K&ouml;rper und Geist aller anderen ab. Keine Spur des Erwachens verbleibt, und dieses "Ohne-Spur" besteht f&uuml;r immer.<br /></em><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="bdi blog" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bdi-blog.jpg" width="480" height="303" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Gewahr werden.<br />Was ist? Was passiert jetzt gerade? Das kann mit so scheinbar einfachen Dingen wie meiner K&ouml;rperhaltung beginnen. <br /><br /><em>Untersuche die Welt im Augenblick des Sitzens. Ist sie senkrecht oder waagrecht? Im Augenblick des Sitzens, was ist Sitzen? Ist es der grazile Salto eines Artisten oder das pfeilschnelle Sausen eines Fisches? Ist es Denken oder Nicht-Denken? Ist es Tun oder Nicht-Tun? Ist es Sitzen inmitten des Sitzens? Ist es Sitzen inmitten des K&ouml;rper-Geistes? Ist es das Sitzen und das Loslassen des Sitzens inmitten des Sitzens oder ist es das Loslassen des Sitzens inmitten des K&ouml;rper-Geistes? Untersuche dies auf alle nur erdenkliche Weisen. Sitze in der K&ouml;rperhaltung der Meditation. Sitze in der Geisteshaltung der Meditation. Sitze in der Meditationshaltung des Loslassens von K&ouml;rper und Geist.</em><br /><span style="color:#999999;"><em>Eihei Dogen: Zanmai o Zanmai</em></span><br /><br />Entfalten. <br />Haben wir uns eingehend damit besch&auml;ftigt, eine Bestandsaufnahme aller Dinge unseres Hauses zu erheben, geht es ans &bdquo;Putzen und Fegen&ldquo;. Es ist m&ouml;glich, Dinge wie Gier, Hass und Unwissenheit so lange zu entstauben, bis sie in Gro&szlig;z&uuml;gigkeit, G&uuml;te und Weisheit &uuml;bergehen. Nur wenn wir alle unsere G&auml;ste einladen, k&ouml;nnen wir frei werden von Gastgeber, Gast und Haus, frei f&uuml;r das Kultivieren des leeren Feldes.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1020493" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020493.jpg" width="480" height="324" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Sich &uuml;berlassen.<br />Immer wenn ich denke, es besser zu wissen, als das Leben, werde ich leiden. Immer wenn ich denke, etwas bleibendes Schaffen zu k&ouml;nnen, werden meine Spuren in Vergessenheit geraten. Wir alle wissen, wie es ist, wenn jemand unheilsames Karma hinterl&auml;sst. Wir sprechen oft davon, gutes Karma zu hinterlassen. K&ouml;nnen wir auch so vollkommen in unserem Tun  verschwinden, dass &bdquo;keine Spur&ldquo; mehr zu sehen ist?<br />Dann sind unsererseits weder gute noch schlechte T&ouml;ne zu h&ouml;ren: das gesamte Universum im Einklang.<br /><br /><em>Jedoch kann ein Vogel die F&auml;hrten von hunderten oder tausenden kleiner V&ouml;gel sehen, welche in Scharen vorbeigestr&ouml;mt sind oder die F&auml;hrten von vielen gro&szlig;en Vogelz&uuml;gen, die nach Norden oder nach S&uuml;den geflogen sind. Diese Spuren m&ouml;gen sogar deutlicher sein als Wagenspuren auf einer Stra&szlig;e oder Hufabdr&uuml;cke eines Pferdes im Gras. Auf diese Weise sieht ein Vogel eines Vogels F&auml;hrte.<br /></em><span style="color:#999999;"><em>Eihei Dogen: Yuibutsu Yobutsu</em></span><br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><span style="font:15px &#39;Lucida Grande&#39;, LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "><br /></span></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Besuch DWR web" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/besuch-dwr-web.jpg" width="480" height="360" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Bodhisattvas aller L&#xe4;nder&#x21;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-03-30T21:16:12+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/d26a58730a7f1a67d18385a22903a814-12.html#unique-entry-id-12</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/d26a58730a7f1a67d18385a22903a814-12.html#unique-entry-id-12</guid><content:encoded><![CDATA[In dieser Woche sind die ersten Fr&uuml;hlingsboten in den Norden gelangt: helle Tage in klarem Licht werfen einen Blick auf Krokusse, morgendliche Vogelstimmen, Knospen und jenen zarten Flor auf gefrorener Erde, wie er nur im M&auml;rz besteht. Erleichterung liegt in der Luft - wir haben ihn nahezu &uuml;berstanden, den langen Winter am 54. Breitengrad.<br />W&auml;hrend in unserem kleinen Universum Aufbruchstimmung und Vorfreude keimen, scheint bei einigen unserer Freundinnen und Freunde im Osten die Welt unterzugehen. Zumindest sieht es, von unserer vermeintlich sicheren Warte her betrachtet, immer mehr danach aus.<br />Dabei sind die meisten von uns vieles gew&ouml;hnt. <br />Es f&auml;llt schwer genug, angesichts der t&auml;glichen Kriegsberichte, Gr&auml;ueltaten und Ungl&uuml;cksereignisse noch ein individuell anst&auml;ndiges Ma&szlig; an innerer Anteilnahme aufzubringen. Die Medien liefern eine Abfolge an Extremsituationen auf dieser Erde in unser Wohnzimmer - wir k&ouml;nnen allt&auml;glich gar nicht anders, als auf Distanz zu gehen. <br />Dieses Mal trifft es Japan, das Land, zu dem einige von uns eine besondere Beziehung haben. Bilder, die uns seit zwei Wochen von dort geliefert werden, bringen einiges hervor, zum Beispiel: Neugierde vermischt mit ehrlicher Betroffenheit und einer nicht zu leugnenden immerhungrigen Informationslust.<br />Kann ich mir vorstellen, von einer Minute auf die andere nicht mehr zu besitzen als meine Kleidung und die Erinnerung an das, was einmal sowohl meine als auch die Geschichte meiner Familie, Eltern, Nachbarn, gewesen ist? <br />Alles - weg?<br />Kann ich mir vorstellen, mit W&uuml;rde, Disziplin und Bereitschaft diesem allem gegen&uuml;berzutreten? <br />Kann ich mir vorstellen, kein Wasser aus der Leitung mehr trinken zu k&ouml;nnen? <br />Kann ich mir vorstellen, Angst zu haben, durch eine unsichtbare Macht, die alles um mich herum durchdringt, f&uuml;r den Rest meines Lebens vergiftet zu werden?<br />Was kann ich angesichts all dieser vernichtenden Informationen &uuml;berhaupt tun au&szlig;er hinter meiner Chipst&uuml;te zu verschwinden und den n&auml;chsten Kanal anklicken? <br />Ich kann beten. Spenden. Beobachten. Sitzen. Mir meines Energiehungers bewusst werden. Meiner Lebensweise insgesamt. <br />Mich dessen besinnen, was wirklich wichtig ist: mein Kissen. Freunde. Sangha. Ich kann nochmals beten. Nochmals spenden.  <br />Und ab und an ein Blick auf diesen herannahenden Fr&uuml;hling. <br />Es gibt auch f&uuml;r uns hier sehr viel zu tun.<br /><br />Gassho, Juen<span style="font:15px &#39;Lucida Grande&#39;, LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "><br /></span><span style="font:15px &#39;Lucida Grande&#39;, LucidaGrande, Verdana, sans-serif; "><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="nbg" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/nbg.jpg" width="480" height="343" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Heute: Gassho</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-03-13T22:34:52+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/908cdf97957992cab481e3837d2e454b-11.html#unique-entry-id-11</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/908cdf97957992cab481e3837d2e454b-11.html#unique-entry-id-11</guid><content:encoded><![CDATA[Bestimmte Dinge k&ouml;nnen wir nicht oft genug erkl&auml;ren. Erst durch Worte, selbst formuliert und aus eigener Erfahrung entstanden, bekommt unsere Praxis ein Gesicht.<br /><br />Gassho, w&ouml;rtlich &bdquo;gatsu-sho&ldquo; bedeutet &bdquo;H&auml;nde zusammen&ldquo;. Es wird manchmal auch als das reine Mantra der drei Karmas von K&ouml;rper, Geist und Mund bezeichnet. Ein japanischer Zen-Lehrer spricht von Gassho als den &bdquo;Drei Sch&auml;tzen, die sich selbst in allen Dingen erkennen&ldquo;.<br />Von den vielen Formen, die es im Zen gibt, ist das Gassho vielleicht die wichtigste. Es gibt  mehrere Arten des Gassho und zahlreiche Gebr&auml;uche - wie Respekt zollen oder Achtsamkeit &uuml;ben, zum Beispiel. <br />Im Gassho f&uuml;gen wir zusammen - linke und rechte Seite - absolut und relativ, gut und schlecht, oben und unten. Dies ist ein aktiver Vorgang, denn nur durch uns kann der Wirklichkeit Ausdruck verliehen, k&ouml;nnen Einheit und Vielfalt zusammengef&uuml;gt und verwandelt werden.<br />Ein Gassho, trotz aller &bdquo;Vorschriften&ldquo; - s.u. - ist daher in h&ouml;chstem Ma&szlig;e kreativ: wir erschaffen es, wir dr&uuml;cken aus. &Uuml;bung und Erwachen in einem.<br />Die einfache Geste das Gassho bedeutet Anerkennung dieser wesentlichen Einheit: &Uuml;bung ist Erwachen, relativ ist absolut. Absolut ist relativ. Das Selbst ist das Nicht-Selbst.<br />Es findet seinen Ausdruck in unserem K&ouml;rper, in der Zeit, in der wir leben. <br />Das Verwobensein aller Dualit&auml;ten, unsere Verbindungen innerhalb unserer selbst und zueinander sind alle enthalten in diesem Gassho.<br /><br />Anleitungen f&uuml;r ein Gassho gibt es viele, manche davon sind sehr detailliert. Wir bringen unsere Handinnenfl&auml;chen zusammen, erlauben dabei kein &Uuml;berkreuzen der Finger und auch keinen Zwischenraum zwischen den Fingern. Beim stehenden Gassho zeigen die Unterarme parallel zum Fu&szlig;boden. Wir blicken auf unsere Fingerspitzen und konzentrieren uns auf die Mulde in der Handinnenfl&auml;che. <br />Wir bringen unseren K&ouml;rper und Geist zur Ruhe, lassen ihn einspitzig werden und friedvoll. <br />W&uuml;rden wir jedes Mal, wenn wir unsere H&auml;nde in Gassho zusammenf&uuml;gen, dies tun, so h&auml;tte dieses kleine Gassho immense Auswirkungen nicht nur auf unser Leben sondern auf das jener, denen wir unser Gassho entgegenbringen, belebten und unbelebten Wesen.<br /><br />Gassho bedeutet: Verbundensein. Auch mit unserer Tradition, die aus Japan stammt. Verbundenheit mit einem Land, das dem unsrigen in seiner Kultur und &Auml;sthetik so fern ist, in seiner Nachkriegsgeschichte und seinem Karma so verwandt.<br />In einer Welt, in der wir, nicht zuletzt durch die Medien, die uns auch diesen Blog erlauben, immer enger zusammenr&uuml;cken, in der Lebensweisen - zumindest im &bdquo;Westen&ldquo; - sich immer mehr &auml;hneln, ber&uuml;hrt uns das Schicksal derer, die uns diese &Uuml;bung weitergereicht haben, ganz besonders. <br />Niho Roshi und seine Familie, die Klosteranlagen von Entsuji, unser Freund Masahiro Miyake und die seinen sind unversehrt. <br />Sie sind in gro&szlig;er Sorge.<br />Wir denken viel an unsere japanischen Freundinnen und Freunde. <br /><br />Gassho.<br /><br />Juen<br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><span style="color:#9999CC;">Bis wann&nbsp;<br />soll ich trauern?<br />Wie auch immer ich trauere -<br />kein Ende -<br />mein Kopf ganz verloren.<br /><br />Ryokan<br /></span><span style="color:#6666CC;"><br /></span><span style="color:#6666CC;"><br /></span><img class="imageStyle" alt="stone" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/stone.jpg" width="480" height="364" /><span style="color:#6666CC;"><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Dotoku</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-03-01T21:46:16+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/08a5f29953164584e7b5c370d62df154-10.html#unique-entry-id-10</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/08a5f29953164584e7b5c370d62df154-10.html#unique-entry-id-10</guid><content:encoded><![CDATA[Wir haben ein weiteres Kapitel aus dem Shobogenzo &uuml;bersetzt: Dotoku - Ausdruck des Weges, der Wahrheit.<br />Dieses Kapitel handelt davon, inwiefern und warum es so wichtig ist, unserem Weg, unserer Wahrheit Ausdruck zu verleihen, mit K&ouml;rper, Geist und jenem, was dazwischen liegt.<br /><br /><em>Ein M&ouml;nch fragte Joshu: <br />&bdquo;Welche Bedeutung hat Bodhidharmas Kommen aus dem Westen?&ldquo;<br />Joshu antwortete: &bdquo;Der Eichbaum dort im Garten&ldquo;.<br />Mumonkan</em><br /><br />Alle Koans handeln davon, wie wir unserem Erkennen Ausdruck verleihen k&ouml;nnen, sollen. Die Umst&auml;nde hierbei sind immer die gleichen: an uns wird eine Frage gestellt, die wir beantworten m&uuml;ssen. Sonst kommen wir &bdquo;nicht weiter&ldquo;. <br />Diese vielleicht etwas stilisierte Form der &Uuml;bung bildet unser Leben in kondensierter Form ab: wir k&ouml;nnen nicht umhin, uns gewissen Fragen zu stellen und so lange nach einer Antwort zu suchen, bis wir sie gefunden haben. Wir k&ouml;nnen ferner nicht umhin, unserer Praxis Ausdruck zu verleihen.<br /><br />Haben wir nach ein paar Jahren eine gewisse k&ouml;rperliche Verankerung im Zazen erreicht, ist es hier genauso wie andernorts m&ouml;glich, mich in mein Kissen zu verstecken. <br />Ich kann dort alles tun: das Nicht-Denken denken, tr&auml;umen, Wutausbr&uuml;che pflegen oder gro&szlig;artige Pl&auml;ne zur Verbesserung unserer Erde schmieden - kaum einer wird hiervon etwas mitbekommen. Vielleicht werden wir ein wenig ruhiger. Immerhin.<br />Obschon im Zen gilt: &bdquo;Sei still und sitze&ldquo; - f&uuml;r zwei Jahre, zwanzig Jahre, zweihundert Jahre ... reicht unser Streben weit &uuml;ber das blanke Sitzen, die heilsame Tiefenentspannung, hinaus.<br /><br />Ohne Ausdruck, ohne sichtbare Verwirklichung dessen, was wir auf dem Kissen erfahren, bleibt unser Sitzen unreif, uninspiriert, leblos. Buddha - jener und jener - muss am Leben erhalten werden, muss sich zeigen. Das geht nur durch und mit uns. Sonst betreiben wir bestenfalls Enzyklop&auml;die und sollten vielleicht besser Briefmarken sammeln, einen Baum pflanzen oder die Kinder zum Turnen begleiten.<br /><br /><em>Das Selbst hoch halten und die zahllosen Dinge beleuchten, ist Verblendung. Dass die zahllosen Dinge hervorkommen und das Selbst beleuchten, ist Erwachen.<br />Genjokoan</em><br /><br />Keine Befreiung ohne Ausdruck. Freiheit und Ausdruck geh&ouml;ren zusammen wie &bdquo;der Fu&szlig; voran und der Fu&szlig; hintan&ldquo;. Sonst k&ouml;nnen weder die zahllosen Dinge hervorkommen noch das Selbst verschwinden.<br />Wir sollten beiden diese wundervolle Chance geben.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="hands" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/hands.jpg" width="480" height="283" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kommen und Gehen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-02-07T21:13:34+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/cefb66c027f9d4269206aa55c306b947-9.html#unique-entry-id-9</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/cefb66c027f9d4269206aa55c306b947-9.html#unique-entry-id-9</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="color:#004080;">Stern am Morgen, Kr&auml;useln im Fluss,<br />zuckender Blitz in einem Sommersturm,<br />flackerndes Licht, Schatten und Traum -<br />so ist diese fl&uuml;chtige Welt.<br /></span><span style="color:#808080;"><em>(aus dem Diamant-Sutra)</em></span><br /><br />W&auml;hrend des Sanghatages im Pari-Nirvana Monat Februar haben wir uns<br />mit den &bdquo;F&uuml;nf Erinnerungen&ldquo; besch&auml;ftigt:<br /><br />	1.	Es ist mir gegeben, alt zu werden. Es gibt keinen Weg, dem Altwerden zu entrinnen<br />	2.	Es ist mir gegeben, krank zu werden. Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entrinnen.<br />	3.	Es ist mir gegeben, zu sterben. Es gibt keinen Weg, meinem Tod zu entrinnen.<br />	4.	Alle, die mir nahe stehen und alle, die ich liebe, sind Ver&auml;nderungen unterworfen. <br />	5.	Meine Handlungen sind mein einziger Besitz. Sie bilden den Boden, auf dem ich stehe. <br /><br />Die ersten vier Erinnerungen handeln von dem, was wir nur allzu oft nicht gerne sehen m&ouml;chten: nichts bleibt. Alles, alles ist Ver&auml;nderungen unterworfen:<br /><br /><span style="color:#004080;">Bl&uuml;tenbl&auml;tter welken, obschon wir sie m&ouml;gen. Unkraut sprie&szlig;t, obschon wir es nicht m&ouml;gen.</span><br /><span style="color:#808080;"><em>Genjokoan</em></span><br /><br />Ob es uns gef&auml;llt oder nicht, irgendwann kommen sie: F&auml;ltchen, Lesebrille, H&ouml;rtest. Wechseljahre. Jemand bietet uns im Bus den Platz an. Die Aussicht, Oma, Opa zu werden, ist keine ganz so ferne Phantasie mehr. Unsere eigenen Eltern werden sichtbar fragiler. Unsere Kleine, eben noch im Kindersitz, besteht die F&uuml;hrerscheinpr&uuml;fung. Wir haben Geburtstag und z&auml;hlen nach: die H&auml;lfte oder vielleicht die (statistisch betrachtet) l&auml;ngste Zeit ist bereits vergangen. Unser Chef geht in Rente. Wir schauen uns in der Arbeit um und stellen fest: manche k&ouml;nnten unsere Kinder sein. <br /><br />Jemand stirbt. Nicht im Fernsehen. Hier, heute. Jemand, den wir kennen. Der eben noch unter uns war. Den wir geliebt haben.<br />Es ist: in unserem Gesicht. T&auml;glich. <br /><br />Dennoch schaffen wir es, unter oft erheblichem Kraftaufwand, diese uralte Weisheit, eine Grundlage unserer buddhistischen &Uuml;bung, schlichtweg zu &uuml;bersehen. Und wenn uns das Leben j&auml;h damit konfrontiert, halten die meisten von uns allenfalls kurz inne.<br />Wenn es anders w&auml;re, g&auml;be es Zen-Zentren wie Sportvereine.<br /><br />Was, so haben sich &Uuml;bende vieler Traditionen schon lange gefragt, was bleibt?<br /><br />Obschon es wahr ist, dass nichts von bleibender Substanz ist und sich selbst unser hochgesch&auml;tztes Ich aus einer Vielzahl von Zyklen des Werdens und Vergehens zusammensetzt, die einer steten Ver&auml;nderung bis hin zum Verl&ouml;schen unterworfen sind - etwas von alledem bleibt. Oder?<br /><br />Zen hat darauf eine sowohl pragmatische wie - immer so! - unbequeme Antwort: unsere Handlungen. <br />Was wir denken. <br />Was wir tun. <br />Hier, heute. <br />Jetzt: solange wir noch hier sind. <br /><br />Daf&uuml;r gibt es ein ganz einfaches Ma&szlig;:<br />F&uuml;hren unsere Handlungen zu mehr Frieden - f&uuml;r uns und andere? Oder bewirken sie, dass diese sich regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber uns aufregen, Rache hegen und letztendlich auf Distanz gehen? <br />Bereiten wir anderen mit unserer Anwesenheit Freude?<br />Jeden Augenblick treffen wir eine Wahl, wie wir jemand anderem gegen&uuml;bertreten; welches Karma wir hervorrufen. <br /><br />Eine Sangha kann uns auch hierin wunderbares &Uuml;bungsfeld und Spiegel zugleich sein. Es gibt nur wenig andere Orte, an denen wir gleichzeitig so liebevoll aufgenommen werden, immer wieder, und uns alles - a-l-l-e-s verziehen wird, immer wieder.<br /><br />Die Zeit, sie l&auml;uft...<br />Denn: auch die sch&ouml;nste Sangha w&auml;hrt nicht f&uuml;r immer.<br />Sie ist, wie so vieles auf unserem Weg, ein Geschenk. <br /><br />Es gibt auch nicht so viele Orte, an denen unsere Handlungen, bewusste wie insbesondere unbewusste, eine derart sicht- und sp&uuml;rbare Auswirkung haben. F&uuml;r alle. Was die oben beschriebenen Handlungen nat&uuml;rlich beeinflusst ... und genau das ist erw&uuml;nscht. <br /><br />Der Buddha gab uns die ethischen Richtlinien als Handlungshilfe.<br />Es braucht nicht mehr als diese Richtlinien und unsere Absicht. Wir k&ouml;nnen unser gesamtes Leben mit ihnen verbringen. <br />Diese &Uuml;bung ist nie zu Ende. Wir k&ouml;nnen sie niemals ersch&ouml;pfen. Es gibt nicht so viele Dinge im Leben, die wir gerne tun und bis zuletzt aus&uuml;ben k&ouml;nnen.<br /><br />Wir k&ouml;nnen Dankbarkeit, Neugierde und Verwunderung dar&uuml;ber empfinden, wie es kommt, das wir hier... im idyllischen SH, fernab der gro&szlig;en Zentren, v&ouml;llig &uuml;berraschend ein so gro&szlig;es, nie zu verdienendes Geschenk bekommen haben. <br /><br /><span style="color:#004080;">Purpurrot<br />die sieben Sch&auml;tze - <br />mit beiden H&auml;nden halte ich<br />Granat&auml;pfel hoch - <br />ein Geschenk.</span><br /><span style="color:#808080;"><em>Ryokan</em></span><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="eis" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/eis.jpg" width="480" height="370" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Einfach bleiben</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-01-30T18:31:45+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5fef2c06f7ba14549b2fbe49a8bfa50e-8.html#unique-entry-id-8</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/5fef2c06f7ba14549b2fbe49a8bfa50e-8.html#unique-entry-id-8</guid><content:encoded><![CDATA[Gibt es, so m&ouml;gen wir fragen, w&auml;hrend der Januar als Monat der Gel&uuml;bde in den Februar, Monat des Pari-Nirvana &uuml;bergeht, so etwas wie eine Essenz dessen, was wir hier tun?<br /><br />Selbst der Buddha tat sich schwer. Er versuchte alle Arten von &Uuml;bungswegen, bis er sich schlussendlich unter den Bodhi-Baum setzte. Der &Uuml;berlieferung nach f&uuml;hrten ihn die unab&auml;nderlichen Tatsachen in unserem Leben - Alter, Krankheit, Tod - dazu, sein beh&uuml;tetes Zuhause zu verlassen, um sich auf die Suche zu begeben. Die Suche nach etwas wie Friedsamkeit, innerer Ruhe - Zufriedensein.<br /><br />Wir alle sitzen unter einem Bodhi-Baum. Mindestens ein, f&uuml;r manche zwei Mal die Woche, treffen wir uns dort gemeinsam. Wir nehmen unseren Platz ein. Anfangs meistens hochmotiviert. "Heute! Vollkommene Ruhe! Kensho!"<br />Drei&szlig;ig Minuten sp&auml;ter m&ouml;gen diese guten Absichten mehr oder weniger ferne Erinnerung sein. Viele von uns haben bereits ein klein wenig erfahren, dass es - wie in den Geschichten um den Buddha unter dem Bodhi-Baum - eine Vielzahl von Besuchern gibt, die unseren anf&auml;nglichen Schwung untergraben m&ouml;chten. <br />Die meisten von uns bringen, sp&auml;testens ab Tag zwei eines Sesshins, ihre inneren "D&auml;monen" mit ins Zendo. Wir bem&uuml;hen uns lange, sie zu verbergen. Es gelingt selten und ist meist dann f&uuml;r andere noch gut sichtbar. Nach zahllosen Sesshin, Kursen oder Sangha-Tagen, Jahren auf dem Kissen, werden wir aber irgendwann m&uuml;rbe.<br /> <br />&Auml;hnlich wie sich die Aufmerksamkeit eines quengelnden Kindes bei Nichtbeachtung nach einer Weile auf etwas anderes konzentrieren wird, verlieren unsere D&auml;monen daraufhin langsam das Interesse an uns. <br />Warum? Weil wir uns nicht l&auml;nger vor ihnen verstecken. Weil wir sitzen bleiben, wenn sie uns bedrohen. Weil wir uns inzwischen so oft selbst angeschaut haben, in- und auswendig, dass sie uns nichts Neues sagen k&ouml;nnen. Es gibt nichts mehr zu verbergen: wir l&auml;cheln. Wenn unsere Monster zu unseren Maskottchen geworden sind, haben wir gewonnen.<br />Es ist der einzige Weg, sie zu befrieden. Wir m&uuml;ssen sie aushalten, all ihre Raffinessen -  ungesch&ouml;nt.<br /><br />Insofern ist Sitzen auch immer: Kapitulation. Unser Ich hat auf viele Arten versucht, diesem kleinen Leben einen Sinn zu geben, es m&ouml;glichst angenehm f&uuml;r uns zu gestalten. Es hat nicht wirklich funktioniert, zumindest nicht dauerhaft. Das nagende Gef&uuml;hl: von jenem etwas, das fehlt, immer noch... - es bleibt. Sonst h&auml;tten wir nie den Weg in ein Zendo gefunden. <br /><br />Wenn wir aufgeben, h&ouml;rt die Suche ebenfalls auf. Wie auch unsere oft qu&auml;lenden Fragen. Wir lassen unseren K&ouml;rper sitzen, damit sich in unserem Kopf die zehntausend Dinge setzen. Wir bleiben dabei und gestatten, ermattet wie wir mittlerweile sind, unseren Lebensh&ouml;hen und -tiefen, sich in uns heimisch zu f&uuml;hlen. Wir halten alles aus: unsere peinliche Hypochondrie. Unsere theatralische Eifersucht. Unseren vollkommen unbegr&uuml;ndeten Geiz. Unser Hang zum Schummeln. Unsere klebrige Tr&auml;gheit. Unsere auf Angst begr&uuml;ndete Arroganz. Unseren geerbten J&auml;hzorn. <br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="bodhi" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bodhi.jpg" width="480" height="441" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Dieses Sitzen wird irgendwann, wie alles in unserer &Uuml;bung, zum Symbol. Wir brauchen uns nicht mehr umzuschauen, denn wir haben schon &uuml;berall nachgesehen. <br />Wir sitzen, wie es im Zen hei&szlig;t, "ohne Ziel". Das ist nicht fatalistisch gemeint und es soll auch nicht bedeuten, dass Ziele gut oder schlecht sind. Es bedeutet: wir bleiben. In dieser angenehm-unangenehm-schmerzhaft-entspannend-stabil-federleichten Haltung. <br />Wir lauschen. Wir warten. Wir sind entschlossen, dieses Mal nicht zu reagieren. Je weniger wir tun, desto mehr geschieht. Bis irgendwann, irgendwo, die Frage, mit der wir alle geboren wurden und die uns bewegt hat, diesen wunderbaren Weg zu gehen, zu unserem eigenen Leben wird. Zu unserer Frage, zu unserer Antwort. T&auml;glich und immer wieder. F&uuml;r immer. <br /><br />Gassho, Juen</p>]]></content:encoded></item><item><title>Und jetzt?</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-01-15T18:46:56+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/a1f8c3bbda01fb5e2a53fb78926af8b4-7.html#unique-entry-id-7</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/a1f8c3bbda01fb5e2a53fb78926af8b4-7.html#unique-entry-id-7</guid><content:encoded><![CDATA[Der Januar ist im buddhistischen Kalender oft der Monat, an dem wir uns mit unserem Gel&uuml;bde besch&auml;ftigen, wir haben schon ein paar Mal dar&uuml;ber gesprochen und auch hier geschrieben. Ein Gel&uuml;bde ist nicht ein guter Vorsatz, sondern bezeichnet die Ausrichtung, welche wir unserem Leben insgesamt geben m&ouml;chten. <br /><br />Wie m&ouml;chte ich mein Leben leben?<br />Was tue ich hier?<br />Was gibt diesem Leben Frieden, Frische und Energie? <br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Wasser1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/wasser1.jpg" width="480" height="440" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Ein Gel&uuml;bde ist wie ein feiner Magnet, der uns in eine bestimmte Richtung lenken kann. Bereits der Buddha sprach davon, verkehrte Sichtweisen umzudrehen. Eine Orientierungshilfe k&ouml;nnen die meisten von uns gut gebrauchen, denn nicht nur herrscht bei uns selbst oft &bdquo;Welt verkehrt&ldquo;, sondern wir sehen dies auch bei anderen und werden bewusst oder unbewusst hiervon beeinflusst.<br /><br />In dem halben Jahr, in dem wir den Achtfachen Pfad besprochen haben, wurde deutlich: was ich jetzt gerade f&uuml;r mein Leben m&ouml;chte, ist die Summe aus meinem Kopf und meinem K&ouml;rper. Von hier aus erschafft sich mein gesamtes Leben. Andauernd. Wir tragen es sprichw&ouml;rtlich in uns, mit uns. <br />So, oder... so?<br /><br />Auch deswegen - zum Depolarisieren - ist das gemeinsame w&ouml;chentliche Zazen wichtig.<br />Im Zendo ist das alles noch relativ einfach. Hinsetzen, loslassen, schweigen und einfach sitzen bleiben. Zazen ist der Magnet. Unsere Haltung wird zum Symbol. Fest verankert, k&ouml;nnen wir gar nicht anders, als sitzen zu bleiben. Wir bleiben dabei, dabei, dabei - bis zum Gong und dann wieder aufs Neue. Am deutlichsten wird dies und die heilsame Kraft des - Dabeibleibens - w&auml;hrend eines Sesshin.<br /><br />Au&szlig;erhalb des Zendos l&auml;sst dieser Magnet oft etwas nach, das ist ganz nat&uuml;rlich. Wir denken, treffen Entscheidungen. Das beginnt schon beim Aufr&auml;umen nach dem Zazen. Fortan geschehen andauernd Dinge, die uns lieb und oft weniger lieb sind. Wir reagieren, denken, agieren und so weiter. In schneller Abfolge. Pl&ouml;tzlich kommt uns etwas abhanden. Wie k&ouml;nnen wir uns im Alltagsgeschehen wieder erden?<br /><br />Was kann helfen, wenn wir unsere Orientierung verlieren?<br />Ein Gel&uuml;bde bestimmt die &Uuml;berschrift, unter die wir unseren Alltag stellen - alles, was wir jetzt gerade tun - vom Schuhe putzen bis zu wegweisenden Ver&auml;nderungen. <br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Wasser3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/wasser3.jpg" width="480" height="440" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Hierbei sind diese selbst nat&uuml;rlich von Bedeutung, entscheidender zun&auml;chst aber ist, wie wir sie treffen. Die richtigen, die heilsamen Entscheidungen kommen von selbst, wenn wir wachsam sind und wachsam bleiben gegen&uuml;ber dem Prozess, wie sie in uns zustande kommen.<br /><br />Es ist gut, unsere Gel&uuml;bde am Jahresanfang zu &uuml;berdenken und, wo n&ouml;tig, anzupassen und vor allem: zu erneuern. <br />Gel&uuml;bde sind lebendige Wesen, die nur dann verinnerlicht werden k&ouml;nnen, wenn wir sie m&ouml;glichst oft besuchen.<br />Ein Gel&uuml;bde weist in die Zukunft, hilft uns in der Gegenwart und: es erinnert uns.<br />Woran? An unsere M&ouml;glichkeiten. An das gro&szlig;e Potential, das in uns schlummert. Buddhas vollkommenes Erwachen - anuttara samyak sambodi - ist das Erwachen von allen gemeinsam. Deswegen &bdquo;ben&ouml;tigt&ldquo; Buddha uns genauso wie wir ihn. <br /><br />Ein Gel&uuml;bde ist auch: Ausdruck des Glaubens an mich selbst, des Respektes mir gegen&uuml;ber. Weichen wir st&auml;ndig aus, geben wir uns wissend unseren Gewohnheitsenergien hin, ist das auch ein Ausdruck mangelnden Respektes uns selbst gegen&uuml;ber - unseren M&ouml;glichkeiten gegen&uuml;ber. Buddhas Weg in unserem Leben gegen&uuml;ber. <br /><br />Ich habe mich lange gefragt, warum in dem Schweigekloster in Kalifornien als einziger Satz &bdquo;Diese &Uuml;bung beginnt erst dann, wenn die Abneigung mir selbst gegen&uuml;ber aufh&ouml;rt&ldquo; in gro&szlig;en Lettern im Essensraum prangte.<br /> <br />Mangelndes Selbstwertgef&uuml;hl ist eine Form der Unterdr&uuml;ckung genauso wie es eine Form der Unterdr&uuml;ckung darstellt, wenn ich andere zu manipulieren versuche. Es leugnet die Buddha-Natur aller Wesen. Daher m&uuml;ssen wir uns wirklich gut, richtig gut, kennenlernen.<br />Frieden schaffen. Befreien.<br />Hierin ist unsere &Uuml;bung zutiefst sozial. <br /><br />Krieg, gesellschaftliche Unterdr&uuml;ckung, Umweltverschmutzung, Ressourcenraub sind eine Beleidigung f&uuml;r den Buddha. Jenen und den anderen. Nur beide k&ouml;nnen wirken. Yuibutsu yobutsu.<br /><br />Dem Buddha-Weg zu folgen bedeutet, Vertrauen in das Gl&uuml;ck anderer und das Leben als Ganzes zu entwickeln. <br /><br />Das erscheint zun&auml;chst ziemlich gro&szlig;. <br />Wir k&ouml;nnen damit beginnen, es f&uuml;r uns selbst zu erwirken. Schritt f&uuml;r Schritt, Fehlschritte inklusive. Diese insbesondere. Das Zur&uuml;ckgehen ist mindestens genauso wichtig wie das Vorankommen. Tag f&uuml;r Tag. Jahr f&uuml;r Jahr. Bis wir damit halbwegs durch sind, dauert es ein wenig. Wir sollten uns dabei besser nicht umschauen. <br /><br />Tun wir es schlussendlich, haben sich all die anderen, vor uns, hinter uns und um uns, l&auml;ngst hinter uns gesellt. Ihre T&uuml;r stand immer offen. Sie haben niemals an uns gezweifelt und freuen sich unb&auml;ndig, fortan nicht mehr alleine zu sein. <br /><br />Gassho, Juen<br /><span style="font-size:14px; "><br /></span></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Wasser2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/wasser2.jpg" width="480" height="370" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Neujahresfeier 2011</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-01-09T20:27:09+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/c1cc54d83529583976dee0c8a197e37e-6.html#unique-entry-id-6</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/c1cc54d83529583976dee0c8a197e37e-6.html#unique-entry-id-6</guid><content:encoded><![CDATA[Unsere Neujahresfeier zeichnete sich aus durch die Teilnahme von zw&ouml;lf sitzenden und einem im Haus ruhenden Bodhi auf vier Beinen.<br />Nach dem Zazen folgte wie immer die Rezitation - mit einem gro&szlig;en Unterschied: erstmalig auf den von Angelika so professionell wie kunstvoll gebundenen Einb&auml;nden! Vielen Dank hierf&uuml;r. Wir hoffen, die blauen B&auml;nde mit unserem Logo noch m&ouml;glichst lange mit Euch benutzen zu k&ouml;nnen!<br />Die Rezitation an den Sanghatagen wird ab jetzt in der Regel die Rezitation der Ahnenlinie beinhalten, wir haben gerade damit begonnen.<br /><br />Wie immer, lie&szlig;en wir im Rahmen der anschlie&szlig;enden Feier das vergangene Jahr Revue passieren. W&auml;hrend wir in 2008, dem Einzug in unser erstes Zendo, viele Ver&auml;nderungen vor allen in unseren Formen einf&uuml;hren mussten, war 2009 ein Jahr der Konsolidierung. 2010 k&ouml;nnte als &bdquo;Sanghajahr&ldquo; beschrieben werden.<br /><br />Es zeichnete sich aus durch eine sehr stabile Teilnahme und vermehrte Hilfsbereitschaft, eine deutlich mehr sp&uuml;rbare Zuversicht im Ablauf an den Sanghatagen, sowie die vermehrte Abgabe von Aufgaben, die den Ablauf im Zendo betreffen. Letzteres ist ein eindeutiges Zeichen f&uuml;r Tragf&auml;higkeit und Konstanz - bei aller Pflege und Zuwendung, welche die unver&auml;ndert zarte Pflanze Wind und Wolken unvermindert ben&ouml;tigt.<br /><br />Wiederum schier unersch&uuml;tterlich unser Donnerstagstermin in Lindau, der in diesem Jahr zum ersten Mal nahezu durchgehend stattfand und in der letzten H&auml;lfte noch ein wenig personell verst&auml;rkt wurde. Das bedeutet f&uuml;r einige zwei Mal pro Woche gemeinsames Zazen!<br /><br />Unser Pari-Nirvana Sanghatag musste wegen Schneeverwehungen ausfallen, wir hatten insgesamt zehn Sanghatage. Im M&auml;rz haben wir uns mit Dogen&lsquo;s &bdquo;Fr&uuml;hling malen&ldquo; besch&auml;ftigt, kurz davor fand die erste Zen-Einf&uuml;hrung in Eckernf&ouml;rde statt. <br />Der April hielt einen Sangha-Tag &uuml;ber die Richtlinien f&uuml;r ethisches Handeln bereit, als Vorbereitung f&uuml;r den Aufenthalt von Eido-san Anfang Juni, an dem wir bei herrlichem Wetter zu einem Wochenend-Sesshin mit Jukai-Zeremonie zusammen kamen. Kurz darauf traf Kazuaki Tanahashi Sensei ein und &uuml;bte mit uns, neben japanischer Aussprache bei der Rezitation, den Zugang zu Ryokan&lsquo;s Gedichten an einem weiteren Sangha-Tag.<br />Im Juli konnten wir endlich den lange geplanten Tag &uuml;ber Geh-Meditation halten, der so inspirierend war, dass wir dies gleich im Rahmen des Rohatsu-Sesshins fortgesetzt haben.<br />Nach der Sommerpause folgte ein Tag &uuml;ber &bdquo;Arbeit als spirituelle &Uuml;bung&ldquo;. Im September fand auch eine Vorstellung des Soto-Zen im Rahmen eines Kongresses in Eckernf&ouml;rde statt. Kinhin in einem mittelgro&szlig;en Raum mit etwa vierzig Neulingen, das wird noch lange in Erinnerung bleiben!<br />Im Oktober hatten wir, neben einem erneuten Besuch von Kaz Tanahashi, einer Einf&uuml;hrung in die Rezitation auch noch eine Zen-Einf&uuml;hrung in Schleswig sowie einen Sangha-Tag zu &bdquo;die gesamte Welt ist Medizin&ldquo;. <br />Wir haben sie in diesem Monat ausreichend gekostet. Vielen Dank!<br />Der November war gepr&auml;gt von den vielen Eindr&uuml;cken w&auml;hrend des Dogen-Forums in San Francisco, bevor es dann in Rohatsu ging mit seinen nicht unerheblichen logistischen Herausforderungen, wetterbedingt. Unbedingt noch zu erw&auml;hnen sind drei Besuche von Euch in ZenRiver, welche den unvermindert guten Kontakt weiter vertiefen konnten.<br />Die vorhersehbaren Herausforderungen und Neuigkeiten, welche uns in der ersten H&auml;lfte dieses Jahres begegnen werden, haben wir im Rahmen der Neujahresfeier angesprochen.<br />Es ist von heute aus betrachtet, schwer zu sagen, welche &Uuml;berschrift dieses Jahr f&uuml;r unsere Sangha tragen wird. R&auml;umliche Ver&auml;nderungen, gewollt oder ungewollt, sind immer auch eine Chance: f&uuml;r Wachstum, Verbesserung und verst&auml;rkten Zusammenhalt.<br />Das Wichtigste ist und bleibt unsere &Uuml;bung, alleine und gemeinsam, gemeinsam und alleine. Jeder Raum entsteht von dort.<br />Und: &uuml;berall gibt es eine Wand, gibt es ein Nickerchen!<br /><br />Wir freuen uns auf gutes Zazen, auf ein weiteres Jahr mit Euch,<br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="folder" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/folder.jpg" width="480" height="360" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Glaube nichts&#x21; Glaube alles&#x2c; alles&#x21;</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-01-03T20:52:47+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/f50a8ccc517057432b36dcbdd8118b12-5.html#unique-entry-id-5</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/f50a8ccc517057432b36dcbdd8118b12-5.html#unique-entry-id-5</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Sich nicht auf Wort und Schrift zu verlassen&ldquo; gilt, seit Zen in China einzog, als einer der Grunds&auml;tze unserer &Uuml;bung. <br />&bdquo;Ein gemalter Reiskuchen macht nicht satt&ldquo; - wir m&uuml;ssen unsere Erfahrungen selber machen, sie k&ouml;nnen nicht erlernt, erlesen oder kopiert werden. <br />In leuchtendem Rot prangte &uuml;ber der riesigen Sp&uuml;le in Kalifornien: &bdquo;Glaube nichts!&ldquo;<br /><br />Das ist die eine Seite und es ist vielleicht diejenige, die manchen von uns im Zen anfangs gut gef&auml;llt. Endlich m&uuml;ssen wir nichts mehr glauben! Vor allem: m&uuml;ssen wir nicht erst sehr lange glauben, bevor irgendetwas <em>geschieht. </em>Und: wir m&uuml;ssen all das nicht glauben, was wir ohnehin noch nie so richtig glauben konnten, tief in unserem Innersten. <br />Wir k&ouml;nnen ab jetzt unsere eigenen, ureigenen Erfahrungen machen - unbenommen &auml;u&szlig;erer Vorgaben wie &bdquo;richtig&ldquo; und &bdquo;falsch&ldquo;. Die Wertung ist uns vollkommen selbst &uuml;berlassen. Nur wir selbst wissen, ob unsere Erfahrungen echt sind oder blo&szlig; eine weitere Spiegelung von au&szlig;en. <br />Wir k&ouml;nnen munter darauf los erfahren und neugierig endlich, endlich unsere eigenen Erfahrungen machen. Ein anderes Leben erscheint.<br /><br />Allerdings: wir kommen nicht umhin, hierf&uuml;r einiges abzulegen. Denn um &bdquo;das Gesicht zu wenden und das Mark zu erzielen&ldquo; m&uuml;ssen wir in vieler Hinsicht von vorne anfangen. Komplett. Zur&uuml;ck auf Null. In vielem, was uns vollkommen selbstverst&auml;ndlich erscheint.<br />Wie wenn wir eine ganz neue Sprache lernen. Zumindest habe ich mich lange so gef&uuml;hlt.<br /><br />Machen wir eine Liste von Dingen, die wir an uns sch&auml;tzen, die wir in unserem Leben m&ouml;gen. F&uuml;gen wir noch unsere wichtigsten Umgangsmechanismen mit unliebsamen Situationen hinzu. Und Dinge, von denen wir felsenfest &uuml;berzeugt sind. Vergessen wir ein f&uuml;r alle Male das W&ouml;rtchen &bdquo;man&ldquo; oder Satzanf&auml;nge wie: &bdquo;Ich habe gelesen...&ldquo;, &bdquo;in soundso steht aber...&ldquo;. Da ist noch mehr, was wir ablegen sollten, um dichter herantreten zu k&ouml;nnen. Es geht immer noch ein wenig n&auml;her.<br />Das ist der Preis. Er ist hoch. F&uuml;r viele ist er zu hoch. <br />Das ist die eine Seite. <br /><br />Gleichzeitig ist unsere &Uuml;bung unm&ouml;glich, ohne zu glauben. In der gesamten Geschichte des Buddhismus, noch lange vor der Entwicklung des Zen, hat Glaube, <em>shraddha</em> in Sanskrit, im Leben der Meditierenden eine gro&szlig;e Rolle gespielt. <br />Auch hier, wie in so vielen anderen religi&ouml;sen Traditionen, hilft es sehr, zu glauben. Zun&auml;chst. <br />Jemand kommt zum ersten Mal zu uns und wir rezitieren das Herzsutra, einen Text auf altjapanisch. Beim Mitsingen glauben wir, dass dies auf Schriften beruht, die etwa im achten Jahrhundert von Indien nach China gelangten. Wir glauben, dass ihr Inhalt im Kern mit dem, was wir selbst f&uuml;r gut halten, &uuml;bereinstimmt. <br />Gerade am Anfang beim Sitzen hilft es enorm, zu glauben, dass diese unbequeme Haltung wirklich gesund und heilsam ist. Unterst&uuml;tzend wirkt hierbei die jahrtausendelange Tradition, aber sie ist kein Garant.<br />Nach einer Weile wird der Sitzende die Lehren Buddhas mit seinen eigenen Erfahrungen verbinden und von jetzt an vermengt sich Erfahrungs&ldquo;wissen&ldquo; mit Glauben. <br />Im Gegensatz zum Beispiel zum Christentum, in dem Glaube immer eine zentrale Rolle spielt, wird im Laufe unserer &Uuml;bung unser anf&auml;nglicher Glaube verwandelt. Wie alle Meister nicht m&uuml;de werden zu betonen, machen wir einen gro&szlig;en Unterschied zwischen dem Glauben, dass wir kein eigenst&auml;ndiges Ich besitzen und der Erfahrung, dass es tats&auml;chlich so ist.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020428.jpg" width="480" height="360" /><br /></p><p style="text-align:left;">Es gibt ganz verschiedenen Arten von Glaube: an bestimmte Worte oder Personen. An Dinge, die ich nicht nachpr&uuml;fen kann. Glaube, der daraus resultiert, weil etwas sich st&auml;ndig wiederholt wie: mitten im tiefsten Winter - irgendwann Fr&uuml;hlingserwachen. <br /><br />Glaube im Buddhismus zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass unsere &Uuml;bung irgendwann die Wahrheit bezeugen wird - unsere eigene Buddha Natur. <br />Daher konnte der Buddha sagen: &bdquo;Das gro&szlig;e Tor der Lehre Buddhas wird ge&ouml;ffnet durch die T&uuml;r des Glaubens&ldquo;.<br /><br />Dogen Zenji:<br />&bdquo;Wenn alle Dharmas diese (eine) Wirklichkeit bezeugen - sie zeigen -, dann ist das so, selbst f&uuml;r ein Staubkorn, f&uuml;r Gr&auml;ser, f&uuml;r B&auml;ume. Der eine Geist ist das Dharma, alle Dharmas sind der eine Geist, sind der gesamte K&ouml;rper&ldquo;. <br />Auch Meister Mazu&lsquo;s &bdquo;Dieser Geist ist Buddha&ldquo; besagt nichts anderes. <br />Es gibt nichts au&szlig;erhalb Buddha.<br /><br />Ohne Glauben an diesen Weg k&ouml;nnten wir uns nicht so regelm&auml;&szlig;ig treffen. Wir glauben an die Grundlagen f&uuml;r ethisches Handeln, an ihren Erhalt, an die besch&uuml;tzende Kraft unserer Rakusu, an die Vier Gel&ouml;bnisse, an die Zufluchtnahme, an unsere Reue. Unsere &Uuml;bung ist auch Glaube. <br /><br />Zazen ist Glaube. <br />Wie sonst wollen wir erkl&auml;ren, dass wir nach nichts suchen, nichts anstreben, nichts &bdquo;denken&ldquo;? Stundenlang. Unser Leben daf&uuml;r umkrempeln. Uns immer wieder hinsetzen. Seit Jahren. Unter teilweise nicht unerheblichen k&ouml;rperlichen und seelischen Schmerzen?<br /><br />Das &bdquo;Selbst vergessen&ldquo; <em>ist</em> Glaube. Unser endloses Suchen nach Best&auml;tigung, nach Geschichtenerz&auml;hlen und Gewinn erhaschen wird umso kleiner, desto mehr unser Glaube w&auml;chst. <br />Worin? Uns in Buddhas Haus zu werfen, werfen zu k&ouml;nnen. Uns jenem anderen zu &uuml;berantworten, das wir Buddha nennen. <em>Allem</em> anderen. Es erscheint, wenn wir &bdquo;<em>shinjin datsuraku</em>&ldquo; erfahren, das Abfallen von K&ouml;rper und Geist. <br /><br />In unserem Zazen geschieht dies. Ob wir es wahrnehmen oder nicht. Echtes Zazen - nicht sitzen und Denken denken, nicht sitzen und Dramen erfinden, sondern echtes Zazen - ist eine Handlung, die frei ist von jeglicher Selbstbesorgtheit. <br />Wir bilden keine Meinungen, wir haften nicht an, wir verabscheuen nicht. <br />W&auml;hrend dieses Zazen halten wir alle Precepts ein. <br />W&auml;hrend dieses Zazen haben wir das Selbst vergessen. <br />W&auml;hrend dieses Zazen sind wir Buddha.<br />Ob wir es glauben oder nicht.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/p1020486.jpg" width="480" height="360" /><span style="font:10px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>in neuem Gewand</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2011-01-02T17:06:45+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/286f1f480d1f4235d18c4974246eb2fd-4.html#unique-entry-id-4</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/286f1f480d1f4235d18c4974246eb2fd-4.html#unique-entry-id-4</guid><content:encoded><![CDATA[P&uuml;nktlich mit all den guten Vors&auml;tzen und frischen Gedanken zum Neuen Jahr, der pl&ouml;tzlichen Hoffnung auf - hmmm - Fr&uuml;hlingsluft und Stiefm&uuml;tterchen - hat unsere Webseite ein neues Antlitz erhalten.<br />Nach etwa vier Jahren waren Aktualisierungen und Ver&auml;nderungen n&ouml;tig, so ist zum Beispiel der Blog jetzt in der Website integriert.<br />Wir hoffen, all Ihr Freundinnen und Freunde, bekannt und unbekannt, nehmt diese Neuerungen freundlich auf!<br />Es sind nur Worte und Bilder.&nbsp;<br />Doch vielleicht k&ouml;nnen sie dem, wonach wir streben - dem, was wir in unserer &Uuml;bung sehen, h&ouml;ren, f&uuml;hlen und schmecken - ein wenig Ausdruck und eventuell sogar etwas mehr Klarheit verleihen.<br /><br />Gassho, <br />Juen und Nanzan]]></content:encoded></item><item><title>Zeitenwende</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2010-12-31T14:58:13+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/1d3eb19b359534792d771e6c0bb86bdf-3.html#unique-entry-id-3</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/1d3eb19b359534792d771e6c0bb86bdf-3.html#unique-entry-id-3</guid><content:encoded><![CDATA[Ein gutes Sangha-Jahr neigt sich dem Ende. Es war unser bislang bestes. Vielen Dank f&uuml;r Eure Unterst&uuml;tzung, Euer Kommen, Euer Sitzen. Im Rahmen der Neujahresfeier werden wir, wie immer, das letzte Jahr noch einmal Revue passieren lassen und einen Ausblick auf das kommende gemeinsame Jahr versuchen.<br /><br />Ganz besonders m&ouml;chten wir uns bei allen bedanken, die unseren Blog lesen oder auf der Webpage st&ouml;bern und die nicht zu uns kommen k&ouml;nnen oder m&ouml;chten - dabei sind wir ganz nett! Aber nicht jeder darf im sch&ouml;nen Norden wohnen, so ist es leider. Sonst h&auml;tten wir schon ganz viel Zen hier! Eure virtuellen Besuche sind uns Ermutigung und Ansporn. Ab und an k&ouml;nnen auch wir beides gut gebrauchen.<br /><br />Wir w&uuml;nschen allen, bekannt und unbekannt, einen guten Jahresabschluss, harmonische (Familien)-Tage und ein rund-gesundes Neues Jahr!<br /><br />Gassho, Eure Juen und Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/zweig-1.jpg" width="480" height="269" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>H&#xf6;rst Du&#x2c; wie es singt?</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2010-12-18T16:20:21+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/ec0bf295651380992b08fd8391b5fb2c-2.html#unique-entry-id-2</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/ec0bf295651380992b08fd8391b5fb2c-2.html#unique-entry-id-2</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="color:#333399;">In der Stadt -<br /></span><span style="color:#333399;">Kl&auml;nge von Fl&ouml;ten und Trommeln.<br />Aber auf diesem hohen Berg<br />nur das Knistern von Kiefernnadeln.<br /></span><span style="color:#333399;"><em><br />Ryokan</em></span><br /><br />Im zweiten Halbjahr haben wir begonnen, die Aufgaben des Kokyo, Ino und des Zeitgebers (Zazen, Han, Rezitationsglocke) auf mehr Schultern zu verteilen als bisher.<br />Bestimmte Aufgaben innerhalb einer Sangha zu &uuml;bernehmen, ist eine gute &Uuml;bung. Das ist in den meisten Gruppen so. Bei uns werden diese Aufgaben erst nach einer Weile vergeben, das sind in der Z&auml;hlweise des Zen einige Jahre. Das Sitzen sollte solide sein und die Verankerung innerhalb der Sangha stabil. <br />Es gibt es noch weitere Besonderheiten: Oft sind es Dinge, die wir nicht besonders m&ouml;gen und -zumindest zun&auml;chst- nicht sonderlich gerne ausf&uuml;hren. Vorzugsweise werden uns  sogar Aufgaben gegeben, von denen wir &uuml;berzeugt sind, absolut ungeeignet daf&uuml;r zu sein. Das ist die Sache mit dem K&ouml;nnen und unseren Vorz&uuml;gen!<br />Nicht genug damit, erhalten wir f&uuml;r eine proper ausgef&uuml;llte Aufgabe selten Lob, oft nicht einmal die R&uuml;ckmeldung, dass sie &uuml;berhaupt wahrgenommen wurde. Daf&uuml;r aber scheint es fast immer jemanden zu geben, der die von uns l&auml;ngst bemerkten Fehler auch gesehen oder geh&ouml;rt hat - vor allem nat&uuml;rlich am Anfang, das bedeutet: in den ersten Jahren. Das ist manchmal ein bisschen schwierig. <br />Vielleicht hilft es, sich an das h&auml;ufige Ende der Geschichten &uuml;ber Chinesische Zen-Sch&uuml;ler und Meister zu erinnern, wenn es da hei&szlig;t: &bdquo;Der M&ouml;nch verbeugte sich.&ldquo; Er hat die Anleitung geh&ouml;rt. Er hat sie in sich aufgenommen. Er hat sie nicht pers&ouml;nlich genommen. Er ist dankbar daf&uuml;r. Das ist alles. <br />Nach ein paar solcher Aufgaben innerhalb des gesch&uuml;tzten Rahmens einer Sangha k&ouml;nnen wir uns vielleicht auch gegen&uuml;ber unserem Chef &bdquo;verbeugen&ldquo;, dem ollen Nachbarn, den ganz speziellen Situationen mit den Eltern, den schrecklichen Politikern...<br /><br />Nun, da einige von Euch sich in die subtile Welt des Zusammenspiels w&auml;hrend einer Rezitation begeben, ein paar Hinweise hierzu:<br />Erstens: alle unsere Rezitationen sind Ausdruck von Dankbarkeit. Zweitens und drittens: siehe erstens.<br /> <br />Die erste Widmung geht an Shakyamuni Buddha - es ist unsere Identifikation mit der Buddha-Natur in uns. Sie ist auch an den historischen Buddha gerichtet, der sich nach seinem Erwachen nicht einfach in die sch&ouml;nen Berge zur&uuml;ckgezogen hat, sondern siebenundvierzig Jahre lang keine M&uuml;hen scheute, um sie zu vermitteln, um sie zu lehren. Nur hierdurch war es m&ouml;glich, dass das Dharma &uuml;ber Indien, China und Japan zu uns gelangen konnte. Es gibt f&uuml;r unsere Ahnen keine gr&ouml;ssere Freude, als die, uns das Dharma praktizieren, respektieren und weitertragen zu sehen. <br />Allein der Ausdruck von Dankbarkeit ver&auml;ndert. Er kann unsere gesamte Weltsicht verwandeln; eine Sicht, in der wir uns nur allzu oft auf die 5% konzentrieren, die gerade nicht ganz so rund laufen - f&uuml;r uns.<br /><br />Die zweite Widmung ist an die Linie der Lehrer gerichtet. Wir singen die Namen der indischen, chinesischen und japanischen Lehrer. Damit bedanken wir uns f&uuml;r ihre Leben, f&uuml;r die Lehre, welche sie an uns weitergereicht haben und: f&uuml;r unser Leben, welches seither ein Leben im Dharma geworden ist. <br />Rezitation handelt auch von Energie - der Energie unserer Stimme im Raum, unserer Gemeinschaftsenergie, sowie der Stimmen von so vielen, die vor uns diesen Weg besungen haben. <br /><br />Das Dharma lehrt auf vielen Wegen, einer davon besteht in Worten, die auf diese Weise einen anderen, oftmals direkteren Zugang zu uns finden als es gesprochene S&auml;tze verm&ouml;gen. <br />Ein Sutra wie das Maka Hannya Haramita Shingyo oder das Daihishin Dharani wird sich zun&auml;chst einen Weg ins Unterbewusste bahnen und von hier aus seine Wirkung in uns entfalten.<br />Irgendwann werden wir dann S&auml;tze hieraus &bdquo;denken&ldquo;. Sie werden von dort zahllose Wesen erreichen - sichtbar oder unsichtbar, noch lebend oder bereits verstorben.<br />Wenn wir andere Zentren oder Kl&ouml;ster besuchen, werden wir feststellen, dass nahezu jeder Ort ein wenig anders rezitiert. Das ist vielleicht am Anfang etwas verwirrend. Es macht aber auch deutlich: worauf es ankommt, ist die Rezitation des Dharmas. <br />Dieses kann nur von Angesicht zu Angesicht &uuml;bertragen werden, denn nur so bleibt es lebendig. <br />Der Buddha hat fr&uuml;hzeitig seine M&ouml;nche angewiesen, das Dharma in ihre jeweiligen Regionen zu tragen und an die dortigen Gegebenheiten anzupassen. Daf&uuml;r sind wir bis heute ein gutes Beispiel: eine &Uuml;bung, die aus dem fernen Ostasien kommt und dabei ist, sich in einem v&ouml;llig anderen Kulturkreis zu etablieren, kann nur &uuml;berleben, wenn sie sich an die Umst&auml;nde, an ihre Gesellschaft und deren Fragen anpassen kann.<br /><br />Die zweite Widmung ist an unsere Umgebung gerichtet: unter anderem an unsere Eltern, unsere Lehrer, an die Gegend, in der wir wohnen. Die Einbeziehung unserer Eltern ist hierbei besonders wichtig. Das wird auch im Rahmen der Jukai-Zeremonie deutlich. Im Laufe unserer &Uuml;bung vermengen sich unsere genetische Herkunft und die von Angesicht zu Angesicht &uuml;bertragene Linie des Buddha-Dharma. Daher sollten wir uns genauso mit unseren Eltern und deren Eltern bis hin zu &bdquo;Buddhas Zeiten&ldquo; verbunden und verpflichtet f&uuml;hlen wie wenn wir von unseren Dharma-Ahnen sprechen. Deswegen ist der Friedensschluss mit unseren Eltern -egal, wer sie sein m&ouml;gen und wie sehr sie uns entt&auml;uscht haben m&ouml;gen - von hoher Bedeutung f&uuml;r unseren eigenen spirituellen Weg.<br /><br />Des weiteren richten wir uns an Kranke und Verstorbene - als Geste der F&uuml;rsorge - und der Erinnerung. Irgendwann, irgendwo, wird auch unser Name an dieser Stelle gesungen werden.<br /><br />Ein weiterer Aspekt unserer Rezitation besteht in seinem Ausdruck unserer Verbundenheit mit allem. Sie beginnt mit Gassho - oder den vollen Verbeugungen. Diese Geste allein bedeutet ein Zusammenf&uuml;hren von verschiedenen Teilen und seine Umsetzung in eine Handlung. W&auml;hrend der Rezitation werden wir &bdquo;Buddha&ldquo;, werden wir &bdquo;die anderen&ldquo;. <em>Yuibutsu Yobutsu</em> - ein Buddha und ein Buddha.<br /><br />Wir rezitieren die ersten Sutren auf Japanisch, als Hinweis auf unsere Tradition. Gleichzeitig gelingt uns in einer f&uuml;r die meisten fremden Sprache - das Herzsutra wird zudem auf altjapanisch rezitiert - leichter: Einspitzigkeit.  Wir verstehen nichts. Wir brauchen nicht zu denken. Wir k&ouml;nnen einfach nur singen und Klang werden. Wenn wir auf diese Weise rezitieren, gibt es keinen Unterschied zwischen unserem Zazen und unserer Rezitation.<br /><br />Gassho, Juen<br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/rez1.jpg" width="480" height="286" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Rohatsu 2010</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2010-12-08T13:26:08+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/735881e70c70bf2863dac2ad602476d4-1.html#unique-entry-id-1</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/735881e70c70bf2863dac2ad602476d4-1.html#unique-entry-id-1</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;">Unter dem windigen Fenster <br />nahe am Runenmeer<br />nascht S&uuml;den<br />goldene Sterne<br />zu Kletzenbrot<br />leiser Schneefall<br />von der Milchstra&szlig;e.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/snow1.jpg" width="480" height="270" /><br /> <br /></p><p style="text-align:left;">Diesen Rohatsu-Sesshin werden wir so schnell nicht vergessen. Erstens, weil er beinahe nicht zustande kam. Zweitens, weil bereits f&uuml;r die Ankunft in Lindau Anstrengungen unternommen werden mussten, die der Willenskraft eines durchlebten Sesshins durchaus vergleichbar sind. Drittens, weil er doch noch zustande kommen konnte. Viertens, weil er unser bisher bester war und &uuml;berwiegend als &bdquo;zu kurz&ldquo; beurteilt wurde.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/knh2.jpg" width="480" height="360" /><br /></p><p style="text-align:left;">Donnerstagmittag. Es schneit und schneit und schneit. Aus anf&auml;nglicher Winterromantik wird langsame Sorge, schlie&szlig;lich die wachsende Erkenntnis, dass eine Reise hierher zu beschwerlich bis unm&ouml;glich sein wird. <br />Traurig stapeln sich fortan die vielen T&ouml;pfe, der K&uuml;hlschrank schmollt zum Bersten, &uuml;berall im Haus h&auml;ngen Zettel mit dem Tagesplan in froher Erwartung auf ein Studium, im Zendo wartet die &uuml;berarbeitete Rezitation auf ihre Erprobung - und jetzt - sollen sie nicht zum Einsatz kommen? <br />W&auml;hrend wir beide &uuml;berlegen, wie viel Personen ein Sesshin ausmacht - zwei, vielleicht drei- oder ... - klingelt es pl&ouml;tzlich - welch eine Freude! <br />Sp&auml;ter wieder und dann noch ein paar Mal und auf einmal sitzen wir in vertrauter Runde &uuml;ber warmer Suppe und k&ouml;nnen  beginnen, wie geplant. Hiermit ging bereits ein Sesshin zu Ende - habt Ihr es gemerkt?<br />Nachdem wir bis dahin alle schon ein betr&auml;chtliches St&uuml;ck an innerer Arbeit geleistet hatten - was konnte uns dann eine Stunde mehr oder weniger auf dem Kissen noch anhaben?<br /><br />Es liegt eine wunderbare Magie in Tagen geregelter, &uuml;bertragener Abfolge, in ihrer Verlangsamung und in der Nachfolge eines Rhythmus, der seit Hunderten von Jahren von den Suchenden so vieler Traditionen befolgt wird.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/knhn1.jpg" width="308" height="542" /><br /></p><p style="text-align:left;">Wir begeben uns, jedes Mal aufs Neue, auf die immer anders geartete Reise nach innen - und hierbei ist jeder f&uuml;r sich, einzeln und vollkommen allein. Keiner kann unser Zazen sitzen. Niemand kann unsere Koans l&ouml;sen, unsere Berge erklimmen. Wir m&uuml;ssen sie selbst gehen, unsere Schritte, treppauf, treppab - von Anfang bis Ende.<br />&bdquo;Andere sind nicht ich&ldquo;. Wir m&uuml;ssen sie leben, unsere F&uuml;nf Skandhas, das ist eine Seite unserer &Uuml;bung. Sie ger&auml;t oftmals in den Hintergrund durch die Betonung des anderen Aspektes: Indra&lsquo;s Netz, denn diese F&uuml;nf Skandhas sind eins mit allem und daher m&uuml;ssen und m&ouml;chten wir uns allem annehmen. Wir brauchen beide Seiten. Wenn wir eine davon verlieren, geraten wir in Schwierigkeiten.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/snw1.jpg" width="480" height="360" /><br /></p><p style="text-align:left;">Der Zauber einer Sangha, die heilende Kraft einer spirituellen Gemeinschaft ist kaum so deutlich sp&uuml;rbar und selten tragf&auml;higer als w&auml;hrend eines Sesshins. <br />Wenn Dogen in den &bdquo;Regelungen f&uuml;r die Klostergemeinschaft&ldquo; (<em>Eihei Shingi</em>) schreibt: &bdquo;Diese gro&szlig;e Versammlung ist eine Soheit&ldquo; - so meint er genau dies. Das ist gerade im Soto-Zen ein wichtiger Aspekt. Wir arbeiten, rezitieren, essen und sitzen zusammen, &bdquo;gleich in der Speise, gleich unter dem einen Gesetze&ldquo;. Wenn andere schlafen, so tun wir dies auch. Wenn andere arbeiten, ebenso - gemeinsam mit allen Wesen als ein K&ouml;rper. <br />Hat jemand Schmerzen, haben alle Schmerzen. Wackelt die eine Ecke, wackelt der ganze Raum. Schl&auml;gt jemand einen guten Gong, freuen wir uns. Versingt sich jemand, gehen wir mit <em>einem </em>Schritt beim Kinhin - alles flie&szlig;t ein in diese Weite, welche uns eine Ruhe und Tiefe erfahren l&auml;sst wie es die w&ouml;chentliche gemeinsame Meditation nur selten vermag. Selbst der dornenreichste Sesshin hat solche Augenblicke. Sie sind, irgendwo im Fluss des schier endlos erscheinenden Tages, welcher so nahtlos in die Nacht &uuml;berzugehen scheint, fast immer enthalten.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/bddhznd.jpg" width="480" height="435" /><br /></p><p style="text-align:left;">Der Juwel ist kein Schatz, der irgendwo innerhalb unserer selbst verborgen ist.<br />Gemeinsam mit anderen leben und sitzen, &uuml;ben - in Frieden und in Harmonie - <em>ist </em>der Juwel.<br /><br />So wurden es Stunden in wachsender Vertrautheit und Freundschaft mit dem Klang der Stille, welcher umso deutlicher hervortrat, je ruhiger und entr&uuml;ckter die Landschaft um uns herum sich malte. Es hatte auch etwas von den Alten, die oft erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um zu ihrem Zendo zu gelangen. Heute noch sprechen wir von ihnen, noch immer kommen sie an - ob sie das gewusst haben?<br />Eine derartige Reise ist gut, um unser Gep&auml;ck zu erleichtern - dauerhaft.<br />Auch das ein Weg, den Buddha in uns zum Leben zu erwecken: dem folgen, was uns zutiefst ber&uuml;hrt; gleich einer Schneeflocke im Vertrauen auf eine gute Landung, werden wir wach zu den Kl&auml;ngen der Welt, den Rufen des Dunkels, den Rufen des Lichtes.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/sgh.jpg" width="480" height="330" /><br /><br /><br />Wann immer <br />ich lausche<br />atmet es<br />pl&ouml;tzlich<br />tupfen einander<br />Flocken um Flocken<br />hinter der Amaryllis<br />an Buddhas Schulter<br />im Kerzenlicht.<br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">J.</p>]]></content:encoded></item><item><title>Suzuki&#x27;s Zen</title><dc:creator>windundwolken@gmail.com</dc:creator><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2010-11-21T13:25:18+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/b1677e38138fbeec5dd4667b733d318a-0.html#unique-entry-id-0</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/b1677e38138fbeec5dd4667b733d318a-0.html#unique-entry-id-0</guid><content:encoded><![CDATA[<span style="color:#808080;">Unser Sangha-Tag November war dem Aufenthalt in San Francisco/Berkeley und dem &bdquo;Zen Translation Forum&ldquo; gewidmet. Nach etwa drei Stunden Zazen beendeten wir den formalen Teil und widmeten uns bei Tee, &bdquo;blue-&ldquo; bzw. &bdquo;cholocate-&ldquo; Chips, unseren Erlebnissen, die von Nanzan in eine musikalisch untermalte Bildergalerie verwandelt worden war. Der Abend endete zu den Kl&auml;ngen der &bdquo;Old songs from the Southern School&ldquo;. Eine Reise endet. Eine neue beginnt. Vielen Dank f&uuml;r Euer Zazen, Euer Kommen, H&ouml;ren und Lauschen.<br /><br />Gassho, Juen</span><br /><br /><br />Der Besuch in San Francisco f&uuml;hrte uns zun&auml;chst in die zentral gelegene Page Street zum &bdquo;City Center&ldquo;. Das &auml;ltere Haus im sympathischen Neuengland-Stil entpuppt sich innen als &uuml;beraus ger&auml;umiges, aus insgesamt drei Stockwerken bestehendes Geb&auml;ude, in dem etwa f&uuml;nfzig Zen-&Uuml;bende sowie mehrere Lehrer wohnen. <br />Im Erdgescho&szlig; befindet sich neben einem Buchladen auch ein r&ouml;misch anmutender Innenhof, der von einem S&auml;ulengang ges&auml;umt wird. &Uuml;berall im Haus trifft man auf Spuren von Shunryu Suzuki in Form von Portraits, Kalligraphien oder Photos. Das Haus, eine ehemalige Schule, wirkt trotz seiner Weitl&auml;ufigkeit wohnlich, westlich, mit seinen vielen Sitzgelegenheiten und dekorativen Ecken zum Verweilen beinahe gem&uuml;tlich. Die in mehr als vierzig Jahren erworbene Sitzenergie bleibt sp&uuml;rbar, selbst bei einer gewissen Gesch&auml;ftigkeit, die dieses Haus zu bewohnen scheint. <br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kt-cc3.jpg" width="480" height="270" /><br /></p><p style="text-align:left;">Trotz der zahllosen antiken Rarit&auml;ten und gro&szlig;formatiger Bilder wirkt der Gemeinschaftsbereich schlicht. Sein Essen sch&ouml;pft man sich aus riesigen T&ouml;pfen, die auf einem Herd, der beinahe so gro&szlig; ist wie die gesamte K&uuml;che in Lindau, bereit gestellt werden.<br />Im City Center lehren etwa 5-6 Zen-Lehrer, jetziger Abt ist der aus Irland stammende Paul Haller. Unser Eindruck best&auml;tigte, was wir bereits von der  Website erfahren hatten: hier finden eine Vielzahl von Kursangeboten statt, die von engagiertem Buddhismus mit lokaler Sozialarbeit &uuml;ber M&ouml;glichkeiten zum k&uuml;nstlerischen Ausdruck bis zu Textstudium reichen. <br />Etwa f&uuml;nfzig Minuten weiter n&ouml;rdlich liegt Green Gulch Farm, die dem Zen Center von einem Amerikaner vor ein paar Jahrzehnten zur Verf&uuml;gung gestellt wurde. <br />Auch das, wie so vieles, was wir gesehen haben, konnte nur auf dem Boden einer beeindruckenden Spendenbereitschaft f&uuml;r das Dharma geschehen. &Uuml;berall befinden sich Dana-Beh&auml;lter und im Laufe des Dogen-Wochenendes wurde der spirituelle Leiter, Steve St&uuml;cky, nicht m&uuml;de daran zu erinnern, dass die Eintrittsgeb&uuml;hr Flugkosten, Unterkunft und abendliches Essen f&uuml;r die Vortragenden nicht abdecken k&ouml;nnen. Spontan spendete eine &auml;ltere Dame 500 Dollar f&uuml;r die Premiere der &bdquo;Livestream&ldquo;-&Uuml;bertragung, eine weitere 3000 Dollar f&uuml;r eine Kalligrafie von Kaz, welche sie wiederum dem Zen Center spendete. <br />Mahlzeiten oder Pausenverpflegung waren f&uuml;r die Teilnehmer unentgeltlich, mit &uuml;berall gut sichtbaren Spendenboxen vom Ausma&szlig; einer Schatztruhe. Wiederholt wurde an die &bdquo;Wunschlisten&ldquo; erinnert - im Klostermagazin und an bestimmten Informationsst&auml;nden ausgeh&auml;ngte Listen von Dingen, die ben&ouml;tigt werden.<br /><br />Das Wochenende wurde von insgesamt 12 freiwilligen Helferinnen und Helfern unterst&uuml;tzt. Die nebenbei entstandene Begleit-DVD zum Film &uuml;ber Dogen wurde ebenfalls von freiwilligen Kameraleuten durchgef&uuml;hrt.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kt-gg1.jpg" width="480" height="360" /><br /></p><p style="text-align:left;">Zen ist angekommen in diesem reich beschenkten Staat am Pazifik. <br />Ein paar Mal wurden wir in Gesch&auml;ften nach dem Grund unserer Reise gefragt und erhielten neugierige und &uuml;berwiegend freundliche, teilweise auch recht kenntnisreiche Fragen &uuml;ber unsere &Uuml;bung. <br />Ausnahmesituation oder Vorbote f&uuml;r die Entwicklung bei uns in den kommenden zehn, zwanzig Jahren?<br />Kaz berichtete, dass damals, vor etwa f&uuml;nfunddrei&szlig;ig Jahren, alle Welt ihn davon abhalten wollte, Dogen zu &uuml;bersetzen: zu schwer, zu lang und au&szlig;erdem: gab es bereits zwei ver&ouml;ffentlichte Ausgaben. <br />Er hat nie an der Sinnhaftigkeit seines Unterfangens gezweifelt, ebensowenig die Verantwortlichen des San Francisco Zen Centers, die ihm dabei finanzielle Unterst&uuml;tzung &uuml;ber mehr als eine Generation hinweg zugesagt haben. Vielleicht auch deswegen sein kontinuierliches Bem&uuml;hen um eine Fortsetzung der bisherigen &Uuml;bersetzungen Dogens ins Deutsche.<br /><br />Wir waren zu kurz dort, um tiefere Einblicke in die Strukturen und Umgangsweisen miteinander zu haben. Nach der durch den Nachfolger von Shunryu Suzuki verursachten Ersch&uuml;tterung hat sich das Zen-Center neu strukturiert, die jeweiligen &Auml;bte (vier insgesamt) werden f&uuml;r einen befristeten Zeitraum gew&auml;hlt, in insgesamt &uuml;ber neunzig Gremien werden Entscheidungen gemeinsam getroffen. Es hat den Anschein, als ob f&uuml;r etwaige Unebenheiten, zum Beispiel zwischen Lehrer und Sch&uuml;ler, ein Forum besteht, in dem diese Dinge gegebenenfalls offen angesprochen werden k&ouml;nnen. Trotz der K&uuml;rze der Zeit und der gewissen Ausnahmesituation, die bei gr&ouml;&szlig;eren Ereignissen dieser Art immer entsteht, waren wir &uuml;berrascht durch die freundliche und offene Art, mit der auch die Lehrer uns gegen&uuml;ber traten. Alan Senauke, Vize-Abt des Berkeley Zen-Centers und langj&auml;hriger Pr&auml;sident des von Robert und Anne Aitken 1978 auf Hawaii gegr&uuml;ndeten Buddhist Peace Fellowship, beschreibt Shunryu Suzuki so: &bdquo;He was just somone you loved to be with&ldquo;. Das ist bis heute sp&uuml;rbar und ein lebendiges Beispiel daf&uuml;r, was gutes Karma vermag.<br /><br />Die Green Gulch Farm besteht aus mehreren Geb&auml;udekomplexen:<br />	-	einem wundersch&ouml;nen Zendo, das seinen rustikalen Charakter durch die freiliegenden alten Holzbalken unterstreicht, ums&auml;umt von einer breiten Veranda, die auch f&uuml;r Kinhin gen&uuml;tzt wird.<br />	-	einem Teehaus, nach japanischen Vorgaben erbaut und von einem japanischen Garten umgeben.<br />	-	einem Konferenzgeb&auml;ude, Essensr&auml;umen, Hauswirtschaft und der K&uuml;che.<br />	-	Bibliothek, kleinem Laden und der &bdquo;Wolkenhalle&ldquo; f&uuml;r die Bewohnerinnen und Bewohner sowie kleineren anliegenden Bereichen f&uuml;r die Lehrer.<br />	-	sowie einem weitl&auml;ufigem G&auml;rtnereibetrieb, der als einer der ersten &ouml;kologische Landwirtschaft anbot, vor allem Gem&uuml;se. In einer stillen Ecke befindet sich ein Erinnerungsgarten.<br /><br />Von den G&auml;rten und Anbaugebieten f&uuml;hrt ein Pfad durch Seegrasfelder und D&uuml;nen zum Strand, wo der Pazifik seine kr&auml;ftigen Wellen an dunklen Felsen auslaufen l&auml;sst. <br /><br />Ein Mal im Monat findet zu Beginn des Dharma-Vortrages eine Viertelstunde lang Austausch mit den kleinen Buddhas statt - Kindern-, an diesem Sonntag zwischen f&uuml;nf und zehn Jahre alt. Still lauschen sie dem fremdl&auml;ndischen Herrn mit seinem langen Bart, der ihnen die Kunst des Gem&uuml;se-Einmachens n&auml;her bringt und zum Schluss empfiehlt, die neue Ausgabe des Shobogenzo zum Beschweren der Einmachgl&auml;ser zu benutzen. <br />Verdutzt verlassen die Kleinen den Raum...<br /><br />Neben diesen beiden geh&ouml;rt noch das in den kalifornischen Bergen gelegene Kloster Tassajara zum Komplex des Zen Centers. An der Stelle, an der bereits die Ureinwohner Amerikas wegen der hei&szlig;en Quellen zusammenkamen, gr&uuml;ndete Shunryu Suzuki 1967 das erste Zen-Kloster au&szlig;erhalb Asiens. Neben den zwei intensiven &Uuml;bungseinheiten im Herbst/Winter (von Ende September bis Mitte April) und einer Arbeitseinheit von etwa einem Monat lebt Tassajara von seiner Sommerperiode, in der es f&uuml;r alle Besucher &ouml;ffnet, die das ber&uuml;hmt gute Essen, die sch&ouml;ne Natur und den Badebereich genie&szlig;en m&ouml;chten. Daneben besteht ein reiches Angebot in Zen, Yoga, Kreativit&auml;t und Achtsamkeitstraining.<br /><br />Das San Francisco Zen Center hat zahlreiche angegliederte Gruppen. Die Spannbreite reicht von etablierten Zentren mit eigenem Lehrer vor Ort bis hin zu Sitzgruppen, die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler gegr&uuml;ndet haben und wo man ein Mal pro Woche zum Zazen zusammenkommt. <br />Eines der etabliertesten Zentren darunter ist das Berkeley Zen Center, welches 1967 von Shunryu Suzuki mit Hilfe seines damaligen Sch&uuml;lers Mel Weitsman gegr&uuml;ndet wurde, dem heutigen Abt. Das Berkeley Zen Center liegt mitten in einem Wohngebiet und ist von au&szlig;en kaum als solches zu erkennen. Durch einen schmalen Gang betritt man einen kleinen Innenhof, um den insgesamt vier Geb&auml;ude gruppiert sind, in denen etwa zehn Zen-&Uuml;bende sowie ein Zen-Lehrer mit seiner Familie wohnen. Das Zendo ist etwas h&ouml;her gelegen, besteht aus viel Holz, wirkt nicht so beeindruckend wie die oben erw&auml;hnten, daf&uuml;r aber umso &uuml;berschaubarer. <br /><br />Damit nicht genug... hatte das Zen Center Anfang der siebziger Jahre die Idee zu &bdquo;Greens&ldquo; - (Gr&uuml;nzeug) - dem zuvor erw&auml;hnten Restaurant, das sich in einer Lagerhalle mit Blick auf die Golden Gate Br&uuml;cke befindet. Sie bestand damals darin, das Zen Center finanziell zu unterst&uuml;tzen und durch gute, gesunde Kost die &Uuml;bung einem breiteren Publikum n&auml;her zu bringen. Was w&auml;re hierf&uuml;r besser geeignet als unser Gaumen? Edward Espe Brown (&bdquo;How to cook your life&ldquo;) verhalf mit seinen inzwischen zu Klassikern avancierten Kochb&uuml;chern nicht nur Tassajara zur Er&ouml;ffnung einer B&auml;ckerei in San Francisco, sondern machte auch Zen einem breiteren Publikum bekannt. Die Verbindung zwischen dem Zen Center und dem Restaurant ist bis heute vorhanden, wenngleich keine M&ouml;nche mehr dort kochen. <br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/Blog/files/kt-gg2.jpg" width="480" height="300" /><br /></p><p style="text-align:left;">Am Abend nach unserer R&uuml;ckkehr kamen wir zu Rezitationstraining und unserem Donnerstags-Zazen zusammen. Drau&szlig;en st&uuml;rmte es, drinnen gutes Sitzen, unisones und kraftvolles Singen - kein besserer Ort, nirgends!<br /></p>]]></content:encoded></item></channel>
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