Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Immer war nie

„Erwachen kommt nicht, bevor Euer Körper und Geist in vollkommener Übereinstimmung sind. Wenn Ihr Eure Erfahrung nicht annehmen könnt, werdet Ihr nicht fühlen, dass Ihr bereits erwacht seid. ...
Wenn Euer Körper und Euer Geist vollkommen eins sind, dann ist Erwachen da. Was immer Ihr hört, was immer Ihr denkt, das ist Erwachen. Es ist nicht das Geräusch eines gegen einen Bambusstamm prallenden Kiesels oder die Farbe der Pflaumenblüten, die die Menschen erwachen ließen. Es ist Ihre, es ist Eure Übung....
Tut daher einfach, was immer Ihr tut, ohne Hilfe zu erwarten. Schützt Euch selbst und wachst aufrecht in den Himmel. Das ist alles.“
Shunryu Suzuki


Wir treffen uns seit Kurzem in unserem neuen Zendo. Die andere Raumaufteilung bringt kleine Veränderungen mit sich:
wie gehe ich durch diesen Raum, wo setze ich mich hin, wo stehe ich zum Beginn des Tee-Ausschanks, wie kommunizieren Ino und Doan miteinander und so weiter. Jeder hatte am Donnerstag einen neuen Sitzplatz und somit eine andere Perspektive.
Das ist ein bisschen verwirrend.
Und eine schöne Gelegenheit, unsere Gewohnheitsenergien herauszufordern, denn manche bekannten „Wege“ passen nun nicht mehr in die geänderte Architektur.

Wie so vieles - wenn nicht alles - im Zen, kann dies auch als ein Symbol betrachtet werden: wir betreten andauernd neue Räume.
Meistens bemerken wir es nicht und sehr häufig belegen wir alsgleich die Plätze - so, wie wir es im vorhergehenden Raum bereits getan haben. So wie es immer war. So wie es „uns“ am besten gefällt.
Das ist an sich nicht verwerflich, denn in unserer Übung geht es auch um: Wiederholungen, um Routine, um Praxis.

Und doch, und doch - die obige Harmonie zwischen Körper und Geist kann sich nur einstellen, wenn wir so flexibel wie irgend möglich auf den jeweiligen Augenblick reagieren. Wenn wir kleinste Veränderungen wahrnehmen und sogleich beantworten. Wenn wir wach bleiben und nicht erinnern, niemals zurückblicken.
Nur so können wir geschmeidig werden. Geschmeidig und sorglos, denn nach einer Weile der Übung in dieser Anpassungspraxis werden wir zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, auf jeden Raum, auf jeden Augenblick angemessen zu reagieren.
Angemessen, das heißt: in Übereinstimmung mit Körper und Geist.
Ganz natürlich wird dies geschehen. Wir brauchen hierfür nichts zu tun. Nur zulassen. Zu lassen und zu lauschen.
Das ist alles.

Der Mann aus Holz fängt an, zu singen, die Steinfrau erhebt sich und beginnt, zu tanzen. Es liegt nicht im Bereich von Gedanke oder Gefühl, noch hat es mit Grübeln zu tun.
Lied des Juwelenspiegel Samadhi






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