Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Verzicht

Die kürzlich verstorbene US-amerikanische Zen-Lehrerin Zenkei Blanche Hartman Rossi beschrieb in einer ihrer Reden „Verzicht“ als eine Einstellung, die das Leben vollkommen willkommen heißt.
Das ist für gewöhnlich nicht unser Eindruck, wenn wir einen Meditationsraum betreten: karges Mobiliar, festgelegter Ablauf, tradierte Rituale, zahlreiche Formen, die vielen von uns zunächst widerstreben. Und darüberhinaus: ganz wenig Worte.
Und so wirkt es, als ob wir im Zen tatsächlich auf vieles, das unser Leben bereichert, verzichten müssten.

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Zenkei Hartman meinte jedoch die tiefer liegenden Ebenen: wenn wir die meisten unserer Vorlieben, Vorstellungen und Ideen,  Meinungen und Schemata hinter uns lassen und dem Leben „so begegnen, wie es ist“ - dann haben wir auf weitaus mehr verzichtet, als auf äußere Formen und bunte Kleidung.
Wir verzichten auf unsere Gewohnheit, auf unsere vermeintliche Sicherheit. Auf unsere Trägheit. Auf Ablenkungen, die uns unzufrieden und unerfüllt sehnsüchtig werden lassen. Wir verzichten auf unsere Sucht: stets unterscheiden und trennen zu wollen: die dort, wir hier. 

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Wir können schlichtweg nicht „unter uns“ bleiben. Wir waren es nie. Nur der variantenreiche, anpassungsfähige und geschmeidige Weg hat uns bis hierher geführt.
Wir sind mit allen oder  - wir sind gar nicht.
Jetzt, so wir nun einmal hier sind, lohnt es sich, etwas mehr zu testen als schwarz / weiß, denn unser Leben macht einfach mehr Freude in Farbe!

Gassho,
Juen

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