Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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vom Mond in einem Tautropfen

Unerlässlich ist es, nicht aus dem Heim anderer zu borgen. Um unser Haus bewirtschaften zu können, musst Du es klar und innig für Dich selbst erfahren.
Honghzi


Wir borgen andauernd von anderen. Ohne Hilfe „von außen“ , nur für uns alleine, könnten wir nicht überleben. Daran kann zum Beispiel unser Oryoki erinnern: „...zahllose Arbeiten brachten uns dieses Speise, wir sollten wissen, wie sie zu uns kommt“.
Unser Körper, unsere Kleidung, unsere Bildung, unsere Werkzeuge, unsere Kultur - all dies haben wir von anderen „geborgt“.
Wir kommen zusammen als Sangha - und gemeinsam sind wir größer, als jeder für sich genommen und zusammengezählt. Wir ermutigen und bestärken einander andauernd.

Und doch ist jeder, ist jede - nahezu unerbittlich alleine - niemand kann unsere Arbeit tun. Niemand weiß letztlich so genau wie wir selbst, worin sie speziell besteht.
In diesem fortwährenden Wechselspiel bewegen wir uns. Das wird innerhalb eines Zendos besonders deutlich - jeder hat sein eigenes Kissen und begibt sich auf seine ganz individuelle Reise. Kurze Zeit später singen wir gemeinsam und - wenn wir Glück haben - klingt es wie ein Ton.
Form und Leere: Gemeinschaft und Individuum, die Fäden, welche Indras Knoten zusammenhalten, und der Knoten selbst: Absolutes und Relatives - unter dem Aspekt der Übung besteht kein Unterschied. Unendliches Leben und der gegenwärtige Augenblick sind eins.
Wenn wir dies einmal erfahren haben, ist unser Weg nicht mehr so überwältigend lang. Nichts ist die Stufe für etwas anderes - alles eine Abfolge von vollkommen gelebten einzelnen Momenten. Wir können uns komplett in ihn hinein entspannen, immer nur einen Schritt nach dem nächsten tun - und niemals, niemals aufhören.

Du solltest Dich in diese Arbeit vertiefen und sie mit dem Gelübde ausführen, ein- oder zehntausend Leben an einem Tag oder zu gleicher Zeit mit einzubeziehen.
Dogen Zenji

Gassho, Juen
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