Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Vom Glück der Namenlosen

Schon oft haben wir uns in der Sangha über den Grund unterhalten, warum wir zusammenkommen, warum wir üben. Es ist gut, sich ab und an diese Frage zu stellen. Gründe ändern sich. Warum ich heute noch dabei bin, mag ganz andere Gründe haben, als die, wegen derer ich mich damals auf die Suche begeben habe. Wie lauteten diese damals, wie heute?

Erfüllt mein Sitzen, allein und in Gemeinschaft, noch meine aktuellen Beweggründe und wenn nicht, warum?
Macht mich meine Übung glücklich? Natürlich nicht. Zu zerstreut, zu steif, zu schmerzhaft, zu selten, zu unauffällig, zu schwer, zu laut, zu langweilig.
Machen mich meine Dharma-Schwestern und Brüder glücklich? Naja. Wäre ich lieber in einer anderen Sangha, an einem anderen Ort? Mit vielen Mitübenden, einem großen Zendo, neunzig Leuten für Rohatsu?

Und doch und doch. Vom Glück der Stille. Vom Glück des allwöchentlichen Wiedersehens zum Zazen. Vom Glück, unser aller Füße zu kennen. Vom Glück eines windstillen Abends im Herbst. Vom Glück einer schmerzfreien Viertelstunde Zazen. Vom Glück, auf mich selbst zu treffen. Vom Glück als der Erfahrung eines Zustandes, welcher immer dann eintritt, wenn ich vergesse habe, wer das ist, der ihn erfährt, wie dies jetzt heißt und wer wen glücklich machen soll.
Auch deswegen üben wir.

Gassho,
Juen

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