Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Das Windspiel

Der gesamte Körper ist wie das Windspiel - ein Mund im freien Raum,
woher auch immer der Wind wehen mag - aus Ost, Nord, Süd oder West-
gemeinsam mit dem ganzen Universum läutet es Prajna.
Ting-ting, ting-ting, ting-ting.

Tendo Nyojo



Zunächst mag es überraschen, dass unserem Zazen Eigenschaften zugeordnet werden, die mit Beweglichkeit zu tun haben. Das stille Sitzen, möglichst ohne eine sichtbare Veränderung der Körperposition - ein Windspiel?
Und doch, und doch...

Wenn wir aufmerksam sind, wissen wir von uns selbst: in dem Moment, in dem ich denke, etwas verstanden zu haben - „für immer“- werde ich in spiritueller Hinsicht verlieren. Jetzt oder später.
Ein Augenblick gleicht so wenig einem anderen wie unser Zazen hoffentlich niemals das gleiche ist. So sehr wir es uns auch wünschen und so sehr manche Schriften oder Reden uns dazu verleiten möchten: es ist nie nur so. Es ist auch nicht: heute so, morgen so. Oder: niemals so.
Es ist vielmehr: so und so. Meistens!
Das ist mit dem Verstehen alleine nicht zu erfassen, zumindest nicht vollkommen. Wir können es nur erfahren. In Zazen. In einem Zazen, das weder haftet an Osten oder Westen, in einem Zazen, dass ironischerweise oft gar keine vorgesehene Richtung einnimmt. Ohne Osten gibt es keinen Westen. Wo ist Westen auf dem Südpol? Und doch muss ich nach Westen gehen, wenn ich dorthin gerufen werde. Und davor ganz genau wissen, wie ich dorthin komme.
Die blauen Berge können sich nur bewegen, die Steinfrau kann nur dann tanzen, wenn wir alle Richtungen gut kennen, komplett vergessen und dann dem Wind des Augenblicks folgen. Einfach so.
Das ist: „Loslassen und Festigkeit erlangen“ - das ist „Sitzen wie ein Berg“: ting-ting...

Gassho, Juen

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