Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
Navigation

Neujahresfeier

Es war das, was man einen schönen Abend nennen kann: harmonischer Austausch, anregende Gedanken zu einem weiteren gemeinsamen Sanghajahr, liebevolle Speisen und zum Schluss ein wunderschönes Lied von Ingeborg und ein ebenso beeindruckender Origami-Kranich von Jisan. Nun können wir gut schwingen, sicher fliegen und vor allem: heil ankommen.
Herzlich willkommen in Musanji 2019!
 
Gassho,
Juen
 
 
 
Neujahrsmorgen
 
Niedrigwasser, Sturmwind aus Südwest,
wolkendüstrer Himmel.
 
Am Wassersaum im Schlamm -
Vergessenes aus Jahrhunderten:
viele Scherben, rundgewaschene Ziegel,
ein Knopf, ein Rest vom Netz, Verrostetes...
 
Da bringt ein Sonnenstrahl
die Spuren der Zeit
kurz zum Leuchten -
 
Stille und Frieden mitten im Sturm,
das wünsche ich uns für 2019
 

von Verena


 unnamed
 
 
Schon am morgen
senkt sich Nebel
über den letzten Tag des Jahres
wie eine tröstende Arznei
infundiert er unser Land
und verdimmt
mit versöhnlicher Geste
was windschief hängt und roh
was litt und sehnte
was einfach nicht zu finden war
 
Um spätabends
die Bühne zu bereiten
für den neuen Vorhang
obgleich wir alle wussten
was dahinter liegen würde
und was nicht.
 

von Juen





unnamed




Comments

Die sieben Faktoren des Erwachens

Im Rahmen unserer Herbst-Ango, der „Zeit des friedlichen Verweilens“, beschäftigten wir uns mit den „Sieben Faktoren des Erwachens“. Hiermit sind Geistesqualitäten gemeint, die uns dabei unterstützen können, ein waches und zufriedenes Leben zu führen. Es geht darum, diese uns bereits innewohnenden Eigenschaften zu stärken, sie neu zu sortieren. Wir müssen also nichts „Neues“ tun, nur ein bisschen putzen und räumen, passend zur Jahreszeit.

Die Faktoren bestehen aus:
1. Achtsamkeit
2. Erforschen des Dharmas
3. Bemühen / Energie
4. Freude
5. Ruhe, Gestilltheit des Geistes
6. Sammlung / Samadhi
7. Gleichmut

Wie sich unschwer erkennen lässt, und wie wir aus dem Studium des Achtfachen Pfades im Frühjahr bereits wissen, lassen sich die Faktoren in Unterbereiche einteilen:
Die Praxis der Achtsamkeit stellt den Ausgangs- und Mittelpunkt unserer spirituellen Praxis dar. Sie ist die Grundlage für die Entwicklung der anderen Geistesqualitäten. Die nächsten drei beschreiben energievolle Qualitäten, die letzten drei eher meditative Geisteszustände. Da wir durch unsere bisherigen buddhistischen Studien auch wissen, dass diese Reihenfolgen nie zufällig gewählt wurden, können wir ablesen, dass es den altehrwürdigen Autoren auch um einen ganz wichtigen weiteren Aspekt ging: Balance, Gleichgewicht.
Nur wenn es uns zunehmend gelingt, alle Facetten unseres Lebens zu beleuchten, wird unsere Übung ausgeglichen sein.

Wir beginnen mit der Achtsamkeit: wir beobachten die Bewegungen unseres Geistes: was geschieht? In Körper, Geist, Geistesformationen, den Objekten unseres Geistes.
Dann sehen wir genau hin: wie geschieht etwas? Hierzu müssen wir genau hinsehen, geduldig sein und: eine gewisse Energie aufwenden. Wir versuchen, Gutes zu fördern und Unheilsames zu vermeiden.
Hierdurch entsteht: Erkenntnis und Freude. Ohne Freude gibt es kein Vorankommen auf dem Weg, schon allein deswegen, weil es vor allem die Freude ist, die uns dabei hält, nicht die schwarz-asketische Versenkung, als die das Zen gelegentlich erscheinen mag. Es ist eine stille Freude der Gewissheit, etwas grundlegend Richtiges und Gesundes zu tun sowie die Freude des Entdeckens des eigenen Lebens, ohne dass wir äußerlich etwas verändern müssen. Eine tiefe Freude von unsagbarer Anziehungskraft führt geradewegs in, ist ein Aspekt von: Samadhi, Sammlung, Konzentration.

Dies alles zusammen mündet in die oben angesprochene Balance und Ausgeglichenheit. Hiermit ist kein farbloser Gleichmut gegenüber allem und jenem gemeint, sondern ein vibrierendes, oszillierendes und spektrales Weben auf einem Boden, der weder kommt noch geht, weder sichtbar ist noch unsichtbar: Substanz einer Welle, Grund unseres Seins, Buddha.

Gassho,
Juen


P1040781

Comments

Meditation und Wissenschaft

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin der fünfte Kongress „Meditation und Wissenschaft“ statt, der sich als interdisziplinärer Kongress zur Meditations - und Bewusstseinsforschung versteht. An zwei dicht gepackten Tagen trafen 450 bis 500 Teilnehmende auf Referentinnen und Referenten, die sich mit ihnen zu den Themenbereichen Achtsamkeit im Arbeitsleben, den neuesten neuro-biologischen Erkenntnissen im Hinblick auf Meditation und geistiger Schulung sowie „Meditation und Medizin“ als auch „Meditation mitten im Leben“ austauschen konnten.
Es war sehr ermutigend, so viele Menschen, die überwiegend aus dem Gesundheitsbereich stammten, zusammen zu sehen und sich um ein bewussteres Miteinander und Füreinander einsetzen!

Gassho,
Juen

Comments