Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Feb 2013

Worum es geht

Wie wir sind
Meditation beginnt mit dem Körper. Freiheit beginnt im Körper. Unser Körper lügt nicht. Durch unser Zazen können wir lernen, in unseren Körper hinein zu hören und seine dehnbare Tragweite Zazen um Zazen neu erfahren.
Wir setzen uns gerade hin, die Hände in einer uns angenehmen Zazenhaltung, und lassen unseren Geist in einem möglichst natürlichen Zustand ruhen.
Wir beobachten die Energie, die wir durch unser Zazen hervorgebracht haben und lassen sie frei in unserem Körper zirkulieren.
Wir beobachten unsere Gedanken - wie sie kommen und gehen - und lassen sie leicht und ungehindert auf unserer Atemsäule entlang fließen, bis sie sich in der Tiefe eines blankgeputzten Himmels verlieren. Wenn wir noch irgendwo in unserem Körper Anspannung verspüren, lenken wir unsere Aufmerksamkeit dorthin und lockern diesen Bereich.
Nur atmen.
Sein.
Jetzt.

Ursache und Wirkung
Alles in der Welt beruht auf Ursache und Wirkung. Alles, was wir tun, hat eine Ursache.
Diese Ursache setzt sich zusammen aus den Konstrukten unserer Vorstellungswelt, die wiederum geprägt sind durch unsere Erziehung, Herkunft, Vorfahren, den Menschen, mit denen wir uns umgeben. Sowie ein klein wenig auch aus dem, was dazwischen scheint, was wir auch vermögen: heilsam zu wirken, Angebote zu machen, wieder und immer wieder. Zu geben, einfach so - um des Gebens willen. Wann immer wir geben, vergessen wir uns, sind wir glücklich. Warum: weil wir nicht um unser selbst besorgt sind.

aeste

Die Welt ist nichts weiter als ein Spiegel der Geistesverfassung jener, die in ihr leben.
Wir sind verantwortlich, uneingeschränkt und vollkommen, für unser Wohlbefinden. Unser Wohlbefinden ist das Wohlbefinden aller anderer. Beide sind ein direktes Resultat unseres Denkens, Fühlens und Handelns. Ursache und Wirkung folgen aufeinander, in beide Richtungen und sind genau das gleiche.

Dankbarkeit
Alles, was wir sind, was wir haben, was uns ausmacht, sind wir durch andere.
Unser Körper stammt von zwei anderen Menschen. Ohne ihre Hilfe hätten wir nicht überlebt.
Wir leben von Produkten, die durch eine lange, lange Kette zu uns kamen. Für unsere Nahrung muss viel Sonne, Regen und Luft zusammenkommen.
Unsere Kleidung stammt aus Material von vielen Ländern dieser Welt.
Unsere Bildung, einfach nur unsere Sprache, verdanken wir unzähligen Menschen vor uns. Unsere Illusionen ebenso!
Wir bilden eine sehr persönliche, unverwechselbare Mischung dieses uns allen gemeinsamen Erbes.

Metta
Indem wir ab und zu hinter unsere ewig gleichen Bedürfnissen zurücktreten und uns zumindest ein wenig des Netzwerkes bewusst werden, in dem wir leben, kommen wir nicht umhin, das Leiden zu sehen. Wir sehen die Folgen einer bestimmten Handlung. Wir sehen, wie andere in unserer unmittelbaren Umgebung leiden. Sie leiden an genau dem, das wir selbst gut kennen und mit zunehmender Praxis mehr und mehr durchschauen.
Gerade deswegen können wir nicht umhin, Mitgefühl zu üben:

Möge ich frei sein von Angst
Möge ich zufrieden sein.
Möge ich glücklich sein.

Mögen alle Wesen frei sein von Angst
Mögen alle Wesen zufrieden sein.
Mögen alle Wesen glücklich sein.

Die Vier Edlen Wahrheiten
Das aus dem Sanskrit stammende Worte „dukkha“ übersetzen wir meistens mit „Leiden“. Dieses Leiden wird vielleicht am besten durch ein unrund laufendes Rad veranschaulicht. Zumindest für uns hier im Westen ist dieses Leiden subtil: unsere Grundbedürfnisse sind erfüllt, wir leiden nicht an Hunger und haben ein Dach über dem Kopf.
Dennoch: etwas nagt, etwas ist „unrund“ - trotz allem Wohlstand. Sonst würden wir nicht bei der jährlichen Unesco-Befragung nach unserem Grad des Glücklichseins regelmäßig weit hinter viel ärmeren Ländern landen.
In unserer Praxis besteht die Antwort auf die Vier Edlen Wahrheiten im Achtfachen Pfad.

Je länger wir üben, desto klarer können wir sehen, wie Herausforderungen - Verlust, Krankheit, Niederlagen, Unglücksfälle - von uns intensiver wahrgenommen und vielleicht auch vollkommener angenommen werden. Immer wenn wir uns wehren, werden wir leiden. Daher bilden auch traurigste Ereignisse oft eine Chance in Bezug auf die Tiefe unseres Empfindens. Sie können als Chance der Erneuerung aufgenommen werden und der immer mehr in unser Mark vordringenden Erkenntnis, dass Leben Veränderung bedeutet und nichts, nichts, bleiben wird - einschließlich der dunklen Zeiten.
Wir können so lernen: über die Natur unseres Daseins. Wieso wir sind, wie wir eben sind. Was das Leben ausmacht. Wie wir es leben möchten. Was in unserem Leben wirklich zählt.
Wir können lernen, mit Liebe auf all unsere Erfahrungen zu blicken, auch auf unsere vermeintlich größten Fehler. Wir können dies ausdehnen auf die Begegnung mit äußeren Problemen, der Wahrnehmung globaler und ökologischer Missstände.
Indem wir uns einen freien Blick zurückerobern. Indem wir eine Verbindung schaffen zwischen dem, was wir sehen und dabei fühlen. Indem wir bereit sind, dies in unmittelbares Handeln umzusetzen tun wir, was wir können.
Das ist der Weg eines Bodhisattvas.

Gassho,
Juen


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