Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Gegebenes


Herumwandernd auf diesem Bergpfad,
erfüllen die Veilchen mein Herz
mit unermesslicher Dankbarkeit.

- Matsuo Basho -


Scheinbar unbeachtet blühen die Blumen am Wegesrand und geben ihr Bestes. Sie fragen nicht danach, wer sie sieht oder wie viel sie dafür zurückbekommen oder ob sie nicht etwas Blüte aufsparen sollten für kommende Jahre oder ob ihr Nachbar vielleicht weniger blüht oder mehr, so dass man sich selbst nicht so anstrengen muss. Sie fragen nicht, ob sie vielleicht heute schon genug geblüht haben und andere den Vorrang haben sollten. Sie blühen einfach, alle gemeinsam. Sie schenken, frei und sorglos, alles, was sie haben. Weil sie nur so bezaubernd blühen können, da sie sich keine Sorgen um sich selbst machen. Weil sie wissen, dass letzteres nur zu verdorrten Zweigen und stacheligen Ästen führt. Sie aber möchten gesehen werden und erfreuen. Sich und andere. Weil Blühen ihr Wesen ist. Weil Blühen den intimsten Ausdruck dessen darstellt, was sie in jenem Moment sind. Weil sie nur durch ihr Blühen ihre Natur sprechen lassen können.
Ihre Natur: Dankbarkeit und Lebensfreude, Lebensfreude und Dankbarkeit.


Der Buddha hat zeit seines Lebens immer wieder die hohe Bedeutung des ersten Paramitas, der Freigiebigkeit erwähnt.

Freies Geben, das bedeutet ein Geben, das nicht dem Verstand folgt, sondern unserem Herzen. Unser Herz hat die Fähigkeit zur grenzenlosen Freigiebigkeit, woraus grenzenlose Freude entstehen kann. Denn das war einer der Gründe, es immer wieder zu erwähnen: nicht der kleine Aspekt, welcher die konkrete Unterstützung seiner Mönche im Sinn hatte. Sondern unsere Zufriedenheit, unsere Angstfreiheit gegenüber völlig unbegründeten Verarmungsängsten, unser Glück.
Nichts weniger sind wir uns selbst und diesem fortwährend geschenkten Leben schuldig.


Echte Wohltätigkeit entsteht nur dann, wenn es keine Vorstellung gibt von Gebenden, Gegebenem oder Geschenktem.

- Der Buddha -


Gassho,
Juen

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