Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Aufmerksamkeit anstatt Effizienz. Sanfter Fluss anstatt Geschwindigkeit.

Letzte Woche hat uns wieder Kazuaki Tanahashi mit seiner Anwesenheit erfreut - wie immer leise, wie immer schier unermüdlich und - wie immer - von großer Weite.
Wir haben uns auch dieses Mal beste Mühe gegeben, dem Meister auf seinen Ausflügen zu diversen Gipfeln - Ryokan, Dogen/Uji, die Bedeutung des Herzsutras, die aktuelle Situation in Japan, die Kunst des Freudigen Lebens ... zu folgen. Ein wenig zumindest. Zugegebenermaßen sind wir danach immer etwas außer Atem, während unser Gast sich seinen Hut aufsetzt und seelenruhig von dannen geht - zu seinem nächsten Projekt, natürlich.
So schien es ein Paradox zu sein, seinen Vortrag im Rahmen unseres Sangha-Tages zu hören, welcher unter anderem auch die Kunst der Verlangsamung hoch hielt und ihr zudem überaus verjüngende Wirkung zusprach.
Dies aus dem Mund von jemanden, der nie still zu stehen scheint - außer bei nur oberflächlicher Betrachtung?

Und doch und doch - Zazen ist Verlangsamung.
Bewusster Atem ist Verlangsamung.
Tage, die überwiegend in Achtsamkeit verbracht werden, scheinen häufig nie enden zu wollen.
Wie oft hören wir: „Ich habe jetzt keine Zeit ... „Ich kann jetzt nicht“... „Auf gar keinen Fall“...?
Wie schnell sind wir dabei?
Wie viel Energie kostet es, unsere eigene Agenda hervorzukramen und vor allem: exponiert zu halten und verbal oder nonverbal unserem „nein“ Ausdruck zu verleihen?

Ein „Ja“, idealerweise ein freudiges Ja, ist bester Ausdruck von Verlangsamung.
Der Raum, der hierin entstehen kann, bietet Platz, Schatten und Basis für alle unsere Vorhaben - sogar die undenkbarsten.

Unser Freund und Mentor gibt uns auch hierin bei jedem Besuch aufs Neue ein umwerfendes Beispiel.

Wir sprechen mehr, wenn wir unsicher sind.
Wir kommen weiter, wenn uns das Gas ausgeht.

Gassho,
Juen

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