Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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11 = 6 = 12: Frühling!

Obschon es richtig ist, dass wir im Zen kein spezielles Ziel verfolgen, an dessen Erlangen wir uns zum Beispiel messen können: ohne Vision wird unsere Praxis grau werden und schließlich welken.

Unser erster Frühlings-Sesshin entstand aus der „Luft“ des gemeinsamen Frühstücks nach Rohatsu. „Es wäre schön, wenn wir nicht nur im Dezember“, - „man könnte darüber nachdenken, ob ...“. Dann folgte ein ungeplanter Umzug, eine neue Arbeit - und die zehntausend Gründe, die es immer geben wird, etwas nicht zu tun. Jedenfalls nicht ... jetzt.

Doch wenn wir einfach dabei bleiben, die Idee im Raum halten, sie immer mal wieder abgeben, wenn Dinge wie Logik oder Vernunft Oberhand zu gewinnen scheinen, dann können wir angstfrei vorwärts gehen in alle zehn Richtungen.

Wir werden immer nur auf den einen Körper treffen. Er gehört zu uns wie Goldregen, Fliederpracht und Maiglöckchen in diesem wunderbaren Frühling im Norden.

Changsha ließ einen Mönch den Meister Hui fragen: „Wie war es, bevor Du Nanquan gesehen hast?“
Hui blieb stumm.
Der Mönch fragte: „Wie war es, nachdem Du ihn gesehen hast?“
Hui sprach: „Da konnte nichts anderes sein“.
Der Mönch kehrte zurück und überbrachte dies Changsha.

Dieser sprach:
„Ein Mann, der an der Spitze einer hundert Fuß hohen Stange sitzt:
obschon er Einlass erhalten hat, ist es noch nicht das Wirkliche.
An der Spitze einer hundert Fuß hohen Stange sollte er vorwärts gehen:
das Universum in allen zehn Richtungen ist der gesamte Körper.“

Der Mönch sagte: „An der Spitze einer hundert Fuß hohen Stange, wie kannst Du vorwärts gehen?“
Changsha sagte: „Die Berge von Lang, die Flüsse von Li“.
Der Mönch sagte: „Ich verstehe nicht.“
Changsha sagte: „Das ganze Land steht unter kaiserlicher Herrschaft“.


aus: Thomas Cleary, Book of Serenity

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